Vorsicht Sparkasse

Spätestens als Student ist es soweit, dass ein eigenes Girokonto benötigt wird. Die Sparkassen als öffentlich-rechtliche Anbieter bieten sich auf den ersten Blick an. Auch wenn Onlinebanking angesagt ist, bieten sie doch ein dichtes Filialnetz und die größte Anzahl an Geldautomaten. Setzt man diesen Sachverhalt jedoch in Relation zu dem tatsächlichen Mehrwert, relativiert sich das Ganze schon wieder.

Kostenlose Girokonten für Studenten – wie lange noch?

Wie alle anderen Banken auch, bieten die Sparkassen für Studenten kostenlose Girokonten an. Dazu kommen auch noch Sonderkonditionen für Wertpapierdepots. Leider sehen diese jedoch keinen kompletten Preisnachlass vor. Es könnte darüber hinaus sein, dass die Tage der kostenlosen Girokonten für Studenten bei den Sparkassen gezählt sind. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband ließ verlauten, dass er diesen Service sehr gründlich überprüfen wird und durchaus auch für diese Zielgruppe wieder Gebühren einführt. Hintergrund ist der hohe Kostendruck, der aufgrund der niedrigen Zinsmargen entstanden ist. Mit der Abschaffung des kostenlosen Girokontos für Studenten würden die Sparkassen den letzten Grund abschaffen, dass sich die angehenden Akademiker für das Institut mit dem „S“ entscheiden. Ein Blick in einen Girokontovergleich, beispielsweise www.bestesgirokonto.net, zeigt, dass es auch so schon deutlich attraktivere Angebote als die der Sparkassen gibt. Dabei sind diese Angebote noch nicht einmal auf Studenten oder Auszubildende begrenzt, sondern sprechen jeden Verbraucher an.

Was kommt nach dem Studium?

Noch hat das kostenlose Girokonto für Studenten bei den Sparkassen Bestand. Was passiert aber, wenn das Studium abgeschlossen ist? Je nach Region fallen dann mehr oder weniger hohe Kontoführungsgebühren an. Für die Kreditkarte mussten Studenten bei dem Filialinstitute schon während des Studiums eine Gebühr entrichten. Die Alternative ist ein Kontowechsel. Das Angebot an kostenlosen Girokontopaketen mit gebührenfreien Kreditkarten ist bei den Direktbanken groß. Häufig bieten diese auch kostenlos geführte Wertpapierdepots an, bereits den Angeboten der Sparkassen für Studenten gegenüber eine deutlich billigere Lösung. Wer sich also zu Beginn des Studiums für ein Konto bei einem regionalen Anbieter entscheidet, steht spätestens mit dem Examen vor der Frage, ob er künftig Kontoführungsgebühren von bis zu 100 Euro im Jahr bezahlen möchte, oder lieber seinen Zahlungsverkehr kostenlos regelt. Es bleibt die Frage, womit die Sparkassen die Kontoführungsgebühr legitimieren. Sie haben faktisch den gesamten Servicebereich an die Kunden zurückdelegiert. Wer kein Onlinebanking nutzt, wird dezent darauf hingewiesen, die Serviceautomaten in den Schalterhallen zu nutzen. Bis auf wenige, ausgefallene Besonderheiten bedient sich der Kunde nur noch selbst. Damit wurden Kapazitäten für den Vertrieb freigesetzt. Langfristig ohne neue Kunden werden diese Kapazitäten dann aber auch nicht mehr benötigt.

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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