Vorräte in BWL leicht erklärt + Beispiel

Für die Kapitalgesellschaften umfassen die Vorräte in der geltenden Bilanzgliederung folgende Rubriken:

  • – gefertigte Waren und Erzeugnisse
  • – bereits erbrachte Anzahlungen
  • – noch ausstehende Leistungen und Erzeugnisse
  • Rohstoffe, Hilfsstoffe und Betriebsstoffe ( abgekürzt: RHB Stoffe)

Der Fertigungsprozess bei Produktionsunternehmen wird durch die Gliederung der Vorräte wieder gespiegelt. Dies betrifft die Gebiete der Rohmaterialien, der unvervollständigten Erzeugnisse, bis zu den vollständigen Erzeugnisse. Zum Fertigerzeugnis zählen die Rohstoffe Stahl und Holz. Eine untergeordnete Bedeutung haben dabei die Hilfsstoffe und Materialien, welche in ein Fertigerzeugnis eingehen.

Dazu zählen zum Beispiel die Nägel im Rahmen der Produktion von Möbeln. Bei der Fertigung werden die Betriebsstoffe benötigt. Dennoch gehen die Betriebsstoffe nicht in das Produkt ein, wie es bei den Schmierstoffen der Fall ist. Außerdem werden sämtliche Zusatzteile (Reifen und Getriebe) innerhalb der RHB Stoffe gelistet. Auch unfertige Erzeugnisse, die als Halbfabrikate bezeichnet werden, mussten bereits mehrere Fertigungsstufen absolvieren.

Dabei stehen noch folgende Prozesse aus. Bei erbrachten Leistungen und keiner Produktherstellung treten unfertige Leistungen auf. Dies ist bei Bauunternehmen, Unternehmensberatern und Ingenieurbüros zutreffend. Waren zählen dabei zu den Handelswaren, wie es zum Beispiel bei den Vorräten eines Kaufhauses der Fall ist. Dagegen beziehen sich die geleistete Anzahlungen auf die Anzahlungs-Summen der Rohmaterialien und die Vorräte.

Das Mengengerüst der Vorräte

Das Mengengerüst gibt darüber Auskunft, wie viel Stück der einzelnen Produkte und Rohstoffe vorrätig auf dem Lager sind. Dabei ist die Inventur erforderlich, welche regelmäßig durchgeführt werden muss. Die Anzahlungen der Kunden für die Bestellungen werden von den Vorräten abgesetzt.

Jedoch dürfen die Bestellungen nicht unter dem Bilanzposten der Anzahlungen auf die getätigten Bestellungen enthalten sein. Für die Vorratsbewertung gelten folgende Aussagen:

  • – es können Verbrauchsverfolgeverfahren in Anspruch genommen werden
  • – das strenge Niederstwertprinzip wird geltend gemacht

Ebenfalls führen weitere Abschläge zu einer Vorratsbewertung. Veraltete Bestände oder eine zu hohe Reichweite werden berücksichtigt. Sofern sich 10.00 Artikel auf dem Lager befinden, aber nur 100 Stück im Jahr verkauft werden, so wird diese Tatsache hinzu gezogen. In diesem Fall würde die Reichweite exakt 100 Jahre betragen.Ebenso können Beschädigungen, Defekte am Gerät und Schönheitsfehler angegeben werden.

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Beispiel zur Bewertung der Vorräte

Sofern ein Konzern im Herbst 100.000 Rohöl zu einem Preis von acht Cent für den Liter kauft, betragen die Kosten der Anschaffung 80.000 Euro oder pro Liter 80 Cent. Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember und es befinden sich noch genau 60.000 Liter auf dem Lager. Dabei ist der Einkaufspreis pro Liter auf 60 Cent gesunken. Dadurch erfolgt durch das strenge Niederstwertprinzip eine Abstufung des Rohmaterials.

Die Summe sinkt von 48.000 Euro auf 36.000 Euro. Die Abschreibung, welche außerplanmäßig ist, beträgt dabei 12.000 Euro. Die Abschreibungs-Verbuchung erfolgt dabei über die Bestandsveränderung. Dennoch gibt es gewisse Ausnahmen, wobei die Abschreibung die üblichen Summen überschreitet. Das wird im Gesamtkostenverfahren festgehalten. Mit insgesamt 36.000 Euro wird die Vorratsbewertung beziffert.

Die verlustfreie Bewertung

Man geht vom Absatzmarkt bei den Handelswaren und den fertigen und unfertigen Erzeugnissen aus. Sollten sich die Kosten unter dem aktuellen Buchwert befinden, so muss eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgen. Diese ist in der Höhe des Differenzbetrages zu treffen. Das heißt, dass alle Waren verlustfrei bewertet werden.

Die Verluste sind bereits im Vorfeld vorweg genommen. So wird der Wareneinsatz beeinflusst und der Gewinn eines Unternehmens befindet sich in einer starken Abhängigkeit. Die Bewertungsmethoden sind für das Unternehmen äußerst entscheidend. Die Untersuchung der Bilanzanalyse kann durch verschiedene Kennzahlen zum Ausdruck gebracht werden.Dazu zählen vor allem die Vorratsquote, die Umschlagshäufigkeit der Vorräte sowie das Working Capital.

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Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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