Tierversuche: Argumente Pro & Contra / Dafür & Dagegen

Tierversuche: Argumente Pro & Contra / Dafür & Dagegen

An dieser Stelle klären wir auf, was gegen Tierversuche spricht und was dafür. Wozu dienen Tierversuche eigentlich? Welche Tiere werden meist zu versuchen verwendet? Müssen Tiere bei Tierversuchen sehr leiden? Wir haben die Antworten.

Welchen Zweck haben Tierversuche?

In der Regel dienen Tierversuche der Untersuchung von Effekten von Produkten und Substanzen auf den menschlichen Körper. Ein Standardfall für Tierversuche sind daher Medikamente. Aber auch Kosmetika werden häufig an Tieren getestet.

Auch bei der Entwicklung neuer Medikamente spielen Tierversuche eine wichtige Rolle. Dabei wird untersucht, wie bestimmte Stoffe auf die Tiere wirken, um daraus Rückschlüsse auf ihre Wirkung bei Menschen ziehen zu können. Auch bei der sogenannten Grundlagenforschung spielen Tierversuche eine Rolle. Dabei geht es um grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse, die später beispielsweise für die Entwicklung von Medikamenten genutzt werden können.
Das deutsche Recht sieht enge Grenzen für wissenschaftliche Versuche an lebenden Tieren vor.

Welche Tiere werden am häufigsten verwendet?

Ratten und Hausmäuse sind die Lieblingstiere in der Forschung. Der Grund dafür ist ihre überraschend starke genetische Ähnlichkeit zum Menschen. Mäuse und Menschen teile etwa 98 Prozent ihrer Gene. Bei Ratten stimmen immerhin noch 90 Prozent ihres Erbgutes mit der menschlichen DNA überein. Mäuse und Ratten haben häufig dieselben Krankheiten wie Menschen, Krebs, Diabetes und Infektionskrankheiten. Zudem gibt es bei der Fortpflanzung von Menschen und Mäusen interessante Ähnlichkeiten.
Als Folge dieser Ähnlichkeiten lassen sich Ergebnisse von Medikamententests an Mäusen und Ratten leicht auf den Menschen übertragen.

In Deutschland machen Versuche an Mäusen und Ratten 80 Prozent aller Tierversuche aus. Fische folgen mit 10 Prozent und mit kleineren Anteilen sind beispielsweise noch Vögel, Affen, Hunde und Katzen zu finden. Andere Tiere werden manchmal auch für Versuche verwendet, ihr Anteil ist allerdings verschwindend gering. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa drei Millionen Tierversuche im Jahr.

Verursachen Tierversuche Leiden?

Das deutsche Gesetz ist in dieser Hinsicht sehr streng. Schmerzen, Leid und andere Schäden dürfen den Tieren nicht beigefügt werden. In der Praxis hängt die Antwort allerdings davon ab, welche Tests genau durchgeführt werden. Bei einigen Versuchen mit neuen Medikamenten oder Krankheitserregern leiden die Versuchstiere regelmäßig an den Untersuchungen. Weil das Thema Tierversuche derart umstritten ist, haben wir die besten Argumente für und gegen sie zusammengefasst:

Was spricht für Tierversuche?

Das stärkste Argument für Tierversuche ist ihr Nutzen für den Menschen. Neue Medikamente können schneller entwickelt werden und ihre Wirkung wird vorhersehbarer. Damit retten Tierversuche durchaus Menschenleben. Ohne Grundlagenforschung an Tieren wären zahlreiche Errungenschaften der modernen Medizin nicht denkbar, Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Tuberkulose und viele weitere wären heute wahrscheinlich nicht behandelbar.

Für Tierversuche spricht weiterhin, dass es eigentlich keine echten Alternativen bei der Medikamentenentwicklung dazu gibt. Außerdem sind die Versuche streng reglementiert und überwacht und dürfen nur dann stattfinden, wenn ein erheblicher Nutzen für Menschen daraus resultiert.

Was spricht gegen Tierversuche?

Die Forschung verursacht Leiden. Zwar wird alles dafür getan, dieses Leiden bei Tieren so gering wie möglich zu halten. Je nach Forschung lässt es sich allerdings nicht völlig verhindern. Außerdem werden die Versuchstiere nach den Tests in der Regel getötet.

Gerade die Grundlagenforschung kann außerdem kein klares Ziel ihrer Tätigkeit aufzeigen. Hier wird häufig ins Blaue hinein geforscht. Das widerspricht den strengen Vorgaben zum Tierschutz. Auch an der Übertragbarkeit auf den Menschen gibt es Zweifel. Außerdem entwickelt die Wissenschaft immer mehr Alternativen zu Tierversuchen. Künstliche hergestellte Organe haben schon heute eine ausreichende Qualität für solche Versuche.

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