Stock-Picking in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition & Erklärung: Stock-Picking

Stock-Picking ist das gezielte Investieren und Herausfischen börsennotierter Unternehmen, die nach Auswahl bestimmter Kriterien eventuell überdurchschnittliche Rendite erzielen könnten. Das Gegenteil dazu ist der Kauf in den Gesamtmarkt, der sich zum Beispiel durch Einkauf von Indizes, Indexfonds oder Indexzertifikate gekennzeichnet ist. Grundlage der Auswahlkriterien ist die Fundamentalanalyse in der Anlagestrategie, die im Gegensatz zur Chartauswertung der technischen Analyse ihre Entscheidungen aus den Unternehmensdaten gewinnt.

Die Fundamentalanalyse

Die Fundamentalanalyse bezieht sich auf betriebswirtschaftliche Daten und auf das ökonomische Umfeld eines Unternehmens. So wie die Chartanalyse steht sie im Widerspruch zur Markteffizienzhypothese, die es diesen Verfahren abspricht, höhere Gewinne als der Markt zu erzielen. Zu den wichtigsten Kennzahlen der Fundamentalanalyse gehören:

Diese Kennzahlen werden in der Fundamentalanalyse berechnet und zueinander ins Verhältnis gesetzt. Die Bewertung, wie diese Kennzahlen in der Fundamentalanalyse zu gewichten sind, ist dabei unterschiedlich.

Verschiedene Anlagestrategien und Auswahlkriterien

Value Investing:

Bei diesem Anlageverfahren werden die Entscheidungen unter Bezugnahme auf den realwirtschaftlichen Gegenwert, dem inneren Wert, gewonnen. Ein Wertpapier, das einen höheren inneren Wert hat, als der Marktwert es vorgibt, wird als unterbewertet bezeichnet. Im Gegensatz dazu ist ein Wertpapier überbewertet, dessen innerer Wert geringer als der Marktpreis dotiert. Zur Ermittlung des inneren Wertes eines Wertpapiers kann je nach Anlageklasse und Situation der Ertragswert, der Substanzwert, der Discounted Cash-Flow oder der Liquidationswert hinzugezogen werden. Aufgrund des Bewertungsrisikos muss der Value Investor eine ausreichend hohe Margin of safety hinterlegen. Jahresberichte, Quartalsberichte und die oben genannten Kennzahlen sind hierfür wichtige Kennzahlen.

Quality Investing:

Diese Anlagestrategie setzt auf überdurchschnittlich hohe Qualitätsmerkmale. Hier orientieren sich die Quality Investoren an einem definierten Kriterienkatalog, der zum Teil selbst entwickelt und gepflegt ist. Darauf basierend haben 5 Selektionskriterien Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.

  1. Finanzkraft
  2. Kurspotenzial
  3. Geschäftsmodell
  4. Marktumfeld
  5. Management

Quality Investoren bevorzugen Aktien, deren hohes Gewinnwachstum einen gerechtfertigten Preis zeigt und auf solider fundamentaler Basis aufbauen.

Growth Investing:

Growth Investoren kaufen bevorzugt Aktien mit einem hohen Gewinnwachstum und hohen Gewinnerwartungen, deren Bewertungsniveaus aber keine Rolle spielen. Dabei werden Gewinneinschätzungen von Experten zurate gezogen. Im Portfolio befinden sich nur die Titel mit zukünftigen Gewinnen und starkem Wachstum.

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