Was ist bindiger & nichtbindiger Boden? Aufklärung

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Wenn die Sprache auf bindigen oder nichtbindigen Boden kommt, geht es in erster Linie um den Baugrund eines Grundstückes. Die Beschaffenheit des Baugrundes ist wichtig, da bei der Errichtung eines Gebäudes je nach Boden eine andere Gründungsart verwendet werden muss. Bei Gründungen handelt es sich um den Einsatz verschiedener Fundamentarten. Diese entscheiden darüber wie stabil und tragfähig ein Gebäude letztendlich werden kann. Um das richtige Fundament zu setzten, kommt es also auf die Beschaffenheit des Bodens an. Dieser kann bindig sein oder eben nichtbindig. Bei bindigem Boden ist die Zusammensetzung des Bodens an sich unterschiedlich, was sich auch auf seine Eigenschaften auswirkt. Wie genau ein Boden aufgebaut ist und was eigentlich drin steckt, klärt der folgende Artikel.

Bindiger und Nichtbindiger Boden – der Unterschied

Boden besteht in der Regel aus unterschiedlichen Ablagerungen. Dabei kann ein Boden aus ganz unterschiedlichen Gesteinen oder Mineralzusammensetzungen bestehen. Fels ist beispielsweise massives und oft sehr dichtes Gestein. Hier können Gesteinsarten wie Basalt, Grauwacke, Granit oder auch Schiefer vorliegen. Der Boden kann aber auch aus weichen Ablagerungen bestehen, wie beispielsweise Erde, Lehm, Ton oder Sand. Es gibt Böden, die so dicht sind, dass sie kein Wasser durchlassen oder nur zu einem sehr geringen Anteil und solche, die sehr schnell aufweichen. Auf einem weichen und nicht sehr trockenem Boden muss zwingend ein anderes Fundament gelegt werden, um später dieselbe Statik zu gewährleisten, wie auf einem felsigen Untergrund.

Nichtbindiger Boden

Der nichtbindige Boden ist bei Kontakt mit Wasser sehr unempfindlich. Er behält seine natürliche Tragfähigkeit. Dieser Boden setzt sich aus verschieden großen Körnern zusammen, welche in engem Kontakt stehen. Die Körner berühren sich und bilden gemeinsam den Boden. Dabei handelt es sich um besonders feine und kleine Körner, zwischen denen kaum Platz ist. Daher ist ein nichtbindiger Boden nicht in der Lage Wasser zu speichern bzw. zu binden. Die Reibung zwischen den Körnern wird durch Wasser, wie etwa Regen, Schnee oder Grundwasser, kaum verändert. Ihre Tragfähigkeit resultiert aus der Dichtigkeit der vorhandenen Ablagerung. Das bedeutet, dass ein nichtbindiger Boden zwar relativ fest ist, aber dennoch in seiner Tragfähigkeit variiert. Böden wie Kies, Steine, Sand, Geröll oder Schotter. Ist dieser sehr stark zusammengepresst, ist er tragfähiger als wenn er lockerer vorliegt.

Bindiger Boden

Der bindige Boden besteht aus Ton und Lehm/Schluff. Er nimmt Wasser gut auf und verliert dadurch signifikant an Festigkeit. Es sind die Eigenschaften des Tons, mit seinem Aufbau in kleinen Platten, die dafür sorgen, dass der bindige Boden Wasser gut speichert bzw. bindet. Leider kann das Speichern von Wasser dazu führen, dass der Boden verschlammt. Die einzelnen Platten werden weich und können sogar eine breiige Konsistenz annehmen. Das minimiert die Tragfähigkeit erheblich und geht sogar so weit, dass die Tragfähigkeit und Beständigkeit des Bodens sich komplett auflöst. Sollte letztere Beschaffenheit vorliegen, wäre der Baugrund unbebaubar. Die Gefahr eines späteren Einsturzes wäre zu groß. Wird der bindige Boden wieder trocken, kann er unter Umständen wieder sehr fest werden und auch eine gute Tragfähigkeit bieten.

Bodenbeschaffenheit, Tragfähigkeit und Statik

Soll ein Gebäude errichtet werden, ist die Gründungsart wichtig für die spätere Tragfähigkeit. Diese ist für jedes Gebäude enorm wichtig. Ein Statiker untersucht die wirkenden Kräfte eines ruhenden Bauwerks. Ein Tragwerksplaner wird zu Beginn der Planung die Tragfähigkeit des Bodens ermitteln. Je nach Größe, Aufbau und Konstrukt sind bestimmte physikalische Werte einzuhalten. Diese sorgen für die spätere Sicherheit des Gebäudes und der darin befindlichen Personen, indem sie Risiken und Gefahren ausschließen.

Verschiedene Böden unterscheiden sich in ihrer stofflichen Zusammensetzung. Es gibt organische und anorganische Böden. Ein Grundstück kann beide Bodenarten beinhalten, was die Bebauung erschwert. Zu den organischen Böden gehören Materialzusammensetzungen wie Torf, Humus oder Braunkohle. Sie eigenen sich weniger als Baugrund, da sie sich setzen, also absenken können. Ein anorganischer Boden kann aus Kies, Fels, Sand oder Geröll bestehen. Vor dem Bau eines Gebäudes muss die Tragfähigkeit des Bodens ermittelt werden und je nachdem, ob der Boden bindig oder nichtbindig ist, muss eine andere Art der Gründung vorgenommen werden.

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