Was bedeutet “Die Würde des Menschen ist unantastbar”?

Was bedeutet

Was bedeutet „Die Würde des Menschen ist unantastbar“?

Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ klingt im ersten Moment wie ein ganz gewöhnlicher Satz, ist aber der erste Satz im ersten Artikel des Grundgesetzes, der deutschen Verfassung. Dieser Satz soll die Menschenwürde jeder Person vor Gefahren schützen. Nach ihm richtet sich alles, was im Grundgesetz und was in den anderen deutschen Gesetzen stehen sollte.

  • Unsere Gesellschaft,
  • unser Zusammenleben,
  • die Behörden,
  • die Verwaltungen,
  • die Institutionen,
  • die Polizei
  • und die Justiz

sind alle diesem Satz unterworfen, sogar die Unternehmen, die Krankenhäuser, die Schulen und Universitäten, die Vereine und vieles andere mehr.

Eine Aufforderung oder ein Gebot?

Mit dem Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ wird keine feststehende Tatsache beschrieben, sondern es wird damit zugleich auch eine Aufforderung und ein Gebot ausgesprochen. Der Satz bedeutet daher auch: „Die Menschenwürde soll unantastbar sein“. Alles, was dieser Würde widerspricht, ist aufgrund des ersten Satzes des Grundgesetzes letztendlich verfassungswidrig und kann vor dem Verfassungsgericht angeklagt und von ihm verboten werden, was in vielen Fällen auch wirklich geschieht. Andere Gerichte, Institutionen und der Staat müssen sich dann an diese Entscheidungen und die Urteile halten.

Ein Satz mit Ewigkeitsgarantie

Was hat heutzutage „Ewigkeit“? Vielleicht nicht viel. Doch das Grundgesetz bestimmt in der „Ewigkeitsklausel“ in Artikel 79 (3), dass unter anderem der Artikel 1 des Grundgesetzes nie verändert werden darf. Daher ist der Satz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ewig unveränderbar. Er kann auch von keiner Mehrheit im Bundestag jemals abgeändert oder gestrichen werden, egal wie groß sie ist. Das macht ihn besonders wichtig.

Ein Satz mit vielen historischen Gründen

Das Grundgesetz stammt von 1949, aus der Zeit nach dem „Dritten Reich“. Jeder Respekt vor der Menschenwürde wurde unter Adolf Hitler zerstört und zertreten. Der NS-Staat ermordete jeden, der ihm widersprach, und tötete Millionen in Vernichtungslagern wie Auschwitz, vor allem Juden. Die Würde des Menschen war dort wertlos. Als Zeichen der Umkehr setzten die Väter und Mütter des Grundgesetzes die Menschenwürde an die oberste Stelle der Verfassung.

Die Menschenwürde und das Naturrecht

„All men are created equal“ ist ein Satz von Jefferson und bedeutet, dass jeder Mensch gleich geboren ist und alle dieselben Rechte haben sollten, die ihnen die Natur verliehen hat. Mit der Geburt ist jeder ein Wesen mit Würde, dass man zu achten und zu respektieren hat. Es ist egal, ob ein Mensch in Palästen oder auf Parkbänken lebt. Jeder hat einen Anspruch auf ein Leben in Würde. Der Satz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ garantiert diesen Anspruch.

Die Würde des Menschen gilt auch bei Krankheiten und beim Tod

Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ regiert auch die staatlichen und die behördlichen Erwägungen zum Thema der Krankheiten, Krankenhäuser und dem Sterben in besonderer Weise. Daher ist dieser Satz auch in diesem Bereich von besonderer Bedeutung. Menschen müssen auch im Alter eine würdevolle Behandlung erhalten. Im Wettstreit zwischen den ökonomischen Überlegungen der Krankenhäuser und der Menschenwürde hat die Würde der Menschen immer den Vorrang dank dieses ersten Satzes des Grundgesetzes

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