Was ist das Gegenteil von durstig? Aufklärung

Was ist das Gegenteil von durstig

Kennen Sie das, wenn Sie mittags bei Ihren Eltern zum Essen eingeladen sind und dabei so viel in sich hineinschlingen, dass Sie danach das Gefühl haben, regelrecht zu platzen? Sie würden keinen einzigen Bissen mehr hinunter bekommen, sind also pappsatt. Genau. Satt ist das richtige Wort hierfür.

Aber Moment mal… So wirklich durstig sind Sie auch nicht mehr. Aber wie genau sagt man das denn? Ist man nicht mehr hungrig, ist man eben satt. Ist man hingegen nicht mehr durstig… Ja, dann ist man eben nicht mehr durstig. Aber das kann doch nicht des Rätsels Lösung sein, oder etwa doch? Gibt es kein Wort, das den Zustand beschreibt, in dem man nicht durstig ist? Ob dem tatsächlich so ist, lesen Sie hier.

Eine gute Neuigkeit

Wer schon lange verzweifelt nach einem passenden Wort gesucht hat, der kann nun fündig werden: sitt. Da der deutschen Sprache ein solches Wort fehlte, haben die Dudenredaktion und der Getränkehersteller Lipton im Jahre 1999 ein Wettbewerb ausgerichtet, bei dem jeder, der wollte, einen Vorschlag einreichen konnte, um nicht durstig genauer zu benennen. So kamen insgesamt mehr als 45.000 neue Wörter zusammen, die allesamt das Gleiche beschreiben sollten. Das Wort, welches gewinnen sollte, war jedoch sitt.

Geeignet für die deutsche Sprache?

Zugegeben, sitt zu sagen ist ganz schön schlau, schließlich ist der Bezug zu satt, also dem Gefühl, nicht mehr hungrig zu sein, deutlich erkennbar. Die Dudenredaktion begründete ihre Entscheidung damit, dass dieses Wort hervorragend zur deutschen Sprache passe, da es einfach auszusprechen sei und zudem auch noch flektiert werden kann. Das bedeutet, dass es seine Form je nach Kontext im Satz grammatisch ändern kann. Es lässt sich der Plural bilden und auch an die verschiedenen Fälle lässt es sich anpassen. Somit also das perfekte Wort, nicht wahr?

Die Realität

Jetzt, wo geklärt ist, dass es ein solches Wort gibt, fragt man sich doch automatisch, warum man dieses eigentlich noch nie gehört hat. Schauen sie sich doch einfach mal den folgenden kurzen Dialog an.
Kellner: „Möchten Sie noch ein Glas Wasser haben?“
Gast: „Nein, danke. Ich bin sitt.“
Es hört sich für unsere Ohren schlichtweg fremd an, da wir es nicht gewohnt sind, dieses Wort als Gegenteil von durstig zu gebrauchen. Und genau da liegt das Problem. Sitt hat sich im heutigen Sprachgebrauch nicht etabliert, da es nicht genutzt wird. Aus diesem Grund wurde der Ausdruck auch nicht in die Wörterbücher aufgenommen; wozu denn auch? Sagt ja sowieso niemand.

Spektakulär, oder? Da gibt man sich extra so viel Mühe, um ein neues Wort zu erfinden für etwas, was es im Deutschen noch nicht gibt. Dann wird auch noch ein solches Wort entdeckt, aber letztendlich hat all dies nichts gebracht. Wir Deutschen reden nun einmal so, wie andere es uns vormachen. Neue Wörter haben da anscheinend keine Chance.

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