Was bedeutet VB/VHB bei Kleinanzeigen? Erklärung

Was bedeutet VB/VHB bei Kleinanzeigen

Neuwaren sind in der Regel nur zu einem festen Preis erhältlich. In einem Einzelhandelsfachgeschäft oder auch in Online-Shops können Preise für Waren nicht verhandelt werden. Beim Handel mit Gebrauchtwaren sieht dies jedoch häufig anders aus. Der Wert gebrauchter Waren ist meistens nicht eindeutig kalkulierbar. Das gilt besonders, wenn Privatleute gebrauchte Gegenstände verkaufen möchten.

VH/VHB heißt Verhandlungsbasis – wie es funktioniert

Auf Kleinanzeigen,- Wochen- und Flohmärkten finden sich daher häufig die Bezeichnungen VB oder VHB. Diese Kürzel stehen für den Begriff Verhandlungsbasis. Verhandlungsbasis bedeutet, dass der Verkäufer bereit ist, mit möglichen Käufern über den Preis der Ware zu verhandeln. Die Preisaushandlung basierend auf einer Verhandlungsbasis gibt es in zwei Varianten, obwohl nur eine davon wirklich Verhandlungsbasis ist.

Variante A: Verhandlungsbasis mit Angabe einer Preisvorstellung

Bei dieser Angebotsmethode steht neben dem Kürzel VB oder VHB eine Zahl, zum Beispiel 100 oder 150. Mit dieser Zahl gibt der Verkäufer an, welchen Betrag er sich als Bezahlung für die Ware vorgestellt hat. Das VB zeigt aber in so einem Fall deutlich, dass der Verkäufer bereit ist, unter gewissen Umständen diesen Preis mit Käufern nachzuverhandeln.

Wichtig hierbei ist, dass es sich bei der Angabe eines Preises auf Verhandlungsbasis in der Regel um einen realistischen Betrag handelt, in welchem Bereich der schlussendliche Preis auch liegen sollte. Wenn Käufer einem Angebot mit dem Verweis “VB 100” mit einer deutlich niedrigeren Preisvorstellung von zum Beispiel 30 Euro begegnen, wird das in der Regel nicht zum Erfolg führen. Die Verhandlungsbasis ist nicht zum Preise prellen gedacht. Vielmehr soll es die grundsätzliche Möglichkeit anzeigen, dass ein etwas niedrigerer Preis für den Verkäufer in Frage kommt. Wenn der Käufer zum Beispiel kleinere Macken an einem gebrauchten Schrank entdeckt, ist der Wunsch eines Käufers, den Preis nach unten zu korrigieren, nachvollziehbar.

  • Vorteile: Die Verhandlungsbasis mit Preisvorstellung bietet Käufern eine Orientierung an, in welchem Preisfeld sich die Verhandlungen bewegen sollen. Und Verkäufer haben eine gewisse Sicherheit, dass ihre groben Preisvorstellungen am Ende auch realisiert werden können.
  • Nachteile: Unrealistische Preisvorstellungen hemmen eine gute Verhandlung von Anfang an. Manche Käufer werden durch relativ hohe Verhandlungspreise auch schnell abgeschreckt und es kommt gar nicht erst zu Verhandlungen.

Variante B: Verhandlungsbasis ohne Angabe einer Preisvorstellung

Der Begriff Verhandlungsbasis ist eigentlich immer an die Nennung einer Preisvorstellung gekoppelt. Dennoch findet sich bei privaten Anzeigen auch häufig nur die Angabe “VB”, ohne das eine Preisvorstellung angegeben wird. In dem Fall bedeutet es, dass der Verkäufer frei über den Preis verhandeln möchte. Er erwartet dann von Käufern, dass diese ihm ihre Preisvorstellungen nennen. Für diese Art von Angeboten gibt es eigentlich einen eigenen Begriff, nämlich VS. Das steht für Verhandlungssache. Allerdings werden VB und VS häufig gleichgesetzt. Deswegen können Käufer bei der Angabe VB ohne Preisvorstellung davon ausgehen, dass VS gemeint ist.

  • Vorteile: Verkäufer können erst einmal schauen, welche Angebote sie erhalten und sehen, welche Preise eventuell erzielbar sind. Und Käufer haben mehr Verhandlungsspielraum.
  • Nachteile: Ohne die Angabe einer Preisvorstellung können Verkäufer nie sicher sein, ob es zu einem für sie annehmbaren Preis kommt. Es besteht die Gefahr, dass die Ware am Ende zu sehr niedrigen Preisen verkauft werden muss. Ohne preisliche Richtlinien können Käufer dafür nur schwer realistische Angebote machen.

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