Was genau ist ein Bahnhofskind? – Aufklärung

Als Bahnhofskind werden umgangssprachlich Kinder bezeichnet, die auf der Straße leben. Häufig ist der Bahnhof ein wichtiger Anlaufpunkt für Obdachlose jeden Alters, aber eben besonders auch für Kinder und das aus verschiedenen Gründen.

Grund 1: Die Kälte

Kinder, die ohne ein Zuhause leben, müssen auf der Straße bei jedem Wind und Wetter schlafen. Krankheiten sind dadurch keine Seltenheit, im schlimmsten Fall kann man schon alleine durch die Kälte sterben. Ein Bahnhof hat viele versteckte Winkel und Ecken, in denen Obdachlose sich vor Wind, Regen und Kälte etwas schützen können. An größeren Bahnhof gibt es auch die Möglichkeit, zur Bahnhofsmission zu gehen und dort für ein paar Nächte zu schlafen und etwas zu essen.

Grund 2: Drogen

In vielen Fällen haben die Straßenkinder Kontakt zu Drogen. Zu Beginn sind es leichtere Drogen wie Alkohol, Zigaretten oder Marihuana, aber schnell geraten sie auch in gefährlichere Gebiete. Abhängigkeiten von Drogen wie Haschisch, Heroin, Crysthal Meth, Ectasy und viele andere gefährliche Stoffe zwingen die Kinder und Jugendlichen dazu, sich immer wieder in den Kontakt mit Dealern zu begeben. Gerade in Großstädten ist ein typischer Ort, um Drogen zu kaufen, der Bahnhof und dessen Umgebung.

Grund 3: Prostitution

Besonders um den Drogenkonsum zu gewährleisten, prostituieren sich etliche Bahnhofskinder, egal ob männlich oder weiblich, auf dem so genannten Babystrich. Es ist bekannt, dass sich am Bahnhof junge Prostituierte anbieten, so dass Freier gezielt auf sie zukommen.
Selbstverständlich ist die häufige Anwesenheit von gefährdeten Kindern und Jugendlichen an Bahnhöfen auch der Polizei bekannt, sodass Bahnhofskinder häufig an eben diesem von ihnen eingesammelt werden.

Wir Kindern vom Bahnhof Zoo

Das Leben eines Bahnhofskindes ist in dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ eindrucksvoll dargestellt, in dem Christiane F. ihr Leben in Berlin dokumentiert und schonungslos über ihren Drogenkonsum, ihre Prostitution und ihren Kampf ums Überleben berichtet. Christiane lebt zeitweise auf der Straße und zeitweise bei ihrer Mutter, aber da sie ihren Drogenkonsum nicht in den griff bekommt, ist der Bahnhof für sie Hauptschauplatz für ihre Prostitution und den Missbrauch der Rauschmittel.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here