Traumnovelle von Arthur Schnitzler – Inhaltsangabe

Bei der Traumnovelle, die von dem österreichischen Schriftsteller Arthur Schnitzler geschrieben wurde und zum ersten Mal 1926 erschienen ist, handelt es sich generell gesagt um eine Prosaerzählung, wobei die Handlung der Erzählung rund um das 20. Jahrhundert anzusiedeln ist. In der Prosa verfolgt der Leser eine zweitägige Geschichte und den Alltag einer Familie, die irgendwie versucht, Eheleben und private Erfüllung unter einen Hut zu bringen. Das Stück ist in sieben verschiedene Kapitel unterteilt. Im Folgenden werde ich Ihnen jedes Kapitel kurz vorstellen.

Kapitel 1

Im ersten Kapitel der Geschichte wird zuerst einmal ein vollkommen intaktes Familienleben dargestellt, in dem Fridolin, Albertines Mann, in seinem Job als Arzt aufgeht. Jedoch kommen seiner Frau allmählich Zweifel bei ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter. Des Weiteren schweift sie immer wieder in ihre Kindheit zurück, da sie es bereut, nicht als Jungfrau in die Ehe gegangen zu sein und so die Regeln der Familie gebrochen hat. Bei einem Ausflug nach Dänemark gehen sowohl Fridolin, als auch Albertine fremd und gestehen sich dies auch, wobei das Gespräch von einem Notfall unterbrochen wird und Fridolin, wegen seines Berufes, schnell los muss.

Kapitel 2

Trotz des schnellen Aufbruchs von Fridolin, konnte der Verletzte, der Wiener Hofrat, nicht mehr gerettet werden und starb an den Folgen seines Herzinfarkts. Daraufhin spricht die Tochter des Hofrats mit Fridolin und erklärt ihm, dass sie nun ihrem Verlobten folgen werde. Allerdings wird später deutlich, dass sie ihm gar nicht folgen möchte, da sie von Anfang an in Fridolin verliebt ist.

Kapitel 3

Aufgrund der zahlreichen schlimmen Ereignisse im Leben von Fridolin, wirkt er ein bisschen verwirrt. Nachts geht er durch die Wiener Stadt und trifft eine Prostituierte namens Mizzi, mit der er dann auf das Zimmer von ihr geht. Allerdings möchte er sie nicht für einen Geschlechtsverkehr bezahlen, sondern nur eine Person als Gesprächspartner bezahlen, damit er sein Herz ausschütten kann. Die Prostituierte lehnt dies jedoch ab und Fridolin verabschiedet sich schon nach kurzer Zeit wieder von ihr.

Kapitel 4

Nach dem missglückten Versuch mit der Prostituierten irrt der Arzt weiter durch die Stadt, ehe er in einem Kaffeehaus einkehrt. Im Kaffeehaus ist es selbst zu dieser Uhrzeit noch relativ voll, sodass er Nachtigall, einen ehemaligen Kommilitonen, kennenlernt und sich mit ihm unterhält. Während der Unterhaltung erfährt er, dass sich Nachtigall als Musiker über Wasser hält. Des Weiteren berichtet er von einigen Festen und Bällen in Wien und der Umgebung.

Diese kennt er, da er dort immer mit seiner Geige und verbundenen Augen auftritt und möchte, dass Fridolin auch einmal zu einem Ball mitkommt. Als er sich nach langer Bedenkzeit entschieden hat, mitzukommen, benötigt er noch eine Verkleidung, die er beim Kostümverleiher Gibiser kauft. Nachdem er sich ein Mönchskostüm gekauft hat, fährt er gemeinsam mit Nachtigall zu dem mysteriösen Ball, bei dem er, trotz seiner Verkleidung, sofort auffällt und angesprochen wird. Von einer verkleideten Nonne wird ihm geraten, den Ball umgehend zu verlassen, allerdings hört Fridolin nicht auf diesen Rat und entschließt sich, zu bleiben. Nach einigen erotischen Tänzen zu Beginn, kommt Fridolin erneut mit der Nonne ins Gespräch und möchte sie demaskieren. Dies fällt allerdings auf, sodass bemerkt wird, dass er ein Fremder ist. Er wird des Saales verwiesen und soll Stillschweigen über die Geschehnisse bewahren.

Kapitel 5

Als er nach Hause kam, wurde es beinahe schon wieder hell. Er versteckte schnell sein Kostüm, ging ins Bett und tat so, als sei nichts geschehen. Aufgrund der Tatsache, dass seine Frau wohl einen Albtraum hatte, weckte er sie und wollte wissen, was sie denn geträumt hat. Sie erzählte ihm eine grausame Geschichte, wobei Fridolin am Ende gekreuzigt werden sollte und Albertine nur darüber lachte. Diese Geschichte hat ihn so verstört, dass er die reale Welt mit der Traumwelt gleichsetzte und zu der Erkenntnis kam, dass die Ehe keinen Sinn mehr macht. Von den Geschehnissen auf dem Ball erzählte er seiner Frau an diesem Tag noch nichts.

Kapitel 6

Am Morgen will Fridolin dann auf die Suche nach seinem „Date“ auf dem Ball gehen. Die Suche scheitert allerdings nach kurzer Zeit, da er sowohl Nachtigall, als auch die Tochter des Kostümverleihers, nicht finden kann. Er beschließt, in seinen normalen Alltag als Arzt zurückzukehren. Später geht er dann auch noch einmal auf die Suche nach dem Saal der Feier, doch dort erhält er nur die Mitteilung, er solle seine Suche beenden. Um sich an seiner Frau zu rächen, besucht er dann noch einmal alle Frauen, mit denen er in letzter Zeit Kontakt hatte.

Kapitel 7

Die Suche nach Rache hält jedoch nicht besonders lange an, da er seiner Frau in Kapitel 7 alle Geschehnisse beichten möchte. Als er nach Hause kommt, bemerkt er die Maske seines Kostüms auf dem Bett, die dort von Albertine absichtlich hingelegt worden ist. Ab diesem Zeitpunkt beginnt er, seine Taten wirklich zu bereuen und fängt an, zu weinen. Dies bemerkt seine Frau und vergibt ihm. Schlussendlich stellen beide fest, dass das Drama vorbei ist und sie in der kurzen Zeit viel gelernt haben, besonders in Bezug auf ihre Ehe.

Diese Prosa von Schnitzler hat das Ziel, die familiären Werte im 20. Jahrhundert infrage zu stellen. Vor allem prangert er die strikten Regeln an, die Politik und Gesellschaft der Ehe schon lange vor der Heirat anlegen. Es soll deutlich werden, dass die Traumwelt ein hohes Maß an Wahrheit enthält und den Weg zur Ansprache von unausgesprochenen Bedürfnissen ebnet.

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