Was ist ein Vollkaufmann in VWL leicht erklärt + Beispiel

Der Vollkaufmann ist eine Geschäftsperson, auf die die Regelungen des Handelsgesetzbuches (kurz HGB) in vollem Umfang angewendet werden dürfen. Der Vollkaufmann unterscheidet sich zum Beispiel von dem Minderkaufmann darin, dass der Minderkaufmann keinen Geschäftsbetrieb, der in kaufmännischer Weise eingerichtet ist, betreiben muss.
Alle die hauptberuflich ein solches Gewerbe betreiben, nennt man Vollkaufmann. Eine Ausnahme liegt nur dann vor, wenn ein Gewerbe keine kaufmännische Einrichtung erfordert. Dann benötigt man keinen Vollkaufmann für ein Gewerbe.

Wer ist der Vollkaufmann?

Alle Gewerbetreibenden gelten zunächst als Vollkaufmann. SO ist der Chef eines großen Unternehmen genauso Vollkaufmann wie der Besitzer eines kleinen Kiosks. Der Gesetzgeber hat dafür drei wichtige Faktoren geregelt, die von jedem Kaufmann gekannt und beachtet werden müssen.

– Es muss ein Gewerbe betrieben werden.

– Es muss sich um ein Handelsgewerbe handeln. Ein Handelsgewerbe liegt dann vor, wenn die Waren sowohl eingekauft als auch verkauft werden.

– Der Vollkaufmann muss den Betrieb selbst betreiben.

Doch wie auch bei allen Regeln, gibt es auch hierbei eine Ausnahme von dieser Regel. Wird das Gewerbe so betrieben, dass dafür keine kaufmännische Struktur notwendig ist, dann kann der Selbstständige Unternehmer als Nicht-Vollkaufmann eine Firmierung nutzen. Somit muss sich der Nicht-Vollkaufmann nicht in das Handelsregister eintragen lassen. Das führt wieder dazu, dass der Nicht-Vollkaufmann keine Gewinn- und Umsatzgrenzen, keine Inventur und keine Bilanzen aufstellen muss.

Welche Rechte und Pflichten hat ein Vollkaufmann?

Ein Kaufmann, welcher den Status als Vollkaufmann aus der Sicht eines Gewerbetreibenden trägt, genießt auch Vor- sowie Nachteile. Jeder Kaufmann muss auch wissen, dass nur ein Vollkaufmann einen handelsregisterlich eingetragenen Firmennamen führen darf.
Hierfür sollten wir ein Beispiel aufstellen:
Ein Bäcker, der zum Beispiel kein Kaufmann ist, darf seine Bäckerei nur so nennen: „Bäckerei Müller“. Es gilt die Regel, dass die Tätigkeitsbeschreibung zusammen mit dem Namen des Geschäftsführers bzw. des Inhabers geschrieben werden muss. Wenn sich allerdings der Bäcker für die Eintragung in das Handelsregister (kurz HGB) entscheidet, so kann er unter der Berücksichtigung der vorhandenen Markenrechte, den Geschäftsnamen selbst frei wählen.
Geht es in unserem Beispiel um einen Vollkaufmann, dann ist dieser verpflichtet eine Bilanz aufzustellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sein Unternehmen ein Großunternehmen oder eher ein kleines Unternehmen, zum Beispiel ein Kiosk ist. Darüber hinaus müssen weitere bürokratische Hürden von dem Geschäftsführer überwunden werden. Diese Hürden sind mit dem Handelsgesetzbuch verbunden. Aus diesen Gründen verzichten einige Gewerbetreibende auf den Status eines Vollkaufmanns und somit auf die Eintragung in das Handelsregister.

Zusammenfassung:

– Ein Vollkaufmann muss in das Handelsregister eingetragen werden und ist ein Gewerbetreibender.

– Es gibt einige Gewerbetreibende, die die Möglichkeit haben, nicht als Kaufmann zu firmieren.

– Der Status des Vollkaufmanns beinhaltet viele Rechte aber auch mindestens genauso viele Pflichten.

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