Vorstand in BWL leicht erklärt + Beispiel

Welche Aufgaben hat der Vorstand?

Der Vorstand, der eine Zusammensetzung aus einer Gruppe von Vorstandsmitgliedern ist, hat die Leitung der AG übernommen. Dies macht sie „unter eigener Verantwortlichkeit“. Dies bedeutet, dass der Vorstand über Geschäftsführungskompetenzen verfügt. (Siehe hierzu bitte auch § 76 Absatz 1 AktG).

Vorstand einer AG vs. Geschäftsführer einer GmbH

Ein großer Unterschied zwischen der Führung einer Aktiengesellschaft sowie dem Geschäftsführer der GmbH besteht in der selbständigen Leitung des Unternehmens.

Der Geschäftsleiter der GmbH muss sich nämlich an die Befugnisse hinsichtlich der Weisung der GmbH-Gesellschafter halten, siehe bitte auch § 37 Absatz 1 GmbHG. Der Vorstand der Aktiengesellschaft hat es da schon besser, denn sie unterliegt keinen Weisungsbefugnissen der Aktienbesitzer. Sie muss sich lediglich den Kontrollen des Aufsichtsrats unterziehen.

Der Vorstand bzw. dessen einzelnen Mitglieder gelten als die gesetzlichen Vertreter der AG. In einer Vielzahl von Gesetzen wird hierauf Bezug genommen. Siehe bitte auch § 264 Absatz 1 Satz 1 HGB „Die gesetzlichen Vertreter einer KapGes….“).

Mögliche weitere Namen hiervon sind: management board (So wird es im Englischen bezeichnet.)

Wie setzt sich der Vorstand zusammen?

Anzahl der Vorstandsmitglieder

Es besteht die Möglichkeit, dass sich in der Unternehmensführung (im Vorstand) entweder 1 oder mehrere Personen befinden. Diese Personen werden auch Vorstandsmitglieder genannt.

Wenn das Gesellschaftskapital der AG 3.000.000,00 Euro überschreiten sollte, dann ist gesetzlich geregelt, dass der Vorstand mindestens aus 2 Personen bestehen muss. Diese Vorgehensweise muss allerdings nicht erfolgen, wenn in der sogenannten Satzung festgehalten worden wäre, dass sich nur eine Person im Vorstand befindet (siehe hierzu bitte auch § 76 Abs. 2 AktG).

Damit die unterschiedlichen Kompetenzen der einzelnen Mitglieder des Vorstands sofort sichtbar sind, erhalten die Mitglieder häufig noch spezielle Titel, wie beispielsweise „Finanzvorstand“ (Chief Financial Officer, kurz: CFO) oder „Vorstand Entwicklung und Forschung“. Vom Gesetz her sind solche Bezeichnungen allerdings nicht vorgeschrieben. Im Gesetz steht immer nur Vorstandsmitglieder sowie Vorstand.

Vorstandsvorsitzender

Bei den meisten AG ist es so, dass es neben den „normalen“ Mitgliedern des Vorstands auch noch einen sogenannten Vorstandsvorsitzenden (welcher oft auch nur Chief Executive Officer, Kurzform: CEO, oder auch Vorstandssprecher genannt wird) gibt.

Wahlweise kann die Berufung eines Vorstandsvorsitzenden auch durch den Aufsichtsrat erfolgen (siehe hierzu bitte auch § 84 Absatz 2 AktG). Regelungen hinsichtlich der speziellen Zuständigkeiten des Vorstandsvorsitzenden kann man üblicherweise in der Unternehmenssatzung finden.

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Ein-Mann-AG

Eine AG kann sehr wohl auch als sogenannte „Ein-Mann-AG“ aufgebaut werden. Bei dieser speziellen Art der AG ist es auch so, dass der alleinige Firmeninhaber als alleiniger Firmenvorstand tätig ist.

Benennung der Vorstände im Anhang

Es ist im Gesetz im § 285 Nr. 10 HGB auch geregelt, dass sämtliche Vorstandsmitglieder (selbst wenn sie im laufenden Geschäftsjahr oder später aus der Firma ausgetreten sind) inklusive der ausgeübten beruflichen Tätigkeit, sowie bei börsennotierten Gesellschaften: die Mitgliedschaft in Aufsichtsräten oder weiteren Kontrollgremien (welche unter § 125 Absatz 1 Satz 5 AktG fallen), im Anhang des Jahresabschlusses angegeben werden müssen.

Ein eventuell vorhandener Vorstandsvorsitzender muss auch so benannt werden.

Vertretung und Geschäftsführung

Bestellung des Firmenvorstands

Mitglieder des Vorstands erhalten von dem Aufsichtsrat eine Bestellung von maximal 5 Jahren – und möglicherweise auch eine entsprechende Abberufung (siehe bitte auch § 84 Absatz 1 AktG).

Vertretung und Geschäftsführung

Geschäftsleitung

Wenn der Firmenvorstand aus mehreren Personen besteht, haben alle Mitglieder des Vorstands die Befugnis, nur gemeinschaftlich die Geschäftsführung auszuüben (siehe bitte auch § 77 Absatz 1 Satz 1 AktG).

Die Befugnis zur Geschäftsführung kann allerdings bei Fertigung einer entsprechenden Geschäftsordnung des Vorstandes bzw. einer Satzung anderweitig festgesetzt werden (§ 77 Absatz 1 Satz 2 AktG).

Vertretung

Hinsichtlich der Vertretung einer Aktiengesellschaft gilt analog nach außen: Wenn der Firmenvorstand aus mehreren Personen besteht, haben alle Mitglieder des Vorstands die Befugnis, die Vertretung gemeinschaftlich vorzunehmen (§ 78 Absatz 2 Satz 1 AktG).

Das Recht hinsichtlich der Vertretung kann allerdings durch eine Satzung anderweitig bestimmt werden (§ 78 Absatz 2 Satz 1 sowie Absatz 3 AktG).

Nachstehend ist ein Beispiel hinsichtlich einer abweichenden Vertretungsregelung aufgeführt:

In der sogenannten Satzung kann beispielsweise geregelt werden, dass bei einer Aktiengesellschaft, die über 5 Vorstandsmitglieder verfügt, lediglich 2 Mitglieder des Vorstands gemeinschaftlich nach außen hin die Aktiengesellschaft vertreten.

Somit benötigt man auch nur diese beiden Unterschriften, und nicht wie üblich, die Unterschriften sämtlicher Vorstandsmitglieder.

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