Steuerliches Einlagenkonto im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Laut § 27 Abs. 1 Satz 1 KStG sind unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften dazu verpflichtet, ihre Einlagen, die nicht in das gezeichnete Kapital einfließen, am Ende des Wirtschaftsjahres auf ein steuerliches Einlagenkonto zu hinterlegen.

Dabei wird das steuerliche Einlagenkonto jedes Wirtschaftsjahr fortgeführt. Das heißt, dass die neuen Zu- oder Abgänge auf das alte Geschäftsjahr gezählt werden (§ 27 Abs. 1 Satz 2 KStG).

Beispiel steuerliches Einlagenkonto

Im April 2015 wird eine GmbH mit dem notwenigen Stammkapital von 25.000€ gegründet. Damit die GmbH mehr Eigenkapital vorweisen kann, lassen die Gesellschafter im November 2015 weitere 75.000€ in das Eigenkapital einfließen. In der Bilanz stehen diese unter dem Posten Kapitalrücklagen nach § 272 Abs. 2 Nr.4 HGB. Für das Jahr 2015 sind die 75.000€ auch im steuerlichen Einlagenkonto festgehalten.

Wenn nun eine Ausschüttung aus diesem steuerlichen Einlagenkonto erfolgt, so ist die Ausschüttung laut § 200 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG von der Steuer befreit. Anders als bei Gewinnausschüttungen, die versteuert werden müssen. Die Ausschüttung aus dem steuerlichen Einlagenkonto stellt in diesem Fall, aber nur eine Ausschüttung der eigens geleisteten Rücklagen dar, deshalb steuerfrei.

Jedes Jahr wird die Höhe des steuerlichen Einlagenkontos im Steuerbescheid festgestellt (§ 27 Abs. 2 Satz 1 KStG).

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