Warum beinhalten Währungssymbole immer mehrere Striche? Aufklärung

Warum beinhalten Währungssymbole immer mehrere Striche

Dollar, Euro, Pfund, Rubel und Yen haben nicht nur gemeinsam, dass es sich bei allen um Währungen handelt. Die jeweiligen Währungssymbole zeichnen sich zusätzlich dadurch aus, dass sie mit einem oder zwei vertikalen oder horizontalen Strichen versehen sind. Diese fünf Währungen sind bei weitem nicht die einzigen, deren Symbole diese charakteristischen Striche aufweisen. Auch die indische Rupie, die türkische Lira und der koreanische Won sind mit diesen Merkmalen gestaltet. Viele weitere haben ein ähnliches Design.

Aber warum beinhalten so viele Währungssymbole immer einen oder mehrere Striche? Hier erfährst du alles Wissenswerte darüber.

Es ist nicht die ISO 4217

Die Internationale Organisation für Normung schreibt auch eine Norm für Währungs-Abkürzungen vor. Diese Norm trägt die Bezeichnung ISO 4217. Mit dieser Norm werden allerdings keine Striche im Währungssymbol vorgeschrieben. Die Norm bezieht sich auf das dreistellige Buchstabenkürzel und den dreistelligen numerischen Code, den jede Währung zur eindeutigen Identifizierung benötigt. Horizontale oder vertikale Striche sind dafür nicht notwendig. Es handelt sich bei den Strichen in Währungssymbolen also nicht um eine Normvorgabe.

Ein Symbol für Tausch und Stabilität

Tatsächlich hat es sich über die Zeit hinweg kulturell entwickelt, Währungssymbole mit Strichen zu versehen. Ursprünglich geht es wahrscheinlich auf die englische Währung Pfund zurück. Das englische Pfund ist die älteste starke Währung der Welt, die immer noch gebräuchlich ist. Seit mehr als einem Jahrtausend gibt es das englische Pfund. Die Bezeichnung leitet sich von dem lateinischen Wort “libra” ab, welches Pfund bedeutet. Das Symbol dieser Währung ist bis heute ein geschwungenes “L” mit einem horizontalen Strich. Von diesem Ursprung her entwickelten sich viele Währungen und ihre Symbole. Das Währungssymbol für die frühere italienische Lira zum Beispiel war das Gleiche, wie für das englische Pfund, nur mit zwei Strichen.

Diese Linie kann bis heute weiter verfolgt werden, denn auch neuere Währungen wie der 2002 als Bargeld eingeführte Euro weisen die charakteristischen Striche auf. Beim Euro sollen die Striche zusätzlich die Stabilität einer gemeinsamen Währung für die Europäische Währungsunion symbolisieren. Dieser Idee schloss sich die Türkei mit der Schaffung eines neuen Symbols für die türkische Lira an. Seit 2012 besteht es aus einem L mit zwei nach rechts leicht aufsteigenden parallelen Strichen. Das soll den Aufstieg der türkischen Ökonomie symbolisieren, der für einen möglichen Beitritt der Türkei zur EU Voraussetzung wäre.

Aufgrund der Erschließung des süd- und nordamerikanischen Kontinents durch die Europäer und vor allem die Engländer seit dem Ende des 15. Jahrhunderts ist anzunehmen, dass sich auch die Währungssymbole für Gold, mexikanische Peso und amerikanische Dollar basierend auf diesem Verständnis entwickelt haben. Die Striche können somit als universales Symbol für die Bedeutung von Währungen im globalen Handel verstanden werden. Sie signalisieren die Stabilität und den kulturellen Austausch von Gütern, die Währungen durch den leichten Tausch von Waren gegen Geld global ermöglichen.

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