Steuerbare Umsätze im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Bei den steuerbaren Umsätzen handelt es sich um Umsätze, die der Umsatzsteuer unterliegen, selbst wenn sie eventuell laut § 4 UStG als steuerfrei gelten.

Laut § 1 Abs. 1 UStG gehören zu den steuerbaren Umsätzen:

…Sonstige Leistungen (§ 3 Abs. 9 UStG) und Lieferungen (§ 3 Abs. 2 UStG), die durch einen Unternehmer (wer als Unternehmer gilt ist in § 2 Abs. 1 Satz 1 UStG festgeschrieben) für sein Unternehmen im Inland in Auftrag gegeben werden. Hierfür müssen alle fünf Tatbestandsmerkmale eintreten.

…Einfuhr von Gegenständen innerhalb des Landes (Einfuhrumsatzsteuer § 1 Abs. 1 Nr. 4 UStG)

…entgeltlicher innergemeinschaftlicher Erwerb innerhalb des Landes (§ 1 Abs.1 Nr. 5 und § 1a UStG) ein Erwerbender wäre auch ein Steuerschuldner (§ 13a Abs. 1 Nr.2 UStG)-

Beispiel steuerbare Umsätze

Eine selbständige Friseurin schneidet, in ihrem eigenen Friseursalon in Dortmund, einer Kundin die Haare. Netto kostet der Haarschnitt 20€, die Kundin muss brutto (inklusive 19% Umsatzsteuer) 23,80€ zahlen. Die Unternehmerin erbringt durch den Haarschnitt, eine sonstige Leistung im Inland (Dortmund), gegen ein Entgelt von 20€, im Rahmen ihres Unternehmens, des Friseursalons.

Würde die Friseurin am Wochenende eine alte Vase auf dem Trödelmarkt für 10€ verkaufen, so wäre das nicht „im Rahmen ihres Unternehmens“, wäre demnach nicht steuerbar, selbst wenn die anderen vier Tatbestandsmerkmale erfüllt wären.

Prüfschema Umsatzsteuer

Wenn geprüft werden soll, ob ein Umsatz unter die Umsatzsteuer fällt, so wird zuerst die Steuerbarkeit des Umsatzes geprüft nach § 1 Abs. 1 UStG. Dabei müssen alle Tatbestandsmerkmale erfüllt werden. Liegt keine Steuerbarkeit vor, handelt es sich um nicht steuerbare Umsätze. Es erfolgt keine weitere Prüfung.

Wenn die Umsätze steuerbar sind, ist weiter zu prüfen ob eine Steuerbefreiung nach § 4 UStG greift und es doch steuerfreie Umsätze sind. Oder wenn es sich um steuerpflichtige Umsätze handelt und ob diese dann der 19%-igen Umsatzsteuer oder der ermäßigten 7%-igen Umsatzsteuer unterliegen.

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In der Umsatzsteuererklärung und der Voranmeldung muss angegeben werden, ob es sich um steuerfreie, steuerpflichtige und nicht steuerbare Umsätze handelt.

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