Unternehmergesellschaft (UG) in BWL leicht erklärt + Beispiel

Was verstand man unter einer Unternehmergesellschaft?

Eine sogenannte Unternehmergesellschaft (Kurzform: UG) ist eine besondere Form der GmbH. Diese besondere Unternehmensform UG wurde im Jahre 2008 in § 5 a GmbHG gesetzlich beschlossen sowie konnte fortan gegründet werden. Die UG gilt wie die GmbH als eine sogenannte juristische Person bzw. als eine KapGes mit einer Beschränkung der Haftung. Die Regelungen des UG werden im GmbHG festgehalten. Daneben sind auch noch die Gesetze hinsichtlich der GmbH gültig. Dies ist vor allem hinsichtlich der Vertretung der UG durch den / die Geschäftsführer, Eintrag der UG in das sogenannte Handelsregister usw.).

Die wichtigste Abweichung zur GmbH ist, dass hier kein Mindeststammkapital in Höhe von 25.000,00 Euro notwendig ist. Der Mindestbetrag hinsichtlich des Stammkapitals beträgt 1,00 Euro (siehe bitte auch § 5 a Absatz 1 in Verbindung mit § 5 Absatz 2 GmbHG). Bei der UG gilt es auch, dass der sogenannte Nennbetrag des jeweiligen Geschäftsanteils auf volle Euros aufgerundet werden muss. Wenn die UG allerdings nur über ein sehr geringes Stammkapital verfügt, dann besteht eine besonders große Gefahr, dass es zu einer Überschuldung kommt. Sacheinlagen werden gemäß § 5 a Absatz 2 Satz 2 GmbHG direkt ausgeschlossen.

Die UG ist jedoch dazu verpflichtet, eine gesetzliche Rücklage zu bilden (siehe bitte § 5a Absatz 3 GmbHG). Es müssen jährlich 25 % des Jahrüberschusses, welcher um den sogenannten Verlustvortrag des Vorjahres vermindert wurde, eingestellt werden. Siehe hierzu bitte auch das Exempel zu Gewinnrücklagen. Auf diese Weise wird beispielsweise ein erst sehr schwaches Eigenkapital über all die Jahre vergrößert.

Die Kosten der Gründung für eine UG sind niedriger als die Kosten für die Gründung einer GmbH. Es kann bei der Gründung einer UG nämlich ein sogenanntes Musterprotokoll verwendet werden.

Das Unternehmen muss auch noch über den Zusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ bzw. „UG (haftungsbeschränkt) verfügen (siehe hierzu bitte auch § 5 a Absatz 1 GmbHG).

Mögliche weitere Namen sin: 1-Euro GmbH, UG-Gesellschaft oder Mini-GmbH.

UG Bilanzierungspflicht

Da die UG ein Kaufmann kraft Rechtsform ist, besteht dieserhalb auch eine Pflicht zur Buchführung (siehe bitte auch § 13 Absatz 3 GmbHG). Da die UG in den meisten Fällen kleiner ist, gelten für sie normalerweise auch die Rechnungslegungserleichterungen für kleinere KapGes. bzw. Kleinstkapitalgesellschaften (siehe bitte auch Größenklassen).

Steuern der UG

Die UG muss als KapGes. bzw. eine Sonderform der GmbH sowohl die Gewerbesteuer als auch die Körperschaftssteuer (zuzüglich dem zu zahlenden Solidaritätszuschlag) abführen. Daneben muss man mit einer Steuerbelastung von ca. 30 % auf Unternehmensebene rechnen. Die Höhe ist von dem sogenannten Gewerbesteuerhebesatz der Gemeinde abhängig. Auszahlungen der UG unterliegen der sogenannten Abgeltungssteuer.

UG & Co. KG

Genau wie bei einer normalen GmbH, diese die Komplementärin einer GmbH & Co. KG ist, kann auch die UG die Komplementärin einer UG & Co. KG sein. Dies bedeutet, sie wird zu einer KG, bei der die vollhaftende Komplementärin die UG ist. Auf diese Weise wird das Ergebnis hinsichtlich der Haftungsbeschränkung erreicht.

 

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