Stetigkeit in ReWe leicht erklärt + Beispiel, Formel & Definition

Grundsatz der Stetigkeit

Die Stetigkeit ist in den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (kurz: GoB) definiert. Sie ist für den Jahresabschluss notwendig und sorgt für eine Vergleichbarkeit von Abschlüssen. Die in § 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB geforderte Bewertungsstetigkeit verlangt, Bewertungsmethoden vorhergehender Jahresabschlüsse beizubehalten.

Beispiel einer Bewertungsstetigkeit

Das Prinzip der Bewertungsstetigkeit wird anhand eines Beispiels erläutert:
Im Jahresabschluss fand die Bewertung des Inventars mit Hilfe der FiFo-Methode statt. Demnach sollte die Bewertung des Jahresabschlusses 2013 ebenfalls mit dieser Methode stattfinden, damit die Jahre vergleichbar bleiben. Eine Berechnung nach LiFo oder mit der Durchschnittsmethode ist somit unzulänglich.

Falls eine Abweichung dennoch vorgenommen wird, ist dies im Anhang anzugeben und zu begründen (§ 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB). Ein beliebiges Wechseln der Bewertungsmethoden ist jedoch nicht zulässig.

Weiterhin gilt nach § 246 Abs. 3 HGB die Ansatzstetigkeit, wonach die angewandten Ansatzmethoden vorhergehender Jahresabschlüsse ebenfalls beizubehalten sind.

Beispiel einer Ansatzstetigkeit

Unter der Ansatzstetigkeit ist insbesondere das jährliche Ausüben von Ansatzwahlrechten zu verstehen. Darunter fallen z.B. die Aktivierungswahlrechte für:

Ansatzstetigkeit und Bewertungsstetigkeit bezeichnet man als materielle Bilanzkontinuität. Weiterhin gilt für Kapitalgesellschaften § 265 Abs. 1 HGB, wonach eine Stetigkeit der Gliederung von Bilanz und Gewinn und Verlustrechnungen gefordert ist. Dies ist als formelle Bilanzkontinuität definiert.

Abweichung vom Stetigkeitsprinzip

Nach § 252 Abs. 2 HGB darf eine Abweichung vom Stetigkeitsprinzip nur in begründeten Ausnahmefällen stattfinden.

Beispiel einer Durchbrechung des Stetigkeitsprinzips

Ein Unternehmen setzt die Herstellungskosten ihrer Produkte mit Hilfe der gesetzlichen Untergrenze an. Nach einem Jahr übernimmt ein globaler Konzern das Unternehmen und standardisiert demnach die Bilanzierungsmethoden. Als Resultat werden die Herstellungskosten von nun an mit dem höchstmöglichen Wert und aller Einbeziehungswahlrechte angesetzt. Damit findet eine Durchbrechung der Bewertungsstetigkeit statt. Diese wird im Anhang des Geschäftsjahres mit begründeten Angaben nach § 284 Abs. 2 Nr. 3 HBG vermerkt.

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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