Warum sagt man zu hohen Stiefeln “Nuttenstiefel”? Aufklärung

Nuttenstiefel

Haben Sie den Begriff „Nuttenstiefel“ schon einmal gehört und sich gefragt, was das ist? Berühmt wurde dieser Ausdruck nach einem ganz bestimmten Film der 90er Jahre und einem nachfolgenden Modetrend.

Die Pretty Woman Mania

Es war 1990 als Julia Roberts und Richard Gere gemeinsam in einem der Kultfilme der Epoche auftraten. Ausgestattet mit unglaublich hohen, lackschwarzen Highheels Stiefeln stand Julia Roberts alias Vivian auf dem Sunset Boulevard in Los Angeles als ein silberner Sportwagen mehr zufällig vor ihren Füßen hält. Es ist der Beginn einer Romanze, wie sie in Hollywood nicht schöner geschrieben werden könnte. Die alte Legende vom Tellerwäscher, der zum Millionär wurde, wandelt sich hier zur Prostituierten, die durch Charme und Authentizität zur Millionärsgattin avanciert.

Das Filmplakat mit der leicht bekleideten Hollywood Ikone samt den von da an berühmt berüchtigten Stiefeln hing damals in jedem Teenager Zimmer. Die Plakate wurden geklaut, beschmiert, geliebt und gehasst. Ebenso kontrovers wie das Thema der käuflichen Liebe in der gesellschaft diskutiert wurde, ging man eben mit dem Kult rund um eine Nutte um.

Die hohen Stiefel für den Alltag

Julia Roberts löste damit nicht den ersten und nicht den letzten Modetrend aus. Audrey Hepburn alias Holly Golightly, das leichte Mädchen aus dem noch etwas sittenstrengeren Film „Frühstück bei Tiffany“ machte den „Nuttenstengel“ berühmt. Die Zigarette nebst extrem langer Zigarettenspitze für besonders elegante bis leicht anrüchige Damen.

In den 1990er und nach „Pretty Woman“ kamen die hohen Stiefel zum ersten Mal seit dem Plateau- und Glimmer-Wahn der schrillen 1970er wieder so richtig in Mode. Nur sehr wenige Frauen trauten sich im Alltag die ganz hohe Variante zu tragen, die bis weit über die Knie reicht. In der Beurteilung der Menschen spann sich von dieser Art Schuhmode sofort ein Faden zur Prostituierten Vivian.

Langsam etablierte sich im leichten Sprachgebrauch der Jugend der Begriff „Nuttenstiefel“ für so ziemlich alle Varianten, die um das Knie herum reichen, schwarz, velour-samtig oder glänzend waren. Der Begriff hat sich heute fest im Sprachgebrauch etabliert und wird meistens in einem leicht neckischen, aber durchaus freundlichen Zusammenhang gebraucht. „Nuttenstiefel“ sind provokant und erotisch. Ganz ähnlich wie der „Nuttenstengel“ können sie auch einer ganz normalen Dame den gewissen Hauch einer mysteriösen Verruchtheit verleihen.

Warum Nutten Stiefel tragen

Neben Highheels und Stilettos in knallen Farben oder sogar mit Glitzern besetzt, sind hohe Stiefel das Hauptschuhwerk von Prostituierten. Warum das so ist, hat sicherlich noch kein Wissenschaftler fundiert geklärt. Allerdings gibt es zahlreiche Studien dazu, worauf die männliche Aufmerksamkeit besonders gerichtet ist.

Neben knallen Farben, kurvigen Formen und Netzstrumpfhosen sind es eben auch hohe, dunkle Stiefel, die als besonders anziehend und reizend empfunden werden. Das langsame Öffnen der Reißverschlüsse kann die Herrenwelt ebenso in Erregung versetzten, wie ein fallendes Röckchen. Kein Wunder galten Beine doch noch weit bis ins vergangene Jahrhundert hinein als äußerst erotisch. In den vergangenen Jahrhunderten hätte sich kaum eine sittsame Frau getraut, überhaupt nacktes oder reizvolles Bein zu zeigen.

Die Beine blieben stets gut geschützt und versteckt von wallenden Röcken und Schuhen, die nicht einmal einen Knöchel erblicken ließen. Noch in der Renaissance galt eben dieser übrigens als das höchste der Erotik überhaupt. Ein nackter Busen konnte einen Mann bei weitem nicht so in lustvolle Laune versetzten, wie dies die feine Verheißung eines Knöchels konnte. Der Trend lebt momentan wieder auf und trägt den Modebegriff „Flanking“.

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