Stimmrecht in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition & Erklärung: Stimmrecht

Bei Personenvereinigungen von Unternehmen ist das Stimmrecht ein Recht der Gesellschafter und Mitglieder, bei den Beschlüssen der Haupt-, General-, Gesellschafter- oder Mitgliederversammlung abzustimmen. Das Aktienstimmrecht einer AG oder KG ist das Recht des Aktionärs, in den Versammlungen je nach Zahl der Nennwertaktien oder Stückaktien, die der einzelne Aktionär besitzt, für jede Aktie eine Stimme abzugeben. Die so genannte jährliche ordentliche Hauptversammlung oder Aktionärsversammlung fällt Entscheidungen wie:

  • Wahl der Mitglieder im Aufsichtsrat, die den Vorstand bestellen.
  • Änderungen der Statute
  • Ausschüttung von Gewinnen

Beschlüsse der Hauptversammlung werden außer bei Entscheidungen von besonderer Tragweite mit einfacher Stimmenmehrheit beschlossen. Dazu gehören:

  • die Geschäftsordnung der Hauptversammlung
  • Satzungsänderungen
  • Kapitalerhöhung
  • Bezugsrechte
  • Auflösung der Gesellschaft
  • Restrukturierung, Unternehmensverträge
  • Strukturmaßnahmen

Bei besonderen Anlässen wird die außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Solche Ereignisse können sein:

  • Übernahmen oder Fusionen
  • die Abberufung von Aufsichtsräten
  • Kapitalmaßnahmen wie Kapitalerhöhung oder Kapitalherabsetzung

Rechte und Pflichten eines Aktionärs

Das Stimmrecht gehört zu den Rechten eines Aktionärs. Der Aktionär ist Inhaber oder Anteileigner eines verbrieften Anteils am Grundkapital einer Aktiengesellschaft. Aktionäre können natürliche oder juristische Personen sein. Sie besitzen das Verwaltungsrecht:

  • auf Teilnahme an der Hauptversammlung
  • auf Auskunftsrecht
  • auf das Recht zur Anfechtung

Sie besitzen die Vermögensrechte:

  • auf den Anspruch auf Dividende
  • auf das Bezugsrecht
  • auf Rückzahlungsrecht bei Kapitalherabsetzung
  • auf Anspruch auf Beteiligung am Liquidationserlös
  • auf Ausgleichs- Umtausch- und Abfindungsansprüche

Zu den Pflichten des Aktionärs gehört die Treuepflicht, das heißt, die Rücksichtnahme und Loyalität gegenüber den Beteiligten der Gesellschaft zu wahren. Das betrifft sowohl die vertikale Treuepflicht zwischen Gesellschaft und Aktionär, als auch die horizontale Treuepflicht unter einzelnen Aktionären. Seit 1995 sind nicht nur Mehrheitsaktionäre den Minderheitsaktionären treuepflichtig, sondern auch umgekehrt.

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Die Ausübung des Stimmrechts in der Hauptversammlung

Der Vorstand beruft die stimmberechtigten Aktionäre einmal im Jahr zur Hauptversammlung ein. In der Hauptversammlung veröffentlicht der Vorstand den Jahresbericht und die Zukunftsprognosen. Die Aktionäre entlasten den Vorstand und stimmen über die Gewinnverwendung ab. Daraufhin erhalten die Aktionäre je nach ihren Anteilen in den darauf folgenden Tagen ihre Gewinnausschüttung. Aktionäre, die zur Hauptversammlung nicht anwesend sein können, können sich durch eine andere Person vertreten lassen.

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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