Was bedeutet sterilisierbar & autoklavierbar bei Kunststoffen?

Was bedeutet sterilisierbar & autoklavierbar bei Kunststoffen

Wer einen Gegenstand oder ein Material sterilisieren muss, der möchte so viele Viren, Pilze, Bakterien und Algen wie möglich beseitigen. Doch nicht alle Kunststoffe können problemlos sterilisiert und autoklaviert werden. Hier kommt es auf die Materialzusammensetzung, auf die Eigenschaften der enthaltenen Komponenten, die Oberflächenstruktur an und das notwendige Sterilisationsverfahren an. Ein Kunststoff, der sowohl sterilisierbar als auch autoklavierbar ist, ist beständig gegenüber speziellen Reinigern und Substanzen, er behält bei Kontakt seine Oberflächenstruktur und verträgt Hitze bis zu einem gewissen Maß. Wo genau die Unterschiede liegen und welche Maßnahmen durchgeführt werden können, klärt der folgende Artikel.

Was sind sterilisierbare Kunststoffe?

Bei sterilisierbaren Kunststoffen handelt es sich um sogenannte Hochleistungs- und Sonderkunststoffe. Kunststoffe haben eine wesentlich niedrigere Dichte als rostfreier Edelstahl oder Glas. Sie sind korrosionsbeständig und schlagzäh. Bei einer flüssigen Sterilisation kann das enthaltene Wasser dem Kunststoff nichts anhaben. Daher ist es vor allem in den Bereichen der Medizin, der Pharmaindustrie und der Lebensmittelindustrie. Hier müssen tägliche Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff immer wieder sterilisiert werden, bevor sie erneut verwendet werden können. Die besonderen Kunststoffe lösen sich bei Kontakt mit Reinigungsmitteln nicht auf und können im Autoklav sterilisiert werden.

Ein Autoklav ist ein gasdichter Behälter, in welchem Überdruck oder ein Vakuum erzeugt wird, um Gegenstände zu sterilisieren. Häufig wird eine Dampfdruck-Sterilisation vorgenommen. Hierbei wird besonders heißer Wasserdampf verwendet, um schädliche Keime abzutöten und so zu beseitigen. Kunststoff, der autoklavierbar ist, verträgt sowohl den Druck als auch die möglichen Temperaturen im Autoklaven.

Anwendungsgebiete spezieller Kunststoffe und Beispiele

Sterilisierbare Kunststoffe werden sehr häufig im medizinischen Bereich eingesetzt. So zum Beispiel in der Zahnmedizin. Verschiedene Handwerkzeuge von Zahnärzten, Zahnarzthelferinnen oder Prophylaxehelferinnen bestehen aus festen Handstücken und Aufsätzen, die für jeden Patienten nur einmal verwendet werden. Die Handstücke werden zwischen den Behandlungen sterilisiert und/oder autoklaviert.

Auch in der Pharmaindustrie werden Gerätschaften verwendet, die teilweise oder ganz aus Kunststoff bestehen. Sie dienen der Herstellung, der Verpackung oder dem Abwiegen von Medikamenten oder Chemikalien. Um den strengen Normen der pharmazeutischen Produktion zu genügen, werden hier immer wieder sterilisierbare Kunststoffe verwendet. Zu diesen gehören beispielsweise Polysulfon oder Polyimid. Sie sind hydrolysebeständig und können sogar Gammastrahlen ausgesetzt werden, wie es bei der Gammastrahlensterilisation der Fall ist.

Ein weiteres Beispiel sind sterilisierbare Kunststoffe in der Lebensmittelindustrie. Es sind Röhren und Verschlüsse, Schüsseln und Behältnisse für Fleisch, Milchprodukte, Feinkostprodukte und Soßen. Sie werden industriell in großen Mengen produziert und in haushalts- oder gastroübliche Verpackungen abgefüllt. Die großen Behältnisse müssen zwischendurch sterilisiert werden, genau wie Schläuche, Röhren oder Verbindungsstücke. Das garantiert immer saubere und frische Lebensmittel.

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