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Warum hat Jesus 40 Tage gefastet? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer

Glaube und Tradition sind ein wichtiger Bestandteil von Religionen. Jede Religion hat ihre eigenen Traditionen, ihre eigenes Glaubensmuster – und doch scheint der Grundstein vieler Religionen der Gleiche zu sein. Jesus ist für die römisch-katholische Kirche eine der wichtigsten Personen. In der Bibel steht vieles über ihn geschrieben, besonders aber kennt man seinen Geburtstag, den 24. Dezember, den wir als Weihnachten feiern. Also wird an Weihnachten Geburtstag gefeiert. In unserer Sprache heißt “Weihnacht” die “geweihte Nacht” – wobei Jesus ursprünglich sogar im Hochsommer zur Welt gekommen sei. Wie Weihnachten dann gerade im Winter entstand – das weiß niemand so genau.

Ostern

Ein anderes und genau so bekanntes, noch wichtigeres Fest der katholischen Glaubensgemeinschaft ist Ostern. Nein, nicht der Osterhase steht hier im Vordergrund – sondern die Auferstehung Christus.

Jesus soll drei Tage im Reich der Toten gewesen sein, bis er am Morgen des Ostersonntags lebendig aus seinem Grab herausgestiegen sei. Bezeugt wurde dies von drei Frauen, unter anderem Maria-Magdalena, welche ihm vor seiner Kreuzigung ein Handtuch gereicht hatte. Erst glaubten es die Frauen nicht, doch als Beweis zeigte Jesus seine vernarbten Hände.

Ob das so stimmt oder nicht, das weiß niemand wirklich genau. Jeder entscheidet für sich selbst, woran er glaubt und woran er nicht glaubt. Deshalb heißt es in der Religion auch “Glaube.”

Vierzig, vierzig, vierzig – Warum denn das?

Die Zahl Vierzig ist eine der wichtigsten Symbole in der Bibel. Der Rhythmus der Heilsgeschichte ist vierzig Jahre. Vierzig Tage und vierzig Nächte war Mose auf dem Berg, um dort die zehn Gebote zu erhalten (Die zehn Gebote sind der Glaubensgrundsatz der christlichen Gemeinschaft, so in etwa das “Gesetz”, woran man sich orientieren kann. Ein paar Regeln, wie “du sollst nicht lügen, du sollst nicht töten”). Elija wanderte vierzig Tage zum Gottesberg, vierzig Jahre herrschte Wüste in Israel.

Jesus war vierzig Tage in der Wüste und fastete demnach vierzig Tage. Dieses Fasten empfinden wir heute noch nach, wie der Name schon verrät: In der Fastenzeit.

Ostern und die Fastenzeit

Die Fastenzeit beginnt in der Fastnacht, die Nacht nach dem Faschingdienstag. Man feiert Karneval – ein Fest, wo nochmal so richtig geschlemmt wird und man sich kunterbunt anzieht, um sich nochmal auszutoben. Karneval stammt aus dem lateinischen und steht für “Carne vale” – also “Fleisch ade”. Deshalb verzichten die meisten Christen in der Fastenzeit komplett auf Fleisch. Streng Gläubige ernähren sich sogar vierzig Tage nur von Brot und Wasser, um Jesus zu ehren. Ähnlich wie der Ramadan im Islam.

Genau vierzig Tage nach der Fastnacht ist der Ostersonntag, die Auferstehung Christi.
Am Gründonnerstag trägt Jesus sein eigenes Kreuz auf den Ölberg, auf dem er gegen drei Uhr nachmittags gekreuzigt wird. Am Karfreitag hängt er bereits tot am Kreuz, weshalb das der allerstrengste Fasttag der Fastenzeit ist. Am Karsamstag wird Jesus abgehängt und abends in sein Grab gelegt, wo er am Morgen des Ostersonntags quicklebendig aus dem Grabe steigt.

Das Wort “Kar” heißt übersetzt so etwas wie “Trocken”, denn die sogenannte Karwoche war für Jesus eine sehr trockene Woche, sinnbildlich übersetzt.

Vierzig Tage nach dem Ostersonntag ist Christi Himmelfahrt – nach vierzig Tagen kehrt Jesus endlich zu Gott, dem Vater, heim und verlässt das Reich der Lebenden.

Doch warum hat Jesus vierzig Tage gefastet?

Warum genau Jesus gefastet hat, steht nicht in der Bibel. Es wird bloß erklärt, dass er sich vierzig Tage in der Wüste allen möglichen Versuchungen ausgesetzt hat – und widerstanden hat. Anzunehmen ist, dass diese Fastenzeit ein Symbol der Versuchung sein soll – und der Wille, widerstehen zu können. Nicht allen Bedürfnissen nachzugeben, die man empfindet. Genau das machen wir ja auch in der Fastenzeit, wenn wir auf Süßes verzichten – gerade bei Kindern ist da die Versuchung immer recht groß. Zumal es gesund ist, auf Süßigkeiten zu verzichten (weshalb man dann vom Osterhasen als Belohnung Süßes bekommt), weiß man etwas immer mehr zu schätzen und zu ehren, was man länger nicht hatte. So bleiben ein paar Sachen nicht selbstverständlich, denn man sollte niemals alles im Leben als selbstverständlich betrachten.

Die Fastenzeit verhilft uns also wieder dankbarer und wertschätzender zu verschiedensten Sachen zu stehen.

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