Vormärz Epoche – Merkmale, Hintergründe & Literatur/Autoren

Der Vormärz ist eine Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte Literaturepoche mit sozialkritischen sowie politischen Inhalten.
Kritik richtet sich hauptsächlich gegen die staatliche Obrigkeit und hat Ähnlichkeiten mit der Literatur des ‚Jungen Deutschland‚, an dessen Zeitgeist die Epoche des Vormärz anknüpft.

Geschichtlicher Hintergrund

Der damalige aufmüpfige Zeitgeist wurde von der Julirevolution 1830 der ‚Grande Nation‚ in ihrem Aufstreben gegen die Obrigkeiten angefeuert.
Durch die erfolgreiche Revolution in Frankreich waren die Fürsten zum Handeln gezwungen und erhöhten das Strafmaß für demokratische und liberale Querdenker.
Als Gegenreaktion bekannte sich das Volk zu ihrem Standpunkt und gewann an Selbstbewusstsein, um gegen Zensur und Einschränkung der freien Entfaltung vorzugehen.

Ein Verbot der Schriften des ‚Jungen Deutschland‚ wurde zum Anlass genommen die Vormärz Literatur zu radikalisieren. Das Aufbegehren führte nun nicht mehr nur zu einer stärkeren Einigkeit wie zur Zeit der Restauration, sondern zu einer verstärkten sozialen Verantwortung vieler Autoren in der Zeit der Industrialisierung.
Der Vormärz ebnete auf künstlerische Art und Weise den Weg zu einer Revolution in Deutschland, zu der es letztendlich in den Vierzigern des 19. Jahrhunderts kam.

Vormärz – Definition

Die Epoche des Vormärz definierte nicht nur die literarische Geschichte Deutschlands, sondern auch die gesellschaftliche und politische Geschichte, die im Jahre 1848 in der Märzrevolution gipfelte
Autoren sahen ihr Werk zunehmend als politisches Instrument zur Lenkung des Volkes, statt als Kunstwerk.

Vormärz – Merkmale

Ein prägnantes Merkmal der Epoche des Vormärz ist die bewusste Entscheidung vollends auf Stilelemente der Klassik und Romantik zu verzichten, wie schon in den Schriften des ‚Jungen Deutschland‚ festzustellen war. Die Literatur wurde für die breite Bevölkerungsschicht geschrieben, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Ein weiteres Merkmal das deutlich ins Gewicht fällt ist die Kritik an Krone und Thron, da es sich in erster Linie um ein politisches Instrument handelte.
Jegliche Ästhetik wird einer Botschaft zugewiesen, nämlich der des Kampfes und der Auflehnung.

Vormärz – Lyrik

Goerg Herwegh ist mit seinen Schriften ‚Gedichte eines Lebendigen‚ einer der bedeutsamsten Vertreter des Vormärz und erlangte dadurch nationale Bekanntheit.
Sein Einfluss erstreckte sich weitgehend auf die damalige politische Entwicklung.
Ein weiterer Vertreter des Vormärz war Ferdinand Freiligrath mit seiner Sammlung ‚Neue politische und soziale Gedichte‚, sowie August H. Hoffmann mit seinem ‚Lied der Deutschen‚ aus dem Jahre 1841.

Es konnte allerdings auch Widerstand aus Reihen der Autoren gegen eine Politisierung der Lyrik wahrgenommen werden, so kritisierte Heinrich Heine betreffende Werke als ‚Tendenzliteratur‚.
Selbst war er grundsätzlich ein Systemkritiker und steuerte Schriften wie das Epos ‚Deutschland. Ein Wintermärchen‚ oder ‚Die schlesischen Weber‚ zum sozialkritischen Vormärz bei.

Vormärz – Prosa

Die epische Literatur während des Vormärz hatte einen gewissen Hang zur Kürze, so gewannen etwa der Reisebericht oder der Brief als Ausdrucksmittel der Literatur an Bedeutung. Hier kristallisiert sich erneut der klare Zusammenhang zwischen der Entwicklung in Frankreich und der politischen Richtung in Deutschland heraus, so machen sich die zur damaligen Zeit in Paris sesshaften Autoren Heinrich Heine ‚Deutschland. Ein Wintermärchen‚ und der Journalist Ludwig Börne ‚Briefe aus Paris‚ einen Namen.

Im Gegensatz zur breiten Strömung der Epoche des Vormärz, versucht sich der Schriftsteller Georg Weerth an hitziger Satire, um seinem Verdruss am Adel und der politischen Obrigkeit Ausdruck zu verleihen, so entstand unter anderem der Feuilletonroman ‚Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski‚.
Das im Jahre 1848 der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Werk zeigt, dass die Schriftsteller zur Epoche des Vormärz weiterhin am klassischen Bildungsbürgertum festhielten.

Vormärz – Dramatik

Die Ähnlichkeit der Literatur der Epoche des Vormärz zum ‚Jungen Deutschland‚ ist vor allem im Bereich Dramatik zu erkennen. So entstanden Werke wie etwa das sozialkritische ‚Woyzeck‚ oder das Revolutionsdrama ‚Dantons Tod‚, welche als Vorgänger der Epoche des Vormärz gelten, obwohl der Verfasser dieser Schriften, Georg Büchner (verstorben 1837), eher der Zeit des ‚Jungen Deutschland‚ angehörte.
Der Übergang zwischen den beiden Epochen ist also fließend.

Als noch einflussreicher als der damals verkannte Georg Büchner war Karl Gutzkow, der es schaffte mit seinen Werken Einfluss auf die Tagespolitik und zugehörige Diskussionen zu nehmen.
Im späteren Verlauf zogen eher seine Komödien das Interesse auf sich, so gilt das Werk ‚Das Urbild des Tartüffe‚, das seine Uraufführung im Jahre 1844 feierte, zu den bekanntesten und am häufigst vorgeführten Bühnenstücken im 19. Jahrhundert.

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