Was bedeutet “Vorkasse”? – Erklärung

Was bedeutet

Als Vorkasse wird eine Zahlungsbedingung verstanden, bei der der Käufer eine Zahlung leistet, bevor er die Ware oder Dienstleistung erhält.

Entgegen den kaufvertragstypischen Regelungen

Grundsätzlich schlägt der Gesetzgeber vor, dass im Zuge eines Kaufvertrages zunächst der Verkäufer eine Leistung erbringt (zum Beispiel Warenlieferung) und anschließend der Käufer den vereinbarten Kaufpreis bezahlt. Da diese Reihenfolge jedoch nicht bindend ist, kann das Leitbild für individuelle Verträge geändert werden.

Besteht der Verkäufer auf eine Vorkasse, muss der Käufer zunächst eine Vorleistung in Form einer Bezahlung erbringen und erhält erst im Anschluss das erworbene Produkt. In der Praxis wird zwischen Anzahlung und Vorauszahlung unterschieden, wobei bei ersterer nur ein Teil des Kaufpreises und bei letzterer der komplette Kaufpreis bezahlt wird.

Risiko für den Käufer

Da der Käufer eine Leistung erbringt bevor der Verkäufer die Ware liefert, nimmt er das Risiko in Kauf, das Produkt schlussendlich nicht zu erhalten. Die Vorauskasse ist daher ein Kundenkredit, der die üblichen Kreditrisiken beinhaltet.

Typische Fälle, in denen diese Risiken schlagend werden, sind die Insolvenz des Verkäufers oder die grundsätzliche Verweigerung der Warenlieferung. Um Vorschussbetrug zu vermeiden, sollten Käufer daher auf am Markt etablierte Verkäufer mit hohem Ansehen zurückgreifen.

Anwendung der Vorauskasse

Auf Vorauskasse wird häufig im Außenhandel bestanden, wenn beispielsweise der Exporteur die Produktion erst dank der Vorauszahlung starten kann. Ein anderes klassisches Beispiel ist der Onlinehandel, wo erworbene Produkte erst nach vollständiger Bezahlung versendet werden. Privathaushalte treffen auf die Vorkasse unter anderem bei der Bezahlung ihres Strombezugs, ihrer Versicherungsleistungen oder der Mobilfunkrechnung.

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