Target Costing in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition & Erklärung: Target Costing

Target Costing als Zielkostenrechnung ist eine Managementmethode als Entscheidungshilfe. Das Grundkonzept der Zielkostenrechnung ist:

  • Die Beantwortung der Frage anhand der Kalkulation nach der oberen Preisgrenze, also was ein Produkt höchstens kosten darf. Sie unterscheidet sich von der traditionellen Kostenrechnung dadurch, dass die Kosten-Plus-Rechnung sich aus Kosten + Gewinnzuschlag ergibt. Der Angebotspreis orientiert sich normalerweise an der Fragestellung, was ein Produkt kosten wird.
  • Um rückläufig kalkulieren zu können, beginnt der Prozess mit einer Marktforschungsmaßnahme. Dadurch soll ein wettbewerbsfähiger Marktpreis ermittelt werden.
  • Es wird der Zielpreis ermittelt, von dem die Gewinnspanne abzuziehen ist. Der Rest sind die maximal erlaubten Kosten, die zur Herstellung des Produkts nicht überschritten werden dürfen. Da die Standardkosten höher als die gewünschten erlaubten Kosten sind, werden mithilfe betriebswirtschaftlicher Instrumente Zielkosten definiert.
  • Erfolgsgarant sind die bindenden Kostenvorgaben. Es erfolgt eine Gewichtung der Kosten gegenüber denen der Produkteigenschaft, um herauszufinden, ob eine Produktkomponente überentwickelt ist oder gesteigert werden muss.

Die Phasen der Zielkostenrechnung

Als Beispiel dient der dreistufige Ansatz in Zielkostenfestlegung, Zielkostenspaltung und Zielkostenerreichung.

1. Zielkostenfestlegungsphase

In dieser Phase werden die Gesamtkosten des Produktes festgesetzt, die anfallen dürfen. Die Zielkosten hängen dabei von der Unternehmensstrategie und der Marktsituation ab. Es wird empfohlen, die Zielkosten mit den erlaubten Kosten gleichzusetzen.

  • Das nennt sich Market into Company und zieht den Markt sozusagen in das Unternehmen. Market into Company ist bei hochgradigen Innovationen schlecht anzuwenden. Dieses Verfahren lässt den Entwicklern weniger Spielraum als die nachfolgenden. Durch andere Verfahren werden die Kosten zwischen den erlaubten und den Standardkosten gehalten.
  • Out-of-Company-Ansatz: Ermittelt Zielkosten nach betriebswirtschaftlichen und technischen Unternehmenspotenzialen. Die Zielkosten liegen nahe an den Standardkosten.
  • Onto-and-out-of-Company-Ansatz: Dieser Ansatz kombiniert Out of Company und Market into Company.
  • Out-of-Standard-Costs-Ansatz: Dieser Ansatz senkt mit Abschlägen die Standardkosten.
  • Out-of-Competitor-Ansatz: Dieser Ansatz leitet aus der Konkurrenz die Zielkosten ab (Benchmarking).

2. Zielkostenspaltungsphase

Die Gesamtzielkosten werden auf bestimmte Ebenen unterteilt. Die Kostenspaltung erfolgt auf Funktions- und Komponentenebene. Die Ergebnisse werden mit einem Zielkostenkontrolldiagramm dargestellt. Die kundenbewerteten Nutzen werden den Standardkosten bezüglich jeder einzelnen Komponente gegenübergestellt.

3. Zielkostenerreichungsphase

In dieser Phase wird ein marktorientiertes und innovatives Konzept, das ausgewogen und abgerundet ist, erzeugt. Voraussetzung dafür ist, dass den Verantwortlichen die Instrumente und Methoden für die Kostenvorgaben zur Verfügung stehen. Hierfür werden Informationshilfsmittel benötigt, die mit geringen Eingansinformationen der vorangegangenen Phasen aussagekräftige Informationen bereitstellen können. Diese Hilfsmittel können sowohl technologische als auch produkt- und prozessbedingte oder organisatorische Mittel sein.

Die Bewertung der Zielkostenrechnung

Vorteile sind:

  • frühe Beeinflussung im Produktzyklus
  • hohe Qualität bei sinkenden Kosten

Nachteile sind:

  • Anwendung bei radikalen Innovationen
  • keine wissenschaftlich exakte Eingrenzung
  • hoher Planungsaufwand

Die Zielkostenrechnung kann zu einer Unternehmensreorganisation führen. Es entsteht als Effekt auf Mitarbeiter eine Bewegung des ständigen Bietens und Unterbietens. Die Mitarbeiter stehen in Konkurrenz und werden zum unternehmerischen Denken angehalten. Jede Einheit des Unternehmens wird zum kostengünstigen Agieren angeregt.

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