Vorsteuerüberhang in VWL leicht erklärt + Beispiel

Als Vorsteuerüberhang wird eine Differenz aus tatsächlichen vereinnahmten Umsatzsteuerbeträgen und geleisteten Vorsteuerbeträgen bezeichnet. Der Vorsteuerüberhang wird vom Finanzamt erstattet, wenn es sich eine Differenz zwischen dem Vorsteuerbetrag und Umsatzsteuerbetrag entwickelt. Der Vorsteuerbetrag muss größer als der Umsatzsteuerbetrag sein, damit das Finanzamt die Differenz zurückerstattet.

Vorsteuerüberhang: Welche Gründe?

Eine Umsatzsteuererklärung wird von jedem Unternehmen entweder jährlich, quartalsweise oder monatlich abgegeben. Gerade, wenn das Unternehmen sich für die monatliche oder quartalsweise Umsatzsteuererklärung entscheidet, muss man mit dem Vorsteuerüberhang rechnen. Im Rahmen der Erklärung geben die Unternehmen an, wie viele umsatzsteuerpflichtige Umsätze erzielt wurden. Aber auch die Umsatzsteuer (Vorsteuer) wird bei der Erklärung abgegeben.

Beispiel:

Im Juni verkauft ein Uhrengeschäft einige Uhren im Wert von 10.000 Euro. Die Umsatzsteuer beträgt 19 Prozent und das Unternehmen erhält 1.900 Euro an Umsatzsteuern.
Gehen wir davon aus, dass im Juli eine große Uhrenmesse in der Schweiz stattfindet und das Uhrengeschäft kauft für die Messe 100 Uhren im Wert von 80.000 Euro bei einem deutschen Händler ein. Somit muss eine Umsatzsteuer in Höhe von 15.200 Euro an das Finanzamt entrichtet werden.

Am 10. Juli gibt das Uhrengeschäft seine Umsatzsteuervoranmeldung ab. Das Uhrengeschäft hat 15.200 Euro an Umsatzsteuern bezahlt. Von Kunden bekam das Uhrengeschäft lediglich 1.900 Euro. Es entsteht also ein Saldo in Höhe von 14.300 Euro. Dieses Saldo sind die zu viel bezahlten Steuern, dieses wird entweder von dem Finanzamt zurückerstattet, oder aber für die zukünftigen Steuerzahlungen angerechnet.

Wenn man das Ganze also zusammenfasst, dann sieht man, dass ein Vorsteuerüberhang nur dann entsteht, wenn ein Unternehmen weniger umsatzsteuerpflichtige Nettoumsatzerlöse erzielt als das Unternehmen umsatzsteuerpflichtige Nettoaufwenden.

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Zahllast

Bei den meisten Unternehmen ist das oben genannte Beispiel nur eine Ausnahme. Das Uhrengeschäft wird vermutlich alle Uhren im Laufe des Jahres verkaufen, allerdings muss das Unternehmen für den Nettoeinkaufspreis über ein hohes Maß an Liquidität verfügen. Somit sind die meisten Unternehmen daran interessiert, Einkäufe und Investitionen über einen längeren Zeitraum zu verteilen.

Somit entsteht viel häufiger eine sogenannte Zahllast. Man spricht von einer Zahllast, wenn die zu zahlende Umsatzsteuer höher als die bezahlte Vorsteuer ist.

Zusammenfassung:

– Vorsteuerüberhang ist nur dann gegeben, wenn ein Unternehmen mehr Umsatzsteuer bezahlt als das Unternehmen einnimmt.

– Der Überhang wird von dem Finanzamt zurückerstatte oder auf die weiteren Umsatzsteuererklärungen angerechnet.

– Die Vorsteuerüberhänge entstehen meistens in solchen Perioden, in den das Unternehmen viele Einkäufe und Investitionen tätigt.

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