Was ist ein Akademiker? Aufklärung

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Der Begriff „Akademiker“ wird heute sehr inflationär verwendet und oft ist überhaupt nicht klar, welche Personen mit dieser Bezeichnung gemeint sind. Handelt es sich nur um intelligente Personen oder machen bestimmte Abschlüsse einen Akademiker aus? Es folgt eine Erklärung zum Begriff „Akademiker“.

Ursprung im alten Griechenland

Ursprünglich waren Akademiker Personen, die die Platonische Akademie in Athen besuchten. Im 4. Jahrhundert vor Christus kaufte Platon ein Grundstück außerhalb der Stadtmauer auf einem Hain, der von den Anwohnern Akademos genannt wurde. Der Name Akademos stammt von einem griechischen Sagenhelden, der Athen der Überlieferung nach vor der Zerstörung durch Castor und Pollux rettete.

In einem Grundstück am Akademos-Hain gründete Plato eine Philosophieschule, an der sich Interessierte den Naturwissenschaften und der Philosophie widmen konnten. Mit der Zeit wurde Platons Schule synonym mit dem Namen des Hains und wurde als Akademie bezeichnet. Die Personen, die dort in die Lehre gingen, wurden als Akademiker bezeichnet. So entstand das Wort Akademiker, was noch heute in Gebrauch ist. Als es in der Moderne zu vielen Neugründungen von wissenschaftlichen Lehreinrichtungen kam, wurden diese nach Platons Akademie ebenfalls als Akademien bezeichnet.

Diese Übernahme des Namens machte auch deshalb Sinn, weil viele Prinzipien der Plantonischen Akademie für die Akademien der Neuzeit übernommen wurden. Platons Unterricht fand in einem öffentlichen Gebäude statt und unabhängig von gesellschaftlichem Rang und finanzieller Situation konnten Personen den Unterricht besuchen. Außerdem wurden ältere Akademiebesucher in den Lehrbetrieb mit eingebunden und übernahmen Aufgaben im Bereich der Forschung, ähnlich wie es heute wissenschaftliche Mitarbeiter tun.
Auch Frauen konnten die Platonische Akademie besuchen. Die Schüler aßen oft gemeinsam oder feierten Feste. Es bildete sich eine Gemeinschaft unter den Lehrlingen.

Die Mathematik wurde als wissenschaftliche Grundlage für andere Naturwissenschaften verstanden und im Gegensatz zu anderen Lehreinrichtungen im alten Griechenland wurde der Lehrbetrieb auch fortgesetzt, als die ursprünglichen Gelehrten verstarben.

Die Platonische Akademie kann also als Prototyp von modernen Hochschulen und Universitäten verstanden werden, weshalb der Begriff des Akademikers auch heute noch weit verbreitet ist.

Heutige Voraussetzungen

Im Gegensatz zu den Lehrlingen in der Platonischen Akademie können sich heute nicht alle Personen, die eine Hochschule oder eine Universität besuchen, als Akademiker bezeichnen. Dafür muss heute mindestens ein akademischer Grad erreicht werden. Voraussetzung dafür ist der Abschluss eines Studiums und der Erwerb eines entsprechenden Titels.
In Deutschland können Universitäten, Hochschulen, Technische Hochschulen, Kunsthochschulen, kirchliche Hochschulen und Fachhochschulen Hochschulabschlüsse vergeben. Je nach Hochschule und Art des Studiums gibt es verschiedene akademische Grade, die erworben werden können.

Der Bachelor ist der häufigste akademische Grad und wird in der Regel nach einem drei- oder vier-Jährigen Studium vergeben. Am Ende eines Bachelorstudiums steht eine Bachelorarbeit, mit der das Studium abgeschlossen wird. Je nach Fachrichtung des Studiums werden dem Bachelor verschiedene Bezeichnungen angehängt. Ein Student der Wirtschaftswissenschaften erhält beispielsweise einen Bachelor of Arts, während ein Physik-Student einen Bachelor of Science erhält.

Aufbauend auf den Bachelor gibt es noch den Master, der in der Regel zwei Jahre lang dauert. Es muss zwingend ein Bachelorstudium abgeschlossen worden sein, damit ein Masterstudium begonnen werden darf. Am Ende des Masterstudiums steht eine Masterarbeit.

Ein Diplom kann von Studenten Dualer Hochschulen und Fachhochschulen erhalten werden und ist vergleichbar mit einem Bachelorstudium. Ein Lizenziat wird im Bereich der Theologie vergeben und ein Magister ist das Äquivalent eines Bachelor- und Masterstudiums, das noch an manchen Hochschulen verliehen wird.

Nach einem Masterstudium kann ein Student noch zum Doktor promovieren. Wissenschaftliche Arbeit an einer Universität und eine Doktorarbeit sind in diesem Promotionsstudium vorgesehen. Ungefähr neun Millionen Menschen in Deutschland verfügen heute über einen akademischen Abschluss und können sich aus diesem Grund als Akademiker bezeichnen.

Ausnahmeregelungen

Wird eine Person in eine Akademie der Wissenschaften oder eine Akademie der Künste aufgenommen, darf sich diese ebenfalls als Akademiker bezeichnen. In fast allen Fällen verfügen diese Personen zum Zeitpunkt der Aufnahme aber bereits über einen akademischen Grad.

Außerdem dürfen sich wissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten und Hochschulen als Akademiker bezeichnen. Diese Mitarbeiter müssen keinen akademischen Grad besitzen. Sie müssen aber aktiv in der Lehre sein, um den Rang eines Akademikers inne zu haben. Während der Arbeit als wissenschaftlicher Arbeiter gibt es die Möglichkeit, einen akademischen Grad zu erringen.

Auch Mitglieder von Gelehrtengesellschaften dürfen sich als Akademiker bezeichnen. Personen mit einem hohen akademischen Grad können in diese Gesellschaften aufgenommen werden, aber auch unabhängig vom akademischen Rang können Personen in diese Gesellschaften aufgenommen werden.

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