Was ist ein Auktionsverfahren? – Definition & Beispiel

Definition

Das Auktionsverfahren definiert eine Verfahren, dass bei der Emission von Aktien zur Anwendung kommt. In diesem Fall können Aktienkäufer Kaufaufträge einreichen, die in einer limitierten Zahl ohne einen festen Aktienpreis abgegeben werden können. Dieses Verfahren beschränkt sich auf eine Frist nach deren Ablauf die Zuteilung der Aktien erfolgt. Der Höchstbietende erhält dabei den Vorrang.

Die Kaufaufträge werden nur solang angenommen bis das Volumen der vorhandenen Aktien erschöpft ist. Der eigentliche Emissionspreis ergibt sich aus dem niedrigsten Gebot der eingereichten Kaufaufträge.

Vorgang des Verfahrens

Mit der erstmaligen Ausgabe von Aktien ist es einem Unternehmen noch nicht möglich den Wert der Aktie explizit zu beziffern. Ebenso ist ungewiss, wie die Aktie sich etablieren wird. Mit Hilfe des Auktionsverfahrens kann eine Aktie so an interessierte Investoren verkauft werden und es legt sich ein Preis fest für den die Aktie emittiert werden kann. Der Ablauf ähnelt einer normalen Auktion. Die Bieter geben ihre Gebote und Vorstellungen ab, z.b. 100 Aktien zu 80,00€.

Im Gegensatz zu einer normalen Auktion können sich die Bieter ab hier nicht überbieten, sondern geben verdeckt und auch nur einmal das Gebot ab. Nach dem Ende der Frist überblickt das Unternehmen die eingegangenen Angebote und bedient zuerst den Höchstbietenden. Nachfolgend werden die Gebote so lang abgearbeitet und immer das nächst niedrigere Gebot bedient bis alle Aktien auf dem Markt sind.

Andere Auktionsverfahren

Grundsätzlich erfolgt eine Unterscheidung in das amerikanische und das holländische Verfahren.

Diskriminierendes Tender-Verfahren: Bei diesem amerikanischen Verfahren erhält jeder Bieter die gewünschten Aktien zu seinem gebotenen Preis. Hierdurch entstehen unterschiedliche Emissionspreise.

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Kompetitives Tender-Verfahren: Im holländischen Tender-Verfahren wird abschließend ein fester Preis für die Aktie bestimmt zu dem sie erworben werden kann.

Beispiel für ein Auktionsverfahren

Bei der geplanten Emission von 1 Million Aktien möchte ein Unternehmen das Auktionsverfahren anwenden. In diesem Zusammenhang werden vier potentielle Käufer gefunden, die ihre Gebote abgeben.

• Bieter A: 250.000 Aktien zu 5 Euro
• Bieter B: 300.000 Aktien zu 13 Euro
• Bieter C: 500.000 Aktien zu 4 Euro
• Bieter D: 550.000 Aktien zu 9 Euro

Das Unternehmen hat sich entschieden das amerikanische Tender-Verfahren anzuwenden. Dadurch erhält zunächst der Höchstbietende, Bieter B, 300.000 Aktien. Es verbleiben 700.000 Stück. Dann kann Bieter D seine 550.000 Aktien erhalten, worauf hin noch 150.000 Aktien übrig sind. Nachfolgende würde Bieter A, der 250.000 Aktien kaufen wollte, nur noch 150.000 Stück zu seinem Gebotspreis von 5 Euro erhalten. Nimmt er dieses Angebot an, dann erhält Bieter C keine einzige Aktie.

Überblick

Das Auktionsverfahren kann helfen, dass ein Preis für Aktien bestimmt wird, die neu an den Markt kommen sollen. Nachdem alle Bieter ein Gebot verdeckt innerhalb einer bestimmten Frist abgegeben haben, werden die Aktien, beginnend mit dem Höchstbietenden, verteilt.

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