Was ist das absurde Theater? Merkmale, Beispiele & Stücke

Was ist das absurde Theater

Was ist das absurde Theater? Der folgende Artikel soll dir einen ersten Überblick darüber verschaffen, was charakteristisch für dieses Genre ist und dir einige Beispiele von prominenten Vertretern liefern. Du kannst ihn nutzen, um dich auf eine Prüfung oder ein Referat vorzubereiten oder dein Allgemeinwissen ein bisschen aufzufrischen.

Was ist das absurde Theater und woher kommt es?

Das Genre absurdes Theater ist in den 1950er Jahren entstanden und bezeichnet ein spezifisches Genre unter den Bühnenstücken. Das wohl zentralste Motiv ist in nihilistischer Anlehnung die Sinnlosigkeit des Lebens.

Geographisch geht die Gattung auf Frankreich zurück. Dort entstanden überspitzte, teilweise surreale Inszenierungen, die von Experten strikt von bestehenden Gattungen abgegrenzt werden konnten. Der Weg für eine neue Gattung, das absurde Theater, wurde so bereitet.

Welche Merkmale sind typisch für das absurde Theater?

Man differenziert zwischen dem frühen und späten absurden Theater, wobei beides eher experimentelle Inszenierungen beinhaltet. Das frühe absurde Theater bezieht sich eher subtil und szenenweise auf surreale Begebenheiten. Das späte absurde Theater radikalisiert diese Exzentrik. In diesem Zuge wurde auch die Begrifflichkeit des Antitheaters geprägt, da klassische Elemente des Theaters nach und nach beseitigt wurden.

Eines dieser klassischen Elemente ist die Einheit von Handlung, Zeit und Raum. Wichtig im klassischen Theater ist die realitätstreue Einhaltung dieser drei Einheiten. Das absurde Theater trägt eben diese Realität ab. So wird diese Einheit bewusst gebrochen und gebeugt, so dass sich surreale Zusammenhänge ergeben. Die Thematik und das Motiv dagegen muss nicht spezifisch surreal, etwa fantastisch oder mystisch, gewählt sein. Die Absurdität wird eher durch logische Eingriffe generiert.

So zählen etwa surreale Szenarien, zufällig erscheinende Dialoge und ein uneinheitlicher Ablauf zu den wichtigsten Eigenschaften des absurden Theaters. Häufig wird das Motiv des orientierungslosen Menschen aufgegriffen, der durch die widersprüchlichen gesellschaftlichen Anforderungen hin- und hergerissen scheint. Unterstrichen durch die surreale Inszenierung wird hier der gesellschaftskritische Aspekt der Gattung sichtbar. Durch den Verzicht auf die zentralen Elemente des klassischen Theaters, schlägt das absurde Theater freiere Wege der Kreativität ein.

Repräsentative Stücke des absurden Theaters

Wenn man sich über das frühe absurde Theater unterhält, dann sollte der Name Alfred Jarry fallen. Sein 1896 in Paris uraufgeführtes Stück „Ubu Roi“ erregte einen breiten Diskurs in der Öffentlichkeit, da die Zuschauer schockiert reagierten und es teilweise als skandalös bezeichneten. Einige der Zuschauer verließen wegen dessen Absurdität vorzeitig das Theater.

Zu dem späten absurden Theater zählt beispielsweise die Aufführung von „Warten auf Godot“, das häufig belustigend mit den Worten zusammengefasst wird, dass der Zuschauer wartet, aber nichts passiert – und das zwei Mal. Die wichtigsten Künstler des späten absurden Theaters sind Samuel Beckett und Eugène Ionesco.

Im Bereich der Interpretation lassen sich in Bezug auf das absurde Theater viele interessante – auch interdisziplinäre – Schlüsse ziehen. So bestehen Ansätze, die das absurde Theater als Fortführung des Surrealismus interpretieren. Andere sehen eine Relation zur Psychoanalyse Freuds und deren zentraler Auseinandersetzung mit dem Unterbewussten. Auch das Erforschen von eigener Persönlichkeit und Bewusstsein unterstreicht diesen Ansatz. Abschließend können existenzialistische und nihilistische Ausprägungen interpretiert werden.

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