Verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) leicht erklärt + Beispiel

Verdeckte Gewinnausschüttungen können nach § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG das Einkommen einer Kapitalgesellschaft nicht senken. Gut zu wissen: Normalerweise ist das Geschäftsführergehalt eine betrieblich veranlasste Aufwendung. Diese mindern den Gewinn der Kapitalgesellschaft, da sie zu den Betriebsausgaben zählen. Jedoch ist ein Gesellschafter mit 100% der Anteile der GmbH dazu im Stande, sein eigenes Gehalt so hoch anzusetzen, dass der Gewinn durch die Betriebsausgaben auf Null gesetzt wird. Dann wäre der Gesellschafter zwar in der Pflicht die Einkommenssteuer auf sein Gehalt zu bezahlen (§ 2 Abs. 1 Nr. 4 EStG), jedoch wäre die GmbH dann von der Körperschaftssteuer und der Gewerbesteuer befreit.

Es wird von einer verdeckten Gewinnausschüttung gesprochen, wenn dem beherrschenden Gesellschafter auferlegte Vereinbarungen durch einen Fremdvergleich nicht standhalten können.

Beispiel verdeckte Gewinnausschüttung

Angenommen, ein angemessenes für diese GmbH läge bei 100.000€ und der Geschäftsführer würde sich ein überhöhtes Gehalt von 400.000€ ausbezahlt, so würde das Finanzamt lediglich die 100.000€ als gewinnmindernde Betriebsausgabe anerkennen. Die anderen 300.000€ wären eine verdecke Gewinnausschüttung. Somit erhöht sich der Gewinn der GmbH außerbilanziell um 300.000€, 100.000€ sind Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und die 300.000€ sind dann Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 2 Abs.1 Nr.5 und § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG).

Wenn es daneben noch Umsätze in Höhe von 500.000€ gab, dann lieht ein handelsrechtlicher Jahresüberschuss von 100.000€ vor. Denn 500.000€ (Umsätze) – 400.000€ (Gehalt) = 100.000€ (ebenfalls der Gewinn in der Steuerbilanz). Außerbilanziell werden jedoch 300.000€ als verdeckte Gewinnausschüttung dazugerechnet, sodass die Gesellschaft ein zu versteuerndes Einkommen von 400.000€ hat.

Man spricht auch von verdeckten Gewinnausschüttungen, wenn überhöhte Mieten gefordert werden (vom Gesellschafter bereitgestellte Immobilien) oder viel zu hohe Zinsen für Gesellschafterdarlehen gefordert werden. Dabei wird der Vorteil durch ein Gesellschaftsverhältnis hergestellt. Einer fremden, dritten Person, wären andere Konditionen gewährleistet gewesen.

Die verdeckten Gewinnausschüttungen decken Betriebsprüfer erst Jahre später bei einer Prüfung des Betriebs auf. Dann werden die Änderungen auch in den Steuerbescheiden berücksichtigt.

Kriterien verdeckte Gewinnausschüttungen

Es liegt keine gesetzliche Definition für verdeckte Gewinnausschüttungen vor. Es wurden lediglich vier Kriterien festgelegt, die erfüllt werden müssen (R 36 KStR). Der in Klammern stehende Betrag gilt dem oben genannten Beispiel. Die Kriterien lauten:

…eine Minderung des Vermögens (-300.000€) oder die Verhinderung der Vermögensvermehrung innerhalb der Gesellschaft

…diese tritt durch das Gesellschaftsverhältnis ein (der beherrschende Gesellschafter übt seine Macht aus, indem er sich ein überhöhtes Gehalt auszahlen lässt. Ein anderer Geschäftsführer würde an gleicher Stelle ein geringeres Gehalt bekommen)

…dies wirkt sich dann auf den Unterschiedsbetrag aus (§ 4 Abs. 1 Satz 1 EStG), denn der Gewinn wird geändert, er wird um 300.000€ gemindert

…und entspricht nicht den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften des Gewinnverteilungsbeschlusses. Hier liegt keine offene jährliche Gewinnausschüttung vor, wie sie in der Regel vorgenommen wird.

Nach R 36 (2) KStR wird auch dann von einer Veranlassung durch das Geschäftsverhältnis bei einem beherrschenden Gesellschafter gesprochen, wenn

….die Höhe des Gehalts des Gesellschafters nicht im Voraus vertragsrechtlich geregelt ist (beispielhaft, wenn es keine Tantiemenvereinbarung gibt)

…sich nicht an klare Vereinbarungen gehalten wird (beispielsweise, wenn vertraglich geregeltes Geschäftsführergehalt nicht in kontinuierlichen Abständen gezahlt wird)

Es werden zudem Vereinbarungen miteinbezogen, die der beherrschende Gesellschafter mit nahestehenden Personen trifft. (zum Beispiel, wenn den Kindern für das von ihnen gegebene Darlehen, überhöhte Zinsen gezahlt werden)

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