Was ist ein Aufgeld? – Definition & Beispiel

Definition

Aufgeld bezeichnet den deutschen Begriff des Agios. Hierrüber wird ein Betrag formuliert, der bedeutet, dass ein Wert den Nennwert einer Aktie oder Währung übersteigt. Das Aufgeld wird in Prozenten angegeben, wobei die Grundlage der Nennwert ist. Ist der Ausgabekurs mit 135 % ausgewiesen, dann handelt es dich um ein Aufgeld von 35%, da der Nennwert mit 100% definiert wird.

Aufgeld bei Wertpapieren

Wenn Wertpapiere erworben werden, dann kann es vorkommen, dass der Kaufpreis vom eigentlichen Nennwert abweicht. Dieser Unterschied entsteht aber nicht durch den Börsenhandel, sondern durch die Vereinbarung zwischen Verkäufer und Käufer. Ein Agio kann bei verschiedenen Wertpapieren möglich sein.

1. Anleihen: Sie werden normalerweise zum Nennwert oder mit einem Disagio ausgegeben, aber es ist auch möglich, dass ein Aufgeld festgelegt wird. Damit sinkt die Effektivverzinsung, da sich die Anleihe immer auf den Nennwert von 100% bezieht.
2. Aktien: Hier wird das Aufgeld bei der Emission durch den Käufer und den Verkäufer festgelegt.
3. Investmentfond: Hier wird das Aufgeld als Ausgabeaufschlag definiert, wenn Geld in einen Investmentfonds gegeben wird. Dieser Aufschlag beträgt zwischen 1 und 6% der Summe, die investiert wird und wird nur einmalig bei der Fondgesellschaft entrichtet.

Beispiel für Aufgeld bei einer Anleihe

Ein Unternehmen legt Anleihen im Wert von 60 Millionen Euro zur Emission aus. Jedes Papier hat einen Nennwert von 6000€. Der Kupon, der sich auf den Nennwert bezieht, ist mit einem Zinssatz von 4% ausgewiesen. Zusätzlich sollten 5% Aufgeld auf die Anleihen fällig werden.

Folglich kann die Anleihe für 105% erworben werden, was einem Preis von 6300€ je Wertpapier gleichkommt. Durch dieses Aufgeld sinkt aber auch die effektive Verzinsung, da sich der Zinssatz von 4% auf den Nennwert von 6000€ bezieht. Pro Anleihe entsteht eine Zinszahlung von 240€, womit es sich um eine Nettorendite von 3,8% handelt.

Überblick

Das Aufgeld erhöht den Kaufpreis eines Wertpapieres, wodurch eine Abweichung von Kurs und Nennwert entsteht. Durch das Aufgeld können Vertriebskosten bestritten werden.

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