Tagebuch schreiben: Tipps für den perfekten Anfang & Umsetzung

Tagebücher stellen schon seit Jahrhunderten eine tolle Gelegenheit dar, um seine Erlebnisse, Emotionen und sogar Geheimnisse zu speichert. Es bietet Ihnen die Chance die ungefilterten Erinnerungen auch nach Wochen, Monaten und Jahren Revue passieren zu lassen und diese Zeit seines Lebens zu reflektieren. Vor allem im Jugendalter wird oft Tagebuch geführt. Jahre später tauchen diese dann aus den hintersten Ecken des Zimmers auf und sorgen für allgemeine Erheiterung und viel Spaß.

Jedoch kann ein Tagebuch ein langjähriger Begleiter werden und eine zentrale Rolle im Alltag einnehmen. Vielleicht liefert es einem später einmal genau die fehlende Erinnerung an eine bestimmte Phase, die vielleicht besonders wichtig für das weitere Leben geworden ist. Ein Tagebuch kann unter Umständen Antworten auf die eigene Entwicklung werfen und aufzeigen, warum man zu dem Menschen wurde, der man heute ist. In den Einträgen werden auch allerhand Namen auftauchen.

Sofern der Kontakt zu einem früheren Freund abgebrochen ist, so kann ein Tagebuch vielleicht auch dabei helfen, eine neue Verbindung zu dieser Person aufzubauen.

Es ist wichtig, dass man das Tagebuch-Schreiben nicht etwas festes betrachtet. Als Ausdruck von Individualität gedacht gibt es keine Regeln für die perfekte Herangehensweise. Es gibt jedoch verschiedene Wege, die vielleicht auch Ihnen als Inspiration für den Beginn Ihres Tagebuchs dienen kann.

Aller Anfang ist schwer: So startest du dein Tagebuch

Wenn es darum geht ein Tagebuch zu beginnen, so stellt sich zunächst oft die Frage, was überhaupt als Medium für die teils intimen Gedanken und Erinnerungen dienen soll. Der Klassiker dabei ist zweifelsohne das Tagebuch auf Papier, welches oftmals durch einen schönen Umschlag im Rahmen eines Notizbuchs eine besondere und persönliche Note bekommt. Solche Notizbücher können nach den eigenen Wünschen im Bezug auf Form, Größe, Bindung und Gestaltung ausgewählt werden. Auch das verwendete Papier muss nicht zwangsläufig ganz weiß sein. Diese bewusste Auswahl des Tagebuches ist auch deshalb so wichtig, weil das Tagebuch schließlich auch einladend wirken und tagtäglich einen Anreiz für einen neuen Eintrag liefern soll. Ein Notizbuch kann außerdem auch unterwegs problemlos mitgenommen werden, sodass im Urlaub keine Lücken entstehen. Lassen Sie sich doch einfach in der Buchhandlung Ihres Vertrauens beraten. Sie werden dort mit Sicherheit fündig werden und so schnell loslegen können.
Doch anders als noch vor 20 Jahren hat sich unser Leben verändert und weitgehend digitalisiert. Die meisten Menschen verbringen täglich, egal ob beruflich, schulisch oder privat, Stunden vor dem Computer. Warum also nicht auch die Tastatur zum Archivieren der eigenen Erinnerungen nutzen? Hier sei nochmals gesagt, dass es keinen „richtigen“ Weg gibt. Es zählt einzig und allein, dass Sie sich wohlfühlen und mit dem genutzten Medium identifizieren können.

Das erste Wort – Der Beginn Ihres Tagebuchs

Mit der Auswahl des für Sie passenden Tagebuches und dem Entschluss ein solches überhaupt führen zu wollen, haben Sie bereits die erste wichtige Hürde genommen. Nun folgen die ersten Tastendrücke oder Stiftbewegungen. Lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf und legen Sie sich nicht selbst fesselnde Formalia oder Schreibweisen auf. Schreiben Sie so, wie Sie selbst sind, schließlich ist ein Tagebuch etwas persönliches und kein Aufsatz für die Schule. Auch deshalb ist es völlig unwichtig, ob die Schrift gut lesbar ist, hier und dort vielleicht mal etwas geschmiert oder durchgestrichen wurde oder vielleicht auch mal eine kleine Zeichnung am Rand zu finden ist. Denken Sie immer daran, dass Sie für keinen anderen Leser schreiben als sich selbst! In zehn Jahren wird es Ihnen bei einem Rückblick ins Tagebuch schließlich wichtiger sein, dass Sie sich in die Erinnerung zurückversetzen können und die Emotionen erneut aufleben lassen, als dass die Grammatik und Tempi stimmen.

Regelmäßigkeit ist das Herz des Tagebuchs

Ein Tagebuch lebt von den eigenen Erinnerungen. Viele beginnen euphorisch ein Tagebuch, schreiben dann jedoch mit der Zeit immer seltener hinein, sodass die bis dahin verfassten Beiträge in Vergessenheit geraten. Versuchen Sie deshalb möglichst früh einen gewissen Rhythmus zu erzeugen und sprichwörtlich am Ball zu bleiben. Dabei geht es natürlich nicht um einen genauen Zeitplan und auch kleinere Pausen sind kein Problem. Bemühen Sie sich trotzdem, dass das Tagebuch zumindest so regelmäßig ist, dass ein roter Faden durch Ihre Erinnerungen sichtbar wird. Möglichst leicht geht dies natürlich, indem täglich ein neuer Eintrag verfasst wird. Vielleicht bauen Sie den alltäglichen Eintrag ja in Ihre Abendroutine ein und berichten vor dem Schlafen noch kurz von Ihrem Tag.

Muss ich mein Tagebuch ansprechen?

„Liebes Tagebuch…“: So oder so ähnlich startet wohl die meisten (ersten) Einträge in einem Tagebuch. Natürlich ist eine solche Anrede keinesfalls erforderlich. Doch gerade weil es den meisten Menschen anfangs noch schwer fällt zu schreiben, kann es befreiend sein, wenn man sich das Tagebuch als etwas lebendiges vorstellt. Das Tagebuch ersetz quasi in gewisser Weise das abendliche Telefonat mit der besten Freundin, die nur in diesem Fall eben ein sehr guter Zuhörer ist und selbst nicht redet. Entsprechend sind auch die verschiedensten Spitznamen für das Tagebuch üblich. Vielleicht halten Sie diese Vermenschlichung des Tagebuchs auch für Blödsinn? Kein Problem, denn auch hier gilt wieder: Es ist Ihr Tagebuch und Sie sind darin völlig frei. Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil und lassen der Fantasie freien Lauf.

Kleine Zahlen mit großer Wirkung

Auch wenn es natürlich nicht verpflichtend ist, so empfiehlt es sich trotzdem aus diversen Gründen, dass die verschiedenen Einträge datiert werden. Indem Sie jeden Eintrag mit der aktuellen Uhrzeit und dem Datum beginnen, können Sie Ihre Erinnerungen später viel leichter einordnen. Andernfalls kann es durchaus schwierig werden, wenn eine Erinnerung Jahre später in einen zeitlichen Kontext gebracht werden soll. Vielleicht haben Sie sich ja verliebt und die ersten Schmetterlinge im Bauch oder das erste Date mit Datum festgehalten? Dies kann in einer langjährigen Beziehung später eine tolle Erinnerung sein, die man natürlich in zeitlicher Hinsicht möglichst genau einordnen möchte.
Auch Überschriften können zu einer Strukturierung führen und das spätere Lesen der Einträge erleichtern. Sollten Sie zum Beispiel auf der Suche nach einem ganz bestimmten Eintrag sein, so können Sie beim Überfliegen der Überschriften vielleicht schneller fündig werden. Natürlich kann das Ausdenken einer Überschrift auch wieder innere Fesseln erzeugen. Sollte dies der Fall sein, so verzichten Sie lieber auf Struktur und lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf.

Wie viel Zeit fließt in mein Tagebuch?

Diese Frage beantworten letztendlich Sie selbst. Einige Menschen schreiben mehr, die anderen weniger. An manchen Tagen gibt es viel zu berichten, ein anderer Tag war hingegen eher langweilig. Grundsätzlich gilt aber tendenziell schon, dass der Zeitaufwand recht gering bleibt. Anders als Texte für die Schule oder Arbeit werden die Einträge im Tagebuch eben nicht kontrolliert und müssen keine Vorgaben erfüllen. So kann an einem recht ereignislosen Tag auch ein Drei-Zeiler schon ausreichend sein.

Blog: Tagebuch 2.0?

Wie die Zusammensetzung des Wortes „Blog“ schon erahnen lässt, ist dies eine Verbindung eines Tagebuches (Logbuch) mit dem Internet (Web). Diverse Anbieter ermöglichen es Ihnen, dass Sie Ihre Gedanken kostenfrei auf Ihrer Plattform festhalten. Die Blogs sind jedoch in aller Regel öffentlich und bieten somit nicht die Privatsphäre, die das Tagebuch in der Schreibtischschublade bieten kann. Teilen Sie also keine Teile Ihres Lebens, die Sie auch sonst nicht öffentlich erzählen würden! Trotzdem ist der Blog eine interessante Option, wie man seine Erinnerungen nicht nur festhalten sondern auch mit der Welt teilen kann. Blogs sind in aller Regel jedoch pro Eintrag länger und erscheinen daher auch nicht täglich. Um eine gewisse Qualität des Blogs zu gewährleisten, sollte hier, anders als im privaten Tagebuch, schon auf Grammatik und Rechtschreibung geachtet werden.

Checkliste: Das wichtigste auf den Punkt gebracht

  • Ob Stift und Papier oder doch Computer: Nutzen Sie das Medum, bei dem Sie sich wohl fühlen.
  • Achten Sie darauf, dass das Tagebuch handlich und für Sie leicht zugänglich ist. So können Sie auch unterwegs oder im Urlaub weitere Einträge hinzufügen und vermeiden so lange Pausen
  • Datum und Überschriften sind zwar kein „Muss“, sie können jedoch bei der Strukturierung des Tagebuchs helfen.
  • Führen Sie das Tagebuch auf jeden Fall regelmäßig, denn das ist schließlich der Sinn dahinter!
  • Sie sind der Chef, also schreiben Sie so, wie Sie es wollen. Es ist Ihr Tagebuch!

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