War Caligula ein Tyrann? – ausführliche Erklärung

Am 32. August 12 nach Christus wurde Gaius Ceasar Augustus Germanicus geboren, der später als römischer Kaiser Caligula in die Geschichte einging. Sein Urgroßvater war der Kaiser Augustus, welcher der erste Kaiser im alten Rom gewesen ist. Nach Augustus wurde Tiberius Kaiser, was bedeutete, dass Caligula der dritte Kaiser im alten Rom war.
Beide vorherigen Kaiser waren Teil der julisch-claudischen Dynastie und demzufolge war es dann auch der Urenkel von Kaiser Augustus. Seine Regierungszeit ging von 37 bis 41 nach Christus.

Während seiner Herrschaft war der Name Caligula nicht wirklich gebräuchlich. Hierbei hat es sich eher um einen Spitznamen gehandelt, welchen er von Soldaten erhalten hatte. Die Bedeutung dieses Namens hieß so viel wie Stiefelchen (Soldatenschuhe).

Er war ein grausamer Herrscher, der alle möglichen Konkurrenten und Senatoren folterte und tötete. Nur dadurch wurde er berühmt.

Ursprünglich war er gar nicht als Kaiser vorgesehen. Stattdessen hätte Caligulas Vater der Nachfolger von Tiberius werden sollen. Dies wurde von dem Präfekt der kaiserlichen Prätorianer-Leibgarde Seianus verhindert, denn er wollte selbst Kaiser werden. Um das zu erreichen, schaltete er alle Nachfolger, die in Frage kamen, nacheinander aus.

Caligula – Kindheit als Übriggebliebener

Im Alter von sieben Jahren verlor Caligula seinen Vater, als dieser sich auf einer Orientreise befand. Die Vermutung liegt nahe, dass er von Seianus oder einem anderen Anwärter auf die Kaiserkrone ermordet wurde. Seianus schaffte es später sogar, dass die Mutter von Caligula (Agrippina) und auch die zwei älteren Brüder gefangen genommen bzw. verbannt worden sind. Dort sind dann alle drei verstorben.

Nach all diesen Schicksalsschlägen wurde Caligula von seiner Urgroßmutter Livia aufgenommen und erzogen. Diese war die Witwe von Kaiser Augustus. Sie achtete sehr darauf, dass er aus der Öffentlichkeit herausgehalten wurde, um ihn so vor Anschlägen zu schützen. Dadurch sind er und seine Schwestern sehr abgeschottet und wohlbehütet aufgewachsen.

Am 16. März 37 ist Kaiser Tiberius gestorben. Sofort war klar, wer sein Nachfolger sein würde. Das sollte nun Caligula werden. Die letzten sechs Jahre vor Tiberius Tod verbrachte sein Urenkel schließlich mit ihm. Beide sollen sich auch gut miteinander verstanden haben. Es gibt aber auch Gerüchte, dass er seinen Urgroßvater erstickt hatte, als dieser krank nieder lag. Dies konnte aber nie bewiesen werden.

Was entspricht der Wahrheit und was ist erfunden?

Es gibt viele Erzählungen aus dieser Zeit, welche nicht bewiesen werden konnten. Es kann auch sein, dass diese dazu dienten die Person Caligula interessanter zu beschreiben oder gestalten. Es gibt viele Geschichtsschreiber, welche ihren Werken oft und gern ausgedachte Geschichten hinzufügten. Darunter zählten Sueton, Cassius Dio und auch Flavius Josephus. Es gibt aber noch weitere Gründe, welche zeigen, dass nicht sicher ist, was wahr und was erfunden ist.
Immerhin wurden zu diesen Zeiten zum Beispiel Tyrannen mit charakterlichen Merkmalen anderer grausamer Herrscher beschrieben. Daher ist es bis heute nicht sicher, ob die aufgezählten Beschreibungen wirklich für die eine Person zutreffen.

Das wichtigste Ziel: Ausschalten der Gegner

Caligula wurde am 18. März 37 Kaiser. In der Anfangszeit seiner Herrschaft versuchte er Beliebtheit zu erlangen, in dem er Steuersenkungen und Geldgeschenke an seine Leibgarde gab. Auch eine schwere Erkrankung erfolgte in der Anfangszeit seines Amtes. Es wird vermutet, dass es sich dabei um eine Hirnhautentzündung gehandelt hat. In der Geschichte wird diese Krankheit von vielen als Wendepunkt seines Lebens bezeichnet.
Nach der Krankheit wurde der Kaiser sehr grausam, in dem er alle seine Konkurrenten vernichtete und die Senatoren schlecht behandelte bis hin zu vielen Hochverratsprozessen, welche zum Tod derer führten.

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Seine großen Pläne, aber keine Erfolge

Caligula war zwar ein grausamer Herrscher. Aber er konnte nicht gerade mit militärischen Eroberungen aufwarten. Es gab Versuche das römische Reich zu vergrößern, aber ohne Erfolg.
Er wollte aber Erfolge vortäuschen, daher versuchte er gallische Gladiatoren anzuwerben. Diesen sollten die Haare rot gefärbt werden, damit das römische Volk die Gallier als germanische Gefangene ansehen konnte. Eine weitere Möglichkeit der Täuschung waren die von seinen Soldaten an der Nordsee gesammelten Muscheln, welche als Beutestücke ausgegeben worden sind. Es gab hier keine echten Beutestücke von den Kriegszügen, auf denen er gewesen ist. Aber um die Täuschungen von Siegen aufrechtzuerhalten, sollte sein Statthalter in griechischen Provinzen Kunstgegenstände stehlen. Selbst eines der antiken Weltwunder, die Zeus-Statue des Phidias wollte er in Rom haben. Caligula hatte viele Pläne. Doch fast alle von diesen wurden nicht verwirklicht. Zum Beispiel der Plan über den Bau eines Kanals über die Meerenge von Korinth oder eine Straße über die Alpen wurden nicht in die Tat umgesetzt.
Stattdessen war er dafür verantwortlich, dass die Gefängnisse vergrößert wurden. In diese wurden seine Gegner gesteckt, während er im Luxus lebte. Dazu zählte, dass seine Gemächer und Lustgärten sehr luxuriös gestaltet waren. All diese schlechten Beschreibungen bestätigten das Bild des grausamen Tyrannen.

Das Ende von Calugula

Jeder Mensch, der seine eigene Meinung über den Kaiser kritisch von sich gab, konnte schon zum Tode verurteilt werden. Hierbei war es sogar ausreichend, sich negativ über seine Kleidung zu äußern. Daher war es alles andere als verwunderlich, dass Caligula dann doch von Mitgliedern seiner Leibgarde am 24. Januar 41 ermordet worden ist.

Über seinen Tod waren die Senatoren und auch die Bevölkerung sehr froh. Die Menschen wollten keine Erinnerungen mehr an diesen grausamen Herrscher haben. Aus diesem Grund wurden alle Statuen von ihm, Münzen (auf denen er abgebildet war)und Schriften aus seiner Regierung vernichtet. Alle Maßnahmen der Regierung von Caligula waren dann sogar unter seinem Nachfolger Claudius nicht mehr gültig. Viele sind der Meinung, dass Caligula verrückt gewesen ist. Er soll den sogenannten Cäsarenwahn gehabt haben. Bis heute ist nicht bewiesen, ob er physisch krank war oder ob seine Grausamkeit nur die Auswirkung von Angst vor seinen Gegnern war.

Autor des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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