Umsatzsteuer Option im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Einige Unternehmer (dazu zählen Kleinunternehmer § 19 UStG) und einige Umsätze (wie die Vermietung von Immobilien § 4 Nr. 12a UStG) müssen keine Umsatzsteuer zahlen.

Meistens ist das von Vorteil für die Unternehmer, da sie ihre Waren und Dienstleistungen günstiger anbieten können. Der Nachteil liegt jedoch darin, dass diese Unternehmer wiederum auch nicht dazu befähigt sind, die Vorsteuer zu ziehen.

Deshalb gibt es die Möglichkeit für die Unternehmer zur Umsatzsteuer zur optieren. Das bedeutet, dass sie dann die Umsatzsteuer freiwillig leisten (§9 UStG).

Beispiel Umsatzsteueroption Vermietung

Karl Kaufmann ist in Besitz einer Immobilie. Bei der Immobilie handelt es sich um ein Bürogebäude, welches er an Firmen vermietet, die den Vorsteuerabzug ziehen können. Laut § 4 Nr. 12a UStG ist die Vermietung des Bürogebäudes umsatzsteuerfrei. Herr Kaufmann würde in diesem Fall Mietrechnungen ohne Umsatzsteuer ausstellen.

Alle Rechnungen, die Herr Kaufmann erhält, wie beispielsweise für Malerarbeiten, Hausmeisterdienstleistungen, etc., enthalten die Umsatzsteuer. Da er von der Umsatzsteuer befreit ist, muss er die Rechnungen mit Umsatzsteuer begleichen ohne die Vorsteuer ziehen zu können. Nun kann Herr Kaufmann zur Umsatzsteuer optieren (§ 9 UStG). Dann ändern sich folgende zwei Dinge für ihn:

Zum einen muss er seine Mietrechnungen, an die Mieter seines Bürogebäudes, mit Umsatzsteuer schreiben. Statt einer Miete von 1.000€ netto, steigt die Miete auf 1.190€ brutto an. Seinen Mietern wäre es in diesem Falle egal, denn sie sind vorsteuerabzugsberechtigt, das heißt, dass sie am Ende den gleichen Betrag zahlen müssen, wie vor der Optierung. Anders wäre es jedoch wenn Herr Kaufmanns Mieter private Personen wären, die müssten den kompletten Bruttobetrag leisten. Für sie wäre der Mietpreis angestiegen (um19%).

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Die zweite Änderung wäre für Herrn Kaufmann, dass er nun die Vorsteuer seiner erhaltenen Rechnungen (die das Gebäude betreffen), ziehen kann. Sprich, für ihn bedeutet es, dass sich seine Kosten reduzieren und er dadurch höhere Einkünfte erzielt.

Diese Umsatzsteueroption gilt nur für die oben genannten Umsätze, die steuerfrei sind (§ 9 Abs. 1 UStG). Zum anderen gilt sie nur, wenn die Mieter berechtigt sind, die Vorsteuer zu tätigen (§ 9 Abs. 2 UStG). Dazu gehören beispielsweise keine Banken oder Ärzte (§4 Nr. 14a bzw. §4 Nr.8 UStG).

Ein Kleinunternehmer kann nach §19 Abs. 2 UStG auch eine entsprechende Optierung für sein Kleinunternehmen vornehmen.

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