Vorleistungen in VWL leicht erklärt + Beispiel

Als Vorleistungen bezeichnet man alle Dienstleistungen oder Güter, die während eines Fertigungsprozesses verbraucht, umgewandelt oder verarbeitet werden. Somit muss man die Vorleistungen ganz klar von den Investitionen abgrenzen.

Vorleistungen aus der kaufmännischen Sicht

In der Volkswirtschaftslehre als auch in der Betriebswirtschaftslehre spielen die Vorleistungen eine wichtige Rolle. In der Betriebswirtschaftslehre (kurz BWL) genannt, spricht man in der Regel von allen Dienstleistungen und Produkten, die von einem Unternehmen in der Herstellung verbraucht worden sind. Die Vorleistungen gehen direkt in ein Endprodukt rein und werden sozusagen umgewandelt oder einfach nur verbraucht. So kann man sich die Vorleistungen ganz leicht anhand eines Beispiels vorstellen:
Der Bäcker Müller kauft 100 Kilogramm Mehl, damit er daraus seine Brote und Brötchen fertigen kann.

Somit sind die Vorleistungen ganz klar und deutlich von den Investitionen zu unterscheiden. Die Investitionen werden von den Unternehmen über die Jahre hinweg benutzt. Von Investitionen spricht man, wenn zum Beispiel der Bäcker Müller sich einen Ofen für die Bäckerei kauft. Diesen benutzt er langfristig und verbraucht ihn nicht sofort.

Volkswirtschaftslehre und die Vorleistungen

Die Vorleistungen spielen in der Volkswirtschaftslehre eine große Rolle, weil sie für die Berechnung von BIP notwendig sind. In Deutschland nutzt das Statische Bundesamt die sogenannte Entstehungsrechnung. Zuerst werden alle in Deutschland durchgeführten Leistungen und Güter ermittelt. Doch hier sind auch Vorleistungen enthalten, die den BIP-Wert verzerren würden.
Dafür haben wir ein Beispiel:

Der Forstbetrieb F fällt Bäume im Wald und verkauft danach eine Tonne Holz, welches von einem Möbelproduzenten M gekauft werden. Für eine Tonne Holz verlang F 1.000 Euro. Zunächst ist ein Produktionswert von 1.000 Euro entstanden. Danach verarbeitet M das Holz zu Küchen- und Wohnzimmermöbeln und verkauft diese zu 5.000 Euro. Allerdings muss das Unternehmen M beachten, dass man die Vorleistungen in Höhe von 1.000 Euro, die man an das Unternehmen F geleistet hat, abziehen muss. Somit entsteht ein Gewinn von 5.000 Euro – 1.000 Euro Vorleistung = 4.000 Euro Gewinn.

Auch interessant:  Konsignationslager in VWL leicht erklärt + Beispiel

Zusammenfassung:

– Vorleistungen sind Dienstleistungen und Produkte, die während der Produktion verbraucht werden.

– Von externen Dienstleistern und Zulieferern spricht man, wenn man sich die Situation aus kaufmännischer Sicht betrachtet.

– Bei der Entstehungsrechnung des BIP werden diese Kosten von dem Produktionswert abgezogen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here