Warum ist Ankara die Hauptstadt der Türkei?

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Im Zusammenhang einer grundlegenden Umformung des Staates unter Kemal Atatürk, wurde Ankara am 13. Oktober 1923 die Hauptstadt der Türkei.
Überhaupt entstand die Türkei erst 1923. Von 1299 bis 1923 war es das Osmanische Reich, welches im 17. Jahrhundert große Teile des gesamten Mittelmeerraumes umfasste.
1683 gehörten neben dem Gebiet der heutigen Türkei Algerien, Tunesien und Ägypten aus dem nordafrikanischen Raum und der heutige Irak, Syrien und der Iran aus dem Teil der arabischen Halbinsel zum Omanischen Reich.

Auf der anderen Seite, Richtung Osten, erstrecke sich das Reich bis zum Kaspischen Meer, Teile des heutigen Russlands und der Ukraine gehörten dazu. In Richtung Westen gehörten Teile Österreichs, Griechenland, Albanien, Bosnien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien zum Osmanischen Reich dazu.

Im Zuge des türkischen Befreiungskrieges (1919 – 1923) geriet Ankara, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, in den Mittelpunkt welthistorischer Ereignisse. Als Verbündeter Deutschlands hatte das Osmanische Reich den Krieg 1914/1918 verloren. Nicht nur die arabischen Außengebiete mussten abgetreten werden, auch waren im anatolischen und rumelischen Raum die Besatzungszonen aufgeteilt worden.

Nach Unterzeichnung des Vertrages von Sevres, um 1920, stand im Raum das Griechenland und Armenien türkische Gebiete besetzen würden. Auf diese Situation formierte sich als Reaktion eine nationale Widerstandsbewegung, unter der Führung von Kemal Atatürk, der später noch den Namen Atatürk (Vater der Türkei) erhielt, arbeitete man an einem Plan das man das Osmanische Reich durch eine Republik ablöste, denn der Plan von Sevres wurde nicht anerkannt. Zunächst wurden diese Beschlüsse noch in Istanbul an den Tag gelegt. 1920 wurde Istanbul durch britische Truppen besetze, daher zog man mit dem Parlament nach Ankara, das dadurch zum Zentrum des türkischen Widerstandes wurde.

Es gab einige Gruppen im Osmanischen Reich, die damit nicht einverstanden waren und eine moderne Republik gründen wollten, ganz so wie es die europäischen Staaten bereits hatten. Mustafa Kemal war ihr Vorreiter, er gab sich später selbst den Namen Atatürk, mit der Bedeutung, Vater der Türkei.

1921 zählte Ankara etwa 30.000 Einwohner und selbst als die griechischen Truppen auf etwa 50km an die Stadt herankamen wurde diese nicht geräumt. Nachdem die kemalistischen Truppen 1923 gesiegt hatten, wurde zur Republik ausgerufen. Als Symbol für den Neuanfang wurde Ankara statt der osmanischen Metropole Istanbul zur Hauptstadt bestimmt.

1924 wurde das Kalifat abgeschafft und durch religiöse Gesetze der Scharia ersetzt. So wurden etwa das deutsche Handelsgesetz und das italienische Strafrecht ein Teil der türkischen Republik. Aus dem einst muslimischen Staat wurde die laizistische türkische Republik. Nach dem Willen von Atatürk sollen nun Staat und Religion streng voneinander getrennt werden.

1930, 7 Jahre nachdem Engürije, wie die Stadt eigentlich hieß, zur Hauptstadt wurde, bekam sie ihren offiziellen Namen Ankara. Über einen Kompromiss der griechischen Namensgebung Ankyra und dem türkischen Namen Engürije, entstand dieser Name. Für Atatürk sehr wichtig war es, das Ankara sowohl türkisch als auch europäisch klang.
Ankara ist bis heute mit 4 Millionen Einwohnern die Hauptstadt der Türkei. Sie ist nach Istanbul die zweitgrößte Stadt der Türkei und ein wichtiges Wirtschaftszentrum.

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