Umsatzsteuer im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Bei der Umsatzsteuer (USt), beziehungsweise der Mehrwertsteuer (MwSt), handelt es sich in Deutschland um eine sogenannte Endverbrauchersteuer. Das bedeutet, dass der Endverbraucher, der eine Ware (Kleidung, Möbel, etc.) kauft oder eine Dienstleistung (Haarschnitt) in Anspruch nimmt, die Umsatzsteuer tragen muss.

Dagegen ist die Umsatzsteuer in Unternehmen in den meisten Fällen nur ein durchlaufender Posten.

Beispiel: Berechnung der Umsatzsteuer

Ein Felgenhändler erwirbt bei seinem Lieferanten einen eine Felge für 100€ netto (mit 19% USt = 190 brutto). Der Felgenhändler verkauft den Satz Felgen für 200€ netto mit der Umsatzsteuer von 19% für 238€ brutto an einen privaten Kunden. Dadurch, dass der Felgenhändler einen Raum für seinen Laden hat und andere Kosten zu decken hat, verschafft er sich durch den Verkauf einen Mehrwert von 100€. Dieser wird dann erst versteuert.

In der GuV werden nur die Nettobeträge gebucht. Sprich die 100€ unter Wareneinsatz und die 200€ unter Umsatzerlöse. Die Umsatzsteuer von 38€, die vom Kunden geleistet wurde, gibt der Felgenhändler an das Finanzamt weiter. Die 19€, die er seinem Lieferanten gezahlt hat, kann er vom Finanzamt zurückholen, da es sich um eine Vorsteuer handelt (Vorsteuerabzug § 15 UStG).

Am Ende wird der Saldo (19€) an das Finanzamt abgeführt als USt- Zahllast. Die Belastung durch die Umsatzsteuer trägt nur der Endverbraucher mit den 38€ beim Kauf der Felge.

Zusätzlich von dem normalen 19%-igen Umsatzsteuersatz (§ 12 Abs. 1 UStG), gibt es noch einen ermäßigten Steuersatz. Dieser hat eine Höhe von 7% und gilt beispielsweise für Lebensmittel und Bücher (§ 12 Abs. 2UStG) oder für steuerbefreite Dienstleistungen, wie Arztleistungen (§ 4 UStG).

Umsatzsteuervoranmeldungen werden von Unternehmen abgegeben, um die Umsatzsteuerzahllast unter den sonstigen Verbindlichkeiten zu passivieren. Kommt es zum Vorsteuerüberhang (Vorsteuer ist höher angesetzt worden als die Umsatzsteuer), wird dieser Erstattungsanspruch als Forderung gegenüber dem Finanzamt unter sonstigen Vermögensgegenständen notiert.

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Autor(in) des Artikels:

mm

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.

Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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