Kaum ein Schüler, Studenten oder Arbeitnehmer kommt darum herum, irgendwann einmal eine Präsentation vor Publikum zu halten. In einer solchen Situation wünschen sich dann die meisten, souveräner zu wirken. Der Grund warum sie an ihrer Souveränität Zweifel haben, ist häufig das Lampenfieber. Anstatt einen lockeren Vortrag zu halten, steigt der Puls merklich an, die Hände beginnen zu schwitzen und die Stimme versagt. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem Blackout kommen. Jedoch gibt es durchaus Mittel und Wege, gegen die Nervosität anzukämpfen. Denn bereits mit einigen Tipps und Tricks ist es möglich, das Lampenfieber sehr gut zu kontrollieren.

Sinn und Zweck von Lampenfieber

Natürlich wird das Lampenfieber meist nur als lästig empfunden. Jedoch handelt es sich dabei um einen ganz normalen Prozess, der auch einen psychologischen Hintergrund hat. Denn das Lampenfieber hatte ursprünglich den Sinn und Zweck, durch die Ausschüttung von Stresshormonen das Überleben zu sichern. Denn in dieser angespannten Situation, ist die jeweilige Person in einem sogenannten Kampf- oder auch Fluchtzustand, der eine bessere Überlebenschance mit sich bringt. Das Lampenfieber konnte den Menschen somit früher durchaus das Leben retten.

Die Symptome

Auch bei einer Präsentation in der Redner seiner Situation als eine potentielle Bedrohung auf. Dadurch werden die typischen Symptome von Lampenfieber erzeugt. Zu diesen gehören:

  • – Die Ausschüttung von Adrenalin
  • – Die Weitung der Pupillen
  • – Ein erhöhter Herzschlag
  • – Eine schwächer werdende Atmung
  • – Ein Ansteigen des Blutdrucks
  • – Ein Tunnelblick, die ein komplexes Denken fast unmöglich macht
  • – Eine Verspannung der Muskeln

Es handelt sich somit um einen Zustand der inneren Unruhe. Der eigentliche Schutzmechanismus macht einen seriösen Vortrag dann fast unmöglich. Häufig hat der Redner jedoch schon im Voraus Angst vor einem solchen Szenario, was das Lampenfieber natürlich noch verschlimmert. Denn das Publikum besteht nicht selten aus Kommilitonen, Mitschülern oder Freunden, was die Nervosität noch zusätzlich erhöht. Ein Versagen würden die meisten als extrem peinlich erachten.

Lampenfieber und Ängste

Das Lampenfieber wird meistens durch unterschiedliche Ängste begründet. Zum einen ist die Angst zu scheitern, in einem solchen Fall besonders präsent. Nicht nur die eigenen Ansprüche, sondern auch die des Lehrers, des Professors oder des Chefs sollen schließlich erfüllt werden. Ein Versagen könnte außerdem weitreichende Folgen haben, was den weiteren Verlauf des Studiums oder der Kariere negativ beeinflussen könnte.

Außerdem haben die meisten Redner während einer Präsentation Angst davor, sich bloßzustellen. Denn in diesem Moment treten Schwächen ganz offensichtlich zum Vorschein. Das könnte für den Redner schnell peinlich werden, was die Angst noch zusätzlich verstärkt.
Auch die Angst vor Zurückweisung macht sich bemerkbar. Schließlich wartet am Ende der Präsentation meist eine Bewertung oder eine Benotung. Fällt diese schlecht aus, fühlt sich der Redner schnell zurückgewiesen und nicht wertgeschätzt. Die Angst vor einem Versagen wird dann noch präsenter. Schlimmsten Fall kommt es zu einem Blackout.

Das Lampenfieber nutzen

Jedoch gibt es durchaus Möglichkeiten, das Lampenfieber zu überwinden. Vorweg soll jedoch gesagt werden, dass das Lampenfieber auch durchaus positive Auswirkungen haben kann. Beispielsweise sorgt das ausgeschüttete Adrenalin dafür, dass der Redner hellwach und präsent ist. Dadurch kann er aufmerksamer agieren. Außerdem handelt es sich um einen Irrtum, dass nach einiger Zeit das Lampenfieber vollkommen ausgelöscht werden kann. Selbst bei Personen, die regelmäßig vor Publikum sprechen, ist das Lampenfieber noch vorhanden. Die unangenehmen Begleiterscheinungen, wie beispielsweise Schweißausbrüche oder das Zittern der eigenen Stimme werden dann nur besser kontrolliert, da der Redner darin bereits geübt ist.

Besonders wichtig: Bewegung

Wie bereits angesprochen, handelt es sich bei dem Lampenfieber um einen körperlichen Reflex, der in einer Flucht- oder Kampfsituation hilfreich sein kann. Um die Nervosität zu senken, hilft es vielen Rednern, wenn sie sich während des Vortrages bewegen können. Ein langsames Vor- und Zurückgehen reicht dafür schon vollkommen aus. Das lässt den Vortrag außerdem weniger verkrampft erscheinen. Auch ein kleiner Spaziergang vor der Präsentation ist sinnvoll.

Tipps gegen das Lampenfieber

Wichtig ist, dass sich der Redner in eine positive Grundhaltung versetzt. Es sollte sich dabei bewusst machen, dass es sich keinesfalls um eine bedrohliche Situation handelt. Denn das Fürchten der Situation verursacht noch mehr Stress und vergrößert damit auch die Ängste. Es sollte besser die Chance gesehen werden, durch die Präsentation eine gute Note zu erlangen oder die eigene Karriere dadurch zu fördern.

Eine gute Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung hat den Vorteil, dass sich der Redner während seiner Präsentation sicherer fühlt. Dabei ist es wichtig, dass genug Vorlaufzeit eingeplant wird. Deshalb sollte der Redner rechtzeitig vor Ort sein. Dann bleibt auch die Zeit, sich mit den technischen Geräten (Beamer, PC, Licht) auseinanderzusetzen.

Außerdem zeigte sich als beruhigend, wenn der Redner mit seiner Umgebung vertraut ist. Deshalb ist es vorteilhaft, wenn er oder sie bereits vor dem Publikum im Raum ist. Eine vertraute Umgebung reduziert die Nervosität enorm.

Außerdem sollte sich der Redner selbst Mut zusprechen. Dabei ist es wichtig, sich immer wieder darauf zu konzentrieren, dass eine gute Vorbereitung die halbe Miete ist. Außerdem leiden die meisten Personen unter Nervosität, wenn sie eine Präsentation halten sollen. Lampenfieber ist also nichts, wofür sich der Redner schämen müsste. Absolut tabu sind hingegen negative Selbstgespräche.

Wer Verbündete im Publikum hat, ist außerdem klar im Vorteil. Während dem Vortrag kann es Mut machen, wenn vor allem die freundlichen Gesichter angesprochen werden. Wer lächelt oder mit dem Kopf nickt vermittelt dem Redner ein positives Gefühl und bestätigte ihn in seiner Präsentation. Zusätzliche Sicherheit gibt es außerdem, wenn bekannte Gesichter im Publikum positioniert werden. Dafür bieten sich natürlich besonders diejenigen Plätze an, die der Redner gut einsehen kann.

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Die sogenannte BRAVO-Methode

Dass sich bei Lampenfieber um eine Art Volkskrankheit handelt, der nur wenige entgehen, wurden verschiedenste Methoden zur Bekämpfung entwickelt. Eine der bekanntesten und erfolgreichsten ist die sogenannte“ Bravo-Methode“. Dabei handelt es sich um ein Akronym für:
Bewegung: bereits vor dem Auftrag sollte der Redner damit beginnen, sich zu bewegen. Ein leichtes Auf- und Abgehen reicht dafür schon aus.

Ruhe: nach der Bewegung sollte der Redner versuchen sich in einem ruhigen Zustand zu versetzen. Gezielte Atemübungen können hierbei hilfreich sein.

Affirmation: es sollte sich außerdem gut zugeredet werden. Der Klassiker ist“ Ich schaffe das!“
Visualisierung: auch eine Visualisierung kann hilfreich sein. Beispielsweise kann sich der Applaus des Publikums vorgestellt werden, der nach einem erfolgreichen Vortrag erfolgen wird.
Offensive: jetzt sollte der Redner bereit sein. Er kann nun auf die Bühne treten und sich der Herausforderung stellen.

Lampenfieber: unangenehme Begleiterscheinungen kontrollieren

Wer unter Lampenfieber leidet, der kennt meist auch die unangenehmen Begleiterscheinungen, welche dieses mit sich bringt. Diese lassen sich jedoch relativ leicht in den Griff bekommen. Dadurch lässt sich die Nervosität vor dem Publikum besser verschleiern, was einer selbstbewussten Haltung führt.

Der trockene Mund

In kaum einer anderen Situation wird so viel und so lange am Stück geredet, wie bei einer Präsentation. Durch die Aufregung produziert der Körper allerdings weniger Speichel. Außerdem wird die Atmung erhöht. Das Resultat ist ein unangenehm trockener Mund. Diese Begleiterscheinung kann jedoch ganz einfach eliminiert werden, indem sich der Redner vorab eine kleine Wasserflasche auf sein Pult stellt. Während eines Vortrages einen kleinen Schluck zu sich zu nehmen sollte dann kein Problem sein. Allerdings sollte es dabei immer auch ein stilles Wasser handeln. Denn ist Kohlensäure darin enthalten, birgt das die Gefahr mit sich, dass ein Schluckauf entstehen könnte. Auch das vorherige Kauen von Kaugummi regt den Speichelfluss an. Allerdings sollte dieser unbedingt entnommen werden, bevor die Präsentation startet.

Zittrige Hände

Gegen zittrige Hände hilft es vor allem, diesen etwas zu tun zu geben. Beliebt ist beispielsweise das Halten von Karteikarten oder eines Laserpointers. Besonders bei den Karteikarten ist jedoch darauf zu achten, dass diese nicht zu groß ausfallen. Denn dann wird das Zittern noch zusätzlich verstärkt, was auch aus dem Publikum aus sichtbar ist. Außerdem sollten die Hände auch während eines Vortrages zum Gestikulieren eingesetzt werden.

Starkes Herzklopfen und Schweißausbrüche

Während einer Präsentation steigt der Puls meist merklich an. Dieser kann jedoch durch Atemtechniken, wie er beispielsweise eine langsame Atmung durch die Nase, schnell gesenkt werden.

Bei einer Präsentation sollte darauf geachtet werden, dass die Nervosität meist dazu führt, dass der Redner seine Umgebung als deutlich wärmer wahrnimmt. Synthetische Stoffe, wie beispielsweise Polyester sind deshalb tabu. Es sollte sich besser um eine atmungsaktiv mit Stoff, wie beispielsweise Baumwolle handeln. Außerdem ist es vorteilhaft zu einer Farbe zu greifen, welche den Schweiß besser kaschiert. Am vorteilhaftesten ist hier die Farbe Schwarz.

Die belegte Stimme

Eine belegte Stimme wird dem Publikum besonders schnell auffallen. Auch diese kann jedoch relativ einfach umgangen werden. Eine heiße Tasse Tee oder ein Kaffee vor dem Vortrag wirken besonders gut. Ist beides nicht zur Hand, hilft auch lauwarmes Wasser.

Den Puls kontrollieren

Bereits angesprochen lässt sich der Puls besonders gut durch Atemübungen kontrollieren. Eine solche soll nun folgen.
Als erstes müssen die Hände auf dem Bauch, in die Nähe des Zwerchfells gelegt werden. Nun muss langsam ein- und ausgeatmet werden. Der Brustkorb sollte sich dabei deutlich heben und senken. Danach erfolgt ein langes Einzuatmen durch die Nase. Dieses wird mehrfach durchgeführt und sollte gleichmäßig erfolgen. Jetzt wird die Luft für zehn Sekunden angehalten. Im Anschluss erfolgt ein langsames Ausatmen. Diese Übung sollte einige Male wiederholt werden, wodurch sich der Puls deutlich senken wird.

Das Storytelling: Die Präsentation locker gestalten

Der häufigste Fehler, der bei einer Präsentation jedoch begangen wird ist derjenige, dass die Präsentation zu verkrampft abgehalten wird. Der Redner sollte hingegen versuchen, seine Präsentation so zu gestalten, als würde er den Inhalt vor seinen Freunden wiedergeben. Dabei handelt es sich also um ein ganz normales Gespräch und keine Präsentation. Dadurch wird der Vortrag viel lockerer, was auch für das Publikum angenehmer ist. Bezeichnet wird dieses Vorgehen als “ Storytelling“.


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