Verlaufsprotokoll schreiben – Beispiel & Aufbau

Die umfangreichste Art des Protokolls ist das Verlaufsprotokoll. Hier werden Versammlungen, Sitzungen und Unterrichtsstunden so genau wie nur möglich in chronologischer Reihenfolge festgehalten. Beiträge werden stichpunktartig zusammengefasst und Redner namentlich genannt, wichtige Vorschläge und Einwände sowie Anmerkungen können auch in direkter oder indirekter Rede angegeben werden. Durch seine Genauigkeit ermöglicht diese Form des Protokolls einen genauen Überblick über den Ablauf der Veranstaltung, selbst, wenn interessierte Personen gar nicht anwesend waren. Verfasst wird das Protokoll in Protokollform, die Zeitform ist stets das Präsens.

Beispiel

Protokoll über die Jahresabschlussversammlung der Klassen- und Schülersprecherkonferenz vom … (Datum)
Ort: Mehrzweckraum der Maria-Theresia-Gesamtschule Zwickau
Zeit: 13:50 Uhr
TeilnehmerInnen:
Andreas C. (5a), Barbara R. (5b), Christina G. (6a), Sandra S. (6b), Tobias K. (7a), Sebastian B. (7b), Katja K. (7c), Jörg T. (8a), Lena W. (8b), Stephan W. (8c), Dieter E. (9a), Kevin N. (9b), Andrea Ü. (9c), Kathrin K. (10b), Stefanie K. (10c), Herr Baumgarten
Entschuldigt fehlen: Mike B. (6c), Ralf B. (10a)
Konferenzleiter: Ulrich P.
Protokollant: Thomas G.

Tagesordnung:

1. Ist Mobbing ein Problem an unserer Schule? Bericht und Lösungsansätze
2. Lernen lernen – Ein Projekt der Schulleitung
3. Betrachtung des diesjährigen Sommerfestes – Erfolge und eventuell aufgetretene Probleme
4. Sonstiges – weitere Probleme, Anmerkungen, Beschwerden
5. Organisatorisches

Verlauf:

1. Ist Mobbing ein Problem an unserer Schule?

Lena und Tobias, beide Teil des Arbeitskreises Streitschlichter, erzählen von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen aus Gesprächen mit Schülern und Schulpsychologin Frau Maier. Sie beide merken an, dass Mobbing zwar keine Seltenheit, allerdings mit ein wenig Hilfe von außen gut einzudämmen ist. Lena nennt das Beispiel eines Siebtklässlers, der unsere Schule erst seit einigen Monaten besucht: „Von Anfang an wurde er wegen seiner Kleidung beleidigt. Das zog sich dann schnell wie ein roter Faden durch den Schulalltag.“ Tobias ergänzt: „Mit Hilfe unserer Schulpsychologin haben wir dann ein Seminar für die Klasse des Jungen veranstaltet. Seitdem scheint es zu klappen.“ Beide sprechen sich für eine Unterstützung solcher Seminare aus und erkundigen sich nach Vorschlägen.

Jörg: Klassensprecher sollten die Möglichkeit, ein solches Seminar zu besuchen, in ihren Klassen ansprechen.
Stephan: Aushängen von Flyern, um darauf aufmerksam zu machen.
Katja: Unterstützung und Schulung der Streitschlichter, um besser mit solchen Situationen umgehen zu können.

Beschluss:

– Unterstützung der Streitschlichter durch Flyeraktion, benötigte Geldmittel können der Kasse der Schülersprecher entnommen und zweckgebunden eingesetzt werden. Keine Gegenstimmen oder Enthaltungen.

2. Lernen lernen

Andrea stellt das Projekt „Lernen lernen“, welches für unsere Fünftklässler seit diesem Jahr fester Bestandteil eines freiwilligen Seminars ist, vor. Andrea, die als freiwillige Tutorin zusammen mit einigen anderen Schülern ab der neunten Klasse und den Klassenlehrern der betroffenen Klassen die am Nachmittag stattfindenden Stunden betreut, stellt dabei fest, dass die Schüler dadurch einen im Vergleich zum letztjährigen Jahrgang deutlich besseren Schulstart zu haben scheinen. Die Notenschnitte und Lernerfolge sind seit dem ersten Termin erheblich gestiegen. Andrea bittet vor allem die anwesenden Schüler der fünften Klasse um die Meinungen ihrer Klassen zum Projekt:

Pro

Barbara: Guter Umgang mit den neuen Bedingungen durch die spielerische Einführung in das aktive und regelmäßige Lernen.

Contra

Barbara: Fehlende Freizeit, falls man den Unterricht besuchen will.
Andreas: Dadurch besucht nicht jeder die Seminarstunden.

Vorschläge zur Verbesserung:

Andrea: „Vielleicht könnten die Inhalte der Stunden in den Unterricht eingebunden, beziehungsweise stattdessen vermittelt werden.“
– Hr. Baumgarten verspricht, sich um eine Lösung zu kümmern.

Beschluss:

Lösungsansätze werden bis zum nächsten Treffen umgesetzt und dann dort vorgestellt. Abstimmungsergebnis: 13 Stimmen dafür, 4 Enthaltungen.

3. Betrachtung des diesjährigen Sommerfestes

Stefanie stellt eine Übersicht der Einnahmen vor, schlussendlich beträgt der Gesamtgewinn der Veranstaltung 273,42€, welche zeitnah an UNICEF gespendet werden. Es traten aufgrund der Unterstützung durch Elternbeirat und Schulleitung keinerlei Probleme auf. Im Anschluss stellt sie das Thema für das kommende Jahr vor, „Summerblues – Sonnige Aussichten mit nachdenklicher Musik“.

Ergebnis:

Thema und vorläufige Konzeption für das kommende Sommerfest mit 11 Stimmen, 4 Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen.
– Terminvorschläge der beteiligten Arbeitskreise müssen erst gesammelt werden, Weiteres im nächstem Schuljahr.

4. Sonstiges

Kevin: Kollektivstrafen sind höchst unfair gegenüber dem Großteil der Klasse.
Lena: Toiletten oft stark beschädigt und verschmutzt.
Stephan: „Manchmal sind Schulaufgabentermine so gelegt, dass gleich mehrere Tests in einer Woche stattfinden!“

Ulrich empfiehlt, die Tagesordnung der Versammlung des nächsten Schuljahres wie folgt zu ergänzen:

  • – Unterbinden von kollektiver Bestrafung
  • – Toilettensauberkeit und -wartung
  • – Schulaufgabenplanung

Der Vorschlag wird mit drei Gegenstimmen angenommen. Keine Enthaltungen.

5. Organisatorisches

  • – Termin für nächste Konferenz: 24. September … (Datum)
  • – Leiter der nächsten Konferenz: Kathrin (da die Klassensprecher neu gewählt werden, musste ein Schulsprecher übernehmen)

Unterschrift: Thomas G.

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