Vorfälligkeitszins in VWL leicht erklärt + Beispiel

Der Vorfälligkeitszins ist ein Zins, welcher nur dann erhoben wird, wenn ein bestehender Kredit während der Laufzeit vorzeitig gekündigt wird.
Die Berechnung des Vorfälligkeitszins ist eine schwierige Aufgabe, die auf vielen mathematischen Faktoren beruht, die unbedingt berücksichtigt werden müssen. Die Höhe des Vorfälligkeitszins hängt von der Höhe des Kredits ab.
Hat man einen Kredit in einer Zeit aufgenommen, als der Zinssatz ziemlich gering war und kündigt diesen in einer Hochzinsphase, so fällt der Vorfälligkeitszins geringer aus.

Weshalb erhebt man den Vorfälligkeitszins?

Nimmt der Kreditnehmer ein Kredit auf, dann rechnet die Bank mit gewissen Zinsen, die jährlich anfallen an. Die Zinshöhe wird ebenfalls an die Laufzeit des Schuldverhältnisses kalkuliert und die Bank rechnet mit einer entsprechenden Zahlen der Zinsen. Allerdings besteht für den Kreditnehmer die Möglichkeit, dass dieser sein Darlehen bereits vor dem Ende der Vertragslaufzeit kündigt. Damit die Bank für den entgangenen Gewinn entschädigt wird, wird der sogenannte Vorfälligkeitszins erhoben, welchen der Kreditnehmer zu zahlen hat.
Darüber hinaus bieten viele Banken den sogenannten „kostenfreien Service der Sondertilgung“ an. Sehr beleibt ist dieser Service bei den Ratenzahlungen und wird von vielen Kreditnehmern angenommen. Der Vorfälligkeitszins kommt nur dann zum Einsatz, wenn man eine Immobilie kauft und das Darlehen vorzeitig auflösen möchte. Da die Bank fest darauf vertraut, dass sie die Zinsen innerhalb der vereinbarten Frist erhält und nun wird der Vertrag vorzeitig aufgelöst, erhebt die Bank den Vorfälligkeitszins.

Wie berechnet man die Entschädigung?

Wenn der festgeschriebene Darlehenszins eines Ersatzgeschäfts über dem Zinssatz liegt, entsteht für eine Bank laut dem Gesetzgeber immer ein Schaden. Man spricht auch von einer Senkung des Markzins während der Kreditlaufzeit. Die Bank muss allerdings immer denselben Zinsaufschlag verwenden. Die Marge darf für die Kalkulation des entgangenen Gewinns nicht einfach erhöht werden.

Handelt es sich um einen Folgekredit, der finanziert werden soll, dann gelten zwei verschiedene Methoden:

– Die Zinsdifferenz: Auf die Zinsdifferenz wurde bereits kurz eingegangen. Hierbei handelt es sich um die Kosten, welche der Bank bei der Vergabe eines Ersatzkredits zu günstigeren Zinsen an die weiteren Kreditnehmer entstehen.

– Der Zinsmargenschaden: Durch die vorzeitige Tilgung eines Kredits, entgeht der Bank der Gewinn. Dieser wurde zuvor fest kalkuliert und die Bank rechnet mit diesem. Beinahe alle Zivilgerichte rechnen hier mit der sogenannten Netto-Zinsmarge. Die Netto-Zinsmarge beträgt 0,5 Prozent.

Wenn die Zinsbindung weit in der Zukunft liegt, dann entsteht auch eine höhere Entschädigung für die Bank, wenn man den Kreditvertrag vorzeitig beenden möchte. Doch auch hierbei muss man auf die sogenannten Sondertilgungen achten, denn diese könnten einkalkuliert worden sein. Des Weiteren müssen die geringen Verwaltungskosten und auch das nicht existierende Risiko der Kapitalrückzahlung so ausgelegt werden, dass sie zu Gunsten des Kreditnehmers ausfallen. Wenn all diese Faktoren berücksichtig worden sind, dann kann man den genauen Vorfälligkeitszins berechnen.

Zusammenfassung:

– Durch den Vorfälligkeitszins wird die Bank für entgangene Gewinne entschädigt.

– Bei der vorzeitigen Ablösung des Darlehens muss man diesen bezahlen.

– Auf der Basis unterschiedlichster Faktoren, wird der Vorfälligkeitszins berechnet.

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