Affektives Lernen- eine Lernmethode aus dem mehrdimensionalen Lernen

Bereits in den 1950er und 1960er Jahren wurde der Begriff des mehrdimensionalen Lernens von Lerntheoretikern behavioristischer Ausrichtung geprägt. Mehrdimensionales Lernen bedeutet nach Siegbert Warwitz, dass beim Aneignungsprozess verschiedene Fähigkeiten miteinander verknüpft werden. Das Lernen findet auf mehreren Ebenen statt. So findet ein intensiverer und nachhaltigerer Verarbeitungsprozess des Lernstoffes statt. Das Gelernte bleibt also besser haften.

Kinder lernen durch natürliche Aneignungsprozesse

Jenseits der Schule lernt das heranwachsende Kind aus seinen Erfahrungen in einem ständigen Wechsel und gleichzeitiger Anwendung:

  • sensorisches Lernen ( alles, was man anfassen, schmecken, riechen, hören kann)
  • observatives Lernen durch Beobachtung
  • mentales Lernen (erläutern, nachdenken, vorstellen, beschreiben)
  • motorisches Lernen über Versuche, praktisches Ausprobieren
  • affektives Lernen (emotional-affektives und sozial-affektives Lernen)

Beim affektiven Lernen spielen Emotionen die wichtigste Rolle

Das affektive Lernen wird in zwei Bereiche unterteilt:

  1. Das emotional-affektive Lernen: Hier wird der Lernprozess durch Gefühle und das subjektive Erleben des Lernenden beeinflusst. Dies bedeutet, dass die Lerninhalte bei optimistischer Gefühlslage und durch positive Verstärkung von außen (Lob) besser verinnerlicht werden.
  2. Das sozial-affektive Lernen: durch gruppenbezogenes Handeln, Diskutieren und das Erleben von Gemeinschaft wird der Lernprozess gefördert. Die Lerninhalte werden besser verarbeitet, weil das Gemeinschaftsgefühl in der Regel positiv besetzt ist.

Intensiveres Lernen durch Beteiligung von Gefühlen

Affekte sind Gemütsbewegungen, wie etwa Freude, Wut, Trauer, Neugier usw., die beim Kind schnell entstehen können. Erfolgt ein hierauf basierender Lernprozess, wird dieser als sehr intensiv wahrgenommen und dadurch besser verinnerlicht. Ein klassisches Beispiel für affektives Lernen ist, wenn ein Kind seine Hand auf die heiße Herdplatte legt.

Oder wenn es das ABC in einer Gruppe von Kindern lernt und von allen geklatscht wird, sobald es einen richtigen Buchstaben genannt hat.

Affektives Lernen ist jedenfalls ein anschauliches Mittel zur Aneignung von Lerninhalten, das sich vom kognitiven, also dem hauptsächlich in der Schule angewandten Lernen, durch seine Lebendigkeit deutlich unterscheidet.

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