Was bedeutet Bamboocha bei Fanta Bamboocha?

Was bedeutet Bamboocha bei Fanta Bamboocha

„Trinke Fanta, sei Bamboocha“, lautete der Slogan eines umfassenden Marketing-Konzeptes, mit dem das Unternehmen Coca-Cola die Orangenlimonade 2006 bewarb. Noch heute fragen sich viele Menschen, ob Bamboocha ein Kunstwort ist oder ob es diesen Ausdruck tatsächlich gibt und was er – so oder so – zu bedeuten hat.

Eine rätselhafte Botschaft: „Iss das Leben mit dem großen Löffel!“

Den Fanta-Werbespots zufolge heißt Bamboocha übersetzt: „Iss das Leben mit dem großen Löffel.“ Ob es sich dabei wirklich um eine polynesische Redensart handelt, sei dahingestellt. In jedem Fall steht ein Konzept dahinter, das die Vorstellung von einem polynesischen Lebensgefühl vermittelt, das Leichtigkeit und Gelassenheit umfasst.

Begriff und Strategie vermitteln Exotik, Spaß, Lebensfreude, Naivität und Abenteuer und richten sich damit vorwiegend an ein junges Publikum, das Freude daran hat, sich auszuprobieren und davon träumt, in ferne Welten zu reisen. Der Begriff lässt zudem viel Spielraum für eigene Interpretationen, wie noch heute die Kommentare unter YouTube-Videos zeigen, in denen Bamboocha mal als verspielt bis süß, mal sexuell gedeutet wird.

Zwei komische Typen und ihre Sicht der Bamboocha-Welt

Im Mittelpunkt der Bamboocha-Kampagne stand die Inszenierung einer klischeehaft dargestellten polynesischen Inselwelt. In kleinen Episoden wurden die Erlebnisse der beiden Anti-Helden Jimmy Humuhumunukunukuapa und seines Freundes Little Bruddha erzählt, die sich zumeist eher ungeschickt anstellten, gerade deshalb aber die Sympathien und die Lacher auf ihrer Seite hatten. Die Spots wurden im Fernsehen ausgestrahlt, aber auch Radiosender und das Internet wurden für die Kampagne genutzt.

In den Kurzvideos versuchen Jimmy und Little Bruddha, den Zuschauern zu erklären, was das eigentlich ist, so ein Bamboocha-Feeling. Dabei spielen sie mit Elementen, die Sehnsucht und Fernweh auslösen, aber auch mit Stereotypen, für die das Unternehmen Coca-Cola allerdings auch viel Kritik erntete. Für den Betrachter bleibt unklar, ob sie selbst Einheimische oder Touristen sind – da sie sich zwar optisch ihrer Umgebung anpassen, sich darin aber tölpelhaft wie Fremde aufführen.

Chillen mit der Community – Bamboocha als vorbildliche Werbestrategie

Begleitet wurde die Werbekampagne von einer für den damaligen Stand vorbildlichen Strategie, Nutzer über die Fanta-Website einzubeziehen und zu zahlreichen Interaktionen zu motivieren. So konnten Besucher der Website beispielsweise ihre eigenen Bamboocha-Fotos erstellen, also Fotos von sich hochladen und diese mit verschiedenen Accessoires virtuell dem Bamboocha-Stil anpassen. Die Ergebnisse konnten dann als MMS oder als E-Mail-Anhang an Freunde verschickt werden – was die Teilnehmer natürlich zu ausgezeichneten Multiplikatoren für die Fanta-Werbung machte.

Nicht mehr zeitgemäß, aber rückblickend äußerst innovativ

Bamboocha steht damit insgesamt für Lebensfreude und Genuss und vermittelt das Gefühl, Teil einer großen weltweiten Community zu sein. In den zugehörigen Videos wird geflirtet, getanzt, gechillt und viel herumgeblödelt. Nicht denken, sondern machen, nicht zögern, sondern lachen, auch wenn mal etwas schiefgeht, ist eine der unterschwelligen Werbebotschaften. Bei Problemen hilft dann natürlich immer der sprudelnde Geschmack der beworbenen Orangenlimonade. Dem Lebensgefühl heutiger Jugendlicher dürfte Bamboocha weniger entsprechen – 2006 dagegen traf die Kampagne den Nerv der Zeit.

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