Vorfälligkeitsentschädigung in VWL leicht erklärt + Beispiel

Die Vorfälligkeitsentschädigung auch kurz genannt (VFE) ist eine Art zusätzliche Gebühr. Diese fällt nur dann an, wenn der Kreditnehmer den Kredit vorzeitig und ganz begleicht. Meistens wird diese Art der Gebühr erhoben, wenn man ein Festzinsdarlehen besitzt und dieses auflöst. Die Banken fahren einen Verlust ein, wenn man vorzeitig sein Darlehen abbezahlt, weil der Darlehensbetrag meistens in Form von befristeten Anleihen angelegt ist und durch die vorzeitige Auflösung wird das ganze System gestört und die Bank verliert einiges an Geld.

Sprechen wir von der Fachsprache, dann heißt dieser Verlust „Refinanzierungsschaden“. Dieser Schaden ist die sogenannte Verfälligkeitsentschädigung (VFE) und muss von dem Kreditnehmer bezahlt werden.

Rechtslage bezüglich der VFE in Deutschland

Sprechen wir von einer VFE in Deutschland, so ist diese von der Fälligkeit und der Höhe gesetzlich geregelt. Dabei muss der Kreditnehmer gewisse Fristen einhalten, falls es sich um ein festverzinsliches Darlehen handelt.
Handelt es sich um ein Darlehen mit dem variablen Zinssatz, so kann der Kreditgeber also die Bank, das Geld innerhalb von einer dreimonatigen Frist einfordern. Im Falle einer Kündigung des Darlehens, sieht die Rechtslage in Deutschland noch immer etwas unklar aus. Aus diesem Grund sind die Banken sehr vorsichtig mit der Erhebung der Vorfälligkeitsentschädigung.
Man muss aber sagen, dass die Erhebung der VFE grundsätzlich legitim ist. Es steht natürlich jeder Bank frei, eine andere einvernehmliche Lösung zu finden und diese dem Kreditnehmer vorzuschlagen. So kann eine anderweitige Lösung gefunden werden und es kann auf die VFE ganz verzichtet werden. Häufig gilt dieser Verzicht der VFE als ein fester Bestandteil des Kreditvertrags und wird von einigen Banken als zusätzlicher Service angeboten und verkauft. Dieser Service wird von den Banken sowohl den geschäftlichen als auch privaten Kunden angeboten.

Wie wird die Vorfälligkeitsentschädigung berechnet?

Die Bank darf grundsätzlich immer eine VFE erheben, wenn die Bank durch die frühzeitige Rückzahlung des Kreditbetrags einen Schaden einfährt. Normalerweise entsteht der Schaden im Falle einer großen Kreditsumme bzw. wenn der Zinssatz ziemlich hoch ist. Man muss sich das sowieso immer so vorstellen, dass die Banken in der Regel von den hohen Zinssätzen profitieren. Hat die Bank also mit Ihnen ein 10-Jahres-Kreditvertrag ausgemacht mit einem gewissen Zinssatz und Sie möchten nach 3 Jahren bereits den Kreditvertrag vorzeitig ablösen, verliert die Bank vielleicht mehrere tausende Euro. Damit die Bank das Geld irgendwie wieder reinholen kann, wird die sogenannte VFE erhoben und die Bank geht nicht so leer aus, wie ohne die VFE.
Für die genaue Berechnung der Verfälligkeitsentschädigung werden zwei verschiedene Methoden angewendet. Die erste heißt: „Aktiv-Passiv-Methode“ und die zweite heißt: „Aktiv-Aktiv-Methode“.

Zusammenfassung:

– Wird ein festverzinsliches Darlehen frühzeitig abgelöst und bezahlt, so fällt die VFE an.

– Die Fälligkeit und die Form der VFE ist weitestgehend in Deutschland gesetzlich geregelt.

– Es kann allerdings auf die VFE verzichtet werden.

– Einigen sich der Kreditgeber und der Kreditnehmer nicht, so wird die VFE erhoben. Die Berechnung der VFE erfolgt nach zwei verschiedenen Methoden.

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