Verbraucherinsolvenz in VWL leicht erklärt + Beispiel

Definition

Mit einer Verbraucherinsolvenz signalisiert eine Privatperson, dass sie nicht mehr im Stande ist ihre Zahlungsverpflichtungen zu tragen. Diese Schulden entstehen zumeist aus diversen Verträgen, nicht bezahlten Rechnungen und Krediten, die nicht mehr bedient werden können. Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Verfahren ist der Verbraucher wieder schuldenfrei.

Voraussetzungen für eine Verbraucherinsolvenz?

Diese Form der Insolvenz kann nur durch eine Privatperson durchgeführt werden. Wenn Schulden nicht mehr beglichen werden können und die Gläubiger auf Mahnverfahren zurückgreifen, dann ist eine Voraussetzung für die Verbraucherinsolvenz gegeben. Hierbei ist es möglich, dass auch Pfändungen oder Lohnpfändungen nicht mehr möglich sind und daher die Gläubiger kein Geld mehr erhalten.

Wie erfolgt eine Verbraucherinsolvenz?

Nach der Einhaltung der Schritte der Verbraucherinsolvenz ist eine Privatperson wieder schuldenfrei. Dabei muss sich der Schuldner an feste Regeln und Vorgehen halten, die gesetzlich geregelt sind.

1. Es wird der Versuch unternommen, dass eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern erfolgen kann.
2. Erst dann, wenn dieser Versuch fehlgeschlagen ist, kann die Insolvenz beim Insolvenzgericht beantragt werden.
3. In dessen Folge wird eine erneute Einigung unter gerichtlicher Betreuung versucht.
4. Nun kann das Insolvenzverfahren beginnen. Hierzu müssen alle Schulden und Einkommensverhältnisse des Schuldners offengelegt werden. Ist Vermögen vorhanden, dann wird dieses genutzt, um die Gläubiger zu bedienen.
5. Es besteht die Möglichkeit eines Planverfahrens, dass die finanziellen Grundlagen des Schuldners wieder geordnet werden.
6. Sollte dies nicht möglich sein, dann startet die Wohlverhaltensphase in der der Schuldner in bis zu sechs Jahren alle Jobs annehmen muss, die ihm als zumutbar zuzurechnen sind. Ist das Einkommen pfändbar müssen diese Anteile auf die Gläubiger aufgeteilt werden. In dieser Zeit dürfen keine neuen Schulden mehr gemacht werden. Auch der Abschluss eines Handyvertrags ist nicht gestattet. Alle Einkommen und Veränderungen müssen jederzeit gemeldet werden. Im Falle einer Erbschaft sind 50% des Gesamtwertes in die Insolvenz zu investieren.
7. Ist diese Phase erfolgreich absolviert wurden, dann gilt der Schuldner als schulden frei.

Überblick

Kann eine Privatperson Schulden nicht mehr begleichen, dann ist eine Verbrauchinsolvenz angezeigt. Diese kann bis zu sechs Jahren dauern, ist gesetzlich geregelt und endet mit einer Schuldenfreiheit der Privatperson.

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