Unternehmensergebnis & Betriebsergebnis – was ist der Unterschied?

Unternehmensergebnis & Betriebsergebnis

Unternehmensergebnis und Betriebsergebnis klingen so, als würden sie dasselbe bezeichnen. Das liegt daran, dass wir die Worte Betrieb und Unternehmen im Alltag oft synonym verwenden. Die Berechnung des jeweiligen Ergebnisses ist auch scheinbar ähnlich: Von allen Einnahmen während eines Geschäftsjahres werden alle Kosten und Ausgaben abgezogen. Die Differenz ist das jeweilige Ergebnis – positiv bei Gewinn, negativ bei Verlust.

Der Unterschied zwischen Unternehmens- und Betriebsergebnis liegt jedoch darin, was man jeweils zu den Einnahmen und Ausgaben zählt.

Das Betriebsergebnis: Ergebnis des Kerngeschäfts

Beim Betriebsergebnis, welches aus der Finanzbuchhaltung kommt, betrachtet man dabei speziell nur den Teil, der dem eigentlichen Geschäftszweck zuzuordnen ist. Man spricht auch vom operativen Ergebnis. Zu betrachten sind hierbei die Leistungen, welche alle Zugänge/Einnahmen aus dem operativen Geschäft umfassen; hauptsächlich also die Verkaufsumsätze der hergestellten Produkte oder durchgeführten Dienstleistungen.

Davon abzuziehen sind die Kosten, die der Bereitstellung dieser Produkte und Dienstleistungen zuzuordnen sind. Darunter fallen klassisch Kosten für Rohstoffe, Löhne, Transporte, Energie, Entsorgung von Produktionsabfällen, aber auch Vertriebskosten, Patentkosten, oder Marketingkosten. Leistungen minus Kosten ergibt dann das Betriebsergebnis.

Das Unternehmensergebnis: Ergebnis aller Geschäfte

Beim Unternehmensergebnis, welches aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens kommt, betrachtet man im Gegensatz dazu alle Einnahmen und Ausgaben, die im Geschäftsjahr erfolgten; also auch jene, die nicht mit dem eigentlichen Geschäftszweck zusammenhängen. Zur Unterscheidung spricht man hier vom Ertrag, also der Summe aller Einnahmen aus dem operativen Geschäft (den Leistungen) und aus dem nicht-operativen Geschäft.

Zu letzterem gehören Einnahmen, die nicht mit dem Geschäftszweck zusammenhängen, aber dennoch erfolgt sind. Beispielsweise kann eine Firma, die Bodenfliesen herstellt, ein zeitweise leerstehendes Lager an eine andere Firma vermieten und damit weitere Einnahmen erzielen. Diese Firma hat jedoch nicht den Geschäftszweck der Vermietung von Lagerhäusern und tut dies auch nicht regelmäßig. Damit gehören diese Einnahmen auch nicht zum Betriebsergebnis, wohl aber zum Unternehmensergebnis.

Von den Erträgen sind dann die Aufwendungen abzuziehen, analog also alle Ausgaben des Unternehmens sowohl im operativen Geschäft (die Kosten) als auch die nicht-operativen. Darunter könnte zum Beispiel ein Verlust aus dem (ja nicht regelmäßig erfolgenden) Verkauf einer Produktionsmaschine zu einem Erlös unterhalb ihres Buchwertes gehören.
Ertrag minus Aufwendungen ergibt dann entsprechend das Unternehmensergebnis.

Die Differenz zwischen Unternehmens- und Betriebsergebnis nennt man auch das neutrale Ergebnis. Es beziffert damit das Ergebnis, welches rein aus Tätigkeiten erzielt wurde, welche nicht mit dem eigentlichen Geschäftszweck zusammenhängen.

Warum der Unterschied?

Ein Ziel dieser Unterscheidung ist das kalkulatorische Ausklammern von Werten, die für das Betriebsgeschehen und damit für die Preisbildung nicht relevant sind. In unserem Beispiel würde der Hersteller von Bodenfliesen den Erlös aus der Lagervermietung nicht in die Produktkostenkalkulation mit einbeziehen und als Preisnachlass an die Kunden weitergeben. Es handelt sich ja nur um einen einmaligen Effekt, der mit der Herstellung des Produktes nichts zu tun hat.

Für die Bewertung von Unternehmen ist dieser Unterschied ebenfalls relevant. Es kann sein, dass das Unternehmensergebnis durch ungewöhnliche Tätigkeiten, Einmaleffekte und ähnliche nicht regelmäßige Vorgänge quasi verzerrt wird. Während das Unternehmensergebnis also für den aktuellen finanziellen Status des Unternehmens indikativ ist, sagt es nicht zwingend etwas darüber aus, wie es um das “Kerngeschäft” des Unternehmens bestellt ist, welches für den langfristigen Erfolg des Unternehmens entscheidend ist.

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