Verschwörung 2.0: Itanimulli = NSA? Illuminati rückwärts führt auf NSA Webseite

Das World Wide Web dient häufig als idealer Spielplatz von Verschwörungstheoretikern und stellt somit den idealen Nährboden als Basis für sämtliche derer – mehr oder weniger – absurde Ideologien, zur Verfügung. Erfundene oder „bisher ungeklärte“ Weltgeheimnisse werden schnell verbreitet oder eben neu in die Welt gesetzt. Insbesonders hoch im Kurs stehen nach wie vor die schleierhaften „Illuminaten“. Sie sind immer wieder großes Thema, vor allem was diverseste, unbelegte Weltverschwörungstheorien betrifft, da sie immerhin eine Art Geheimgesellschaft darstellen sollen, die die gesamte Gesellschaft seit etlichen Jahrhunderten, unentdeckt aber vollkommen, kontrollieren soll.

Nahezu ein jeder kennt wohl das mysteriöse Auge auf der Pyramide, wie es auf dem Dollar-Schein abgebildet ist, oder hat es zumindest schon einmal irgendwo gesehen. In Deutschland sind es beispielsweise bekannte Sendungen, wie „Welt der Wunder“ oder „Galileo“, die dank semi-professionellen Wissenschaftlern ständig neue, unglaubliche Verschwörungen aufbringen um diese kurz darauf wieder zu widerlegen. Aber nicht nur hier, sondern auch in sozialen Netzwerken, wie beispielsweise Facebook, kursieren schnell die faszinierendsten Geschichten um die Illuminaten umher. So zum Beipsiel heißt es aktuell, dass eine geheime Verbindung der allseits gefragten Illuminaten mit der NSA bestätigt sein soll.

Ist also das Geheimnis der Illuminaten gelüftet? Steckt die NSA tatsächlich dahinter?

Wenn man im Browser als URL-Adresse das Wort „Illuminati“ rückwärts eingibt, also „itanimulli.com“, wird man tatsächlich zunächst Erstaunliches sehen. Aber immer halblang. Das Ergebnis ist seltsamerweise tatsächlich die offizielle Webseite der NSA. Doch ist die Weiterleitung auf diese Website wohl wahrhaftig ein Beweis dafür, dass die Geheimorganisation, welche seit einigen Monaten durch das Abhören von Telefonaten, das Mitlesen von Nachrichten und anderer Bespitzelung weltweit für Schlagzeiten sorgt, mit den Illuminaten gemeinsame Sache macht?!

Zunächst könnte man das, vor allem mit ein wenig Fantasie, durchaus glauben. Allerdings kommt Licht ins Dunkel, wenn man anfängt, die ganze Sache realistisch zu hinterfragen und zu recherchieren. Denn es dürfte nicht allzu lange dauern um folgende Fakten herauszufinden: Ein US-Amerikaner, und gleichzeitiger Hobby-Computer-Nerd, namens John Fenley, hat sich einen durchaus gelungenen Spaß mit den Usern des World Wide Webs erlaubt. Er hat sich nämlich absichtlich besagte URL „tanimulli.com“ registrieren und diese auf die NSA-Website weiterleiten lassen, sodass jährlich immer wieder und wieder eine Vielzahl von Verschwörungstheorie-Fans schockiert sind(s. WhoIs-Eintrag). Über die Jahre hinweg stolpern eben stets einige Begeisterte über diese interessante „Erkenntnis“, verbreiten erneut die vermeintliche Verbindung der Illuminati und der NSA und reißen andere gleich mit in ihren Bann, und somit auf die schlichtweg falsche Fährte.

Die „Neuauflage“, der eigentlich schwachsinnigen Illuminaten-NSA-Story, etablierte sich, wie bereits erwähnt, zuletzt in Facebook. Genauer gesagt, war der Ausgangspunkt die Just-for-Fun-Seite „Faktastisch“, welche tagtäglich ihre zahlreichen Follower mit teils völlig sinnlosen, manchmal aber auch sinnvollen, oftmals lustigen oder zumindest stets unterhaltsamen Fakten in Bildformat aus aller Welt beglückt. Diese Seite hat ihren Mitverfolgern nämlich ein neues Bild präsentiert, auf welchem der „Fakt“ exakt auf diese URL-NSA-Verbindung hinweist. Das gepostete Bild zeigt sogar die allseits bekannte Illuminaten-Pyramide zusammen mit folgendem Text darauf:

„Wenn man Illuminati rückwärts als Internetadresse mit „.com“ dahinter schreibt, kommt man automatisch auf die Seite der NSA.“

Die Reaktionen der User waren unglaublich! Innerhalb kürzester Zeit – binnen 17 Stunden – erreichte das Bild beinahe 52.000 Likes, in etwa 5000 (wahrscheinlich) Verschwörungsbegeisterte teilten es sogar auf ihrer eigenen Pinnwand. Ingesamt hat die Unterhaltungsseite „Faktastisch“ selbst circa 2.000.000 stolze Likes, was demnach vermuten lässt, dass diese „neue“, bzw. wohl eher „aufgewärmte“, Info, sehr große Kreise gezogen haben dürfte und somit beachtlich viele Personen verwundert haben muss.
Der für den Scherz verantwortliche John Fenley äußerte sich übrigens bereits 2009 zu diesem Missverständnis rund um die Weiterleitung der Website. Er nahm dazu Stellung und erklärte, die Domain bereits Jahre vorher registriert zu haben. Da er jedoch nicht recht wusste, was er dann damit anfangen sollte, kam ihm irgendwann die witzige Idee in den Sinn, auf die NSA-Homepage umzuleiten. Gedacht – getan, kann er bis heute kaum aufhören sich über all die darauf hereinfallenden Internetuser zu mokieren.

Mh… Satz mit X, NSA=Illuminaten? – war wohl nix.

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