Was feiern wir am Erntedankfest? – Erklärung & Bedeutung

Es gibt viele Feste, die in der heutigen Zeit immer noch begangen werden. Eins davon ist das Erntedankfest. Dieses Fest ist ein sehr altes Fest.
Es geht darauf zurück, dass vor vielen Jahren ein Großteil (80 Prozent) der Menschen auf dem Land lebten. Sie mussten sich selbst durch ihre eigenen Erzeugnisse durchbringen. Auch im Winter war es notwendig, dass die Ernte in den anderen Jahreszeiten erfolgreich und ausreichend gewesen ist. Nur so konnten die Menschen auch diese kalte Jahreszeit überleben.
Daher wollten die Menschen am Ende der Erntezeit Gott dafür danken, dass die Ernteerzeugnisse zufriedenstellend gewachsen sind. Die Menschen wollten mit dem Erntedankfest zeigen, dass ihre tägliche Nahrung nicht selbstverständlich ist und stattdessen hart erarbeitet werden musste.

Idee des Erntedankfestes

Der ursprüngliche Gedanke des Erntedankfestes kommt aus vorchristlichen Religionen. Selbst die Juden und auch Mitglieder anderer römischer Religionen dankten im Herbst Gott für eine reiche Ernte und die Erzeugnisse, welche lebensnotwendig waren, mit einer Feier.
Seit dem 3. Jahrhundert feiert man das uns bekannte Erntedankfest. Hierbei wird vermutet, dass es ursprünglich ein römischer Brauch gewesen ist.

Erntedank im Christentum

Am ersten Sonntag nach Michaelis, also dem 29.9., wird bei den Anhängern der evangelischen Kirche das Erntedankfest begangen.
Die katholische Kirche hat stattdessen keinen genauen Termin für dieses Fest festgelegt. Doch wird überwiegend von den Katholiken dieses Fest am ersten Sonntag im Oktober gefeiert.

Bei der Feier werden Körbe gefüllt mit Früchten oder eine Erntekrone (geflochten aus Ähren und geschmückt mit Feldfrüchten) dem Altar dargeboten. Bei dem anschließend stattfindenden Gottesdienst erfolgt dann die Danksagung an Gott für die erfolgreiche Ernte.

Es gibt aber auch Gemeinden, die das Fest sehr groß aufbauen. Hierbei gibt es dann ein Festessen und es wird sogar getanzt. Dann finden zum Beispiel in ländlichen Gebieten Jahrmärkte statt. In solchen Orten werden dann nach einem Brauch sogar Strohpuppen auf dem Feld verbrannt.

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Vergleich Erntedank in der Vergangenheit und woanders

 

Früher

In alten Zeiten wurden die Erntedankfeste von den Gutsherren organisiert. Diese versammelten alle Mägde und Knechte, damit sie diese bewirten konnten. Es gab zum Beispiel Erntebier und ein großes Festessen.

Schottland

Bei dem Erntedankfest in Schottland wird bis heute eine Ernte-Suppe gereicht. Diese nennt man Hotch-Potch und enthält frisches Fleisch und Gartengemüse bester Qualität. Sie gilt als Spezialität und soll heilende Kräfte besitzen.

Andere Orte

Es gibt auch Orte bei denen eine Erntepuppe hergestellt wird. Diese besteht aus den letzten Strohgarben und wird auf dem Feld gelassen. Damit soll dann eine Opfergabe für Gott dargestellt werden.
Es gibt aber auch andere Gegenden, bei denen die Puppe nicht auf dem Feld verbleibt sondern mit zum Fest mitgenommen wird. Bis heute kann man solche aus Strohballen hergestellte Puppen noch auf den Feldern sehen.

Gemeinsamkeit

Die Bräuche zu diesem Fest sind überwiegend von Land zu Land bzw. Region zu Region unterschiedlich. Doch gibt es eine Gemeinsamkeit:
– Mit dem Erntedankfest wollen die Menschen ihren Dank an Gott zeigen, dass die Erde fruchtbar gewesen ist und dadurch die Ernte mit lebensnotwendigen Nahrungsmitteln und Früchten erfolgreich war. Somit können die Menschen den Winter überleben, ohne hungern zu müssen.

Autor des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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