Vollkostenrechnung in BWL leicht erklärt + Beispiel

Vollkostenrechnung Definition

Bei der Vollkostenrechnung werden sämtliche Kosten den Kostenträgern zugeordnet:

Im Gegensatz zur Vollkostenrechnung werden bei der Teilkostenrechnung nicht alle Kosten berücksichtigt.

Beispiel 1 zur Unterscheidung Vollkostenrechnung – Teilkostenrechnung

Ein Unternehmen produziert und füllt Mineralwasser ab und möchte die Kosten einer Flasche ermitteln.

Bei der Vollkostenrechnung werden sämtliche Kosten (z.B. Miete, Abschreibung, fixe Personalkosten) erfasst. Im Gegensatz dazu werden bei der Teilkostenrechnung nur variable Kosten (Wasser, Flaschen) berücksichtigt.

Die Vollkostenrechnung ermöglicht es, Selbst- bzw. Herstellkosten für die handels- und steuerrechtliche Vorratsbewertung zu ermitteln.

Beispiel 2 zur Unterscheidung Vollkostenrechnung – Teilkostenrechnung

Ein Hot Dog Stand verkauft pro Tag 200 Hot Dogs und hat die folgenden Kosten:

  • Miete: 400 Euro
  • Einkaufspreis der Zutaten (Brot, Wurst etc.) in Summe: 1 Euro

Die Miete entspricht dabei Fixkosten, die unabhängig von der produzierten Menge anfallen. Die Preise der Zutaten sind variable Kosten, die umso höher sind, je mehr Hot Dogs hergestellt werden.

Die Vollkosten pro Hot Dog ergeben sich als Summe sämtlicher Kosten: 1 + 400 / 200 = 3 Euro. Das bedeutet, dass der Preis für ein Hot Dog über 3 Euro liegen muss, um langfristig einen Gewinn zu machen.

Die Teilkosten pro Hot Dog ergeben sich aus den Einzelkosten in Höhe von 1 Euro. Dieser Wert ist beispielsweise für die Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung eines Zusatzauftrages ausschlaggeben. Wird durch den Auftrag ein positiver Deckungsbeitrag erzielt (Verkaufspreis > variable Kosten), ist es ratsam, ihn anzunehmen.

Positive und negative Aspekte der Vollkostenrechnung

 

Vorteile

Die Vollkostenrechnung ermöglicht die Ermittlung der Selbstkosten von Kostenträgern und kann daher zur Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze herangezogen werden.

Nachteile

 

  • Kosten werden nicht anhand ihrer Verursachung auf die Kostenträger verteilt
  • Vollkosten stellen oftmals keine optimale Entscheidungsgrundlage dar
  • Preiskalkulationen können durch die Fixkostenproportionalisierung erschwert werden (bei nur einem statt 200 produzierten Hot Dogs würden die Vollkosten 400 + 1 = 401 Euro betragen)

Gegenteil: Teilkostenrechnung

Im Gegensatz zur Vollkostenrechnung werden bei der Teilkostenrechnung nur die variablen Kosten (Einzelkosten) berücksichtigt.

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Autor(in) des Artikels:

mm

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.

Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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