Was ist ein Barackenklima? – Aufklärung

Was ist ein Barackenklima

Der Begriff “Barackenklima” wird von Fachleuten der Architektur- und Baubranche mehr umgangssprachlich verwendet, allerdings gibt es für ihn kein fachterminologisches Äquivalent. Er bezeichnet eine unerwünschte klimatische Auswirkung im Inneren von Gebäuden, die an sehr heißen Tagen unter bestimmten Umständen entstehen kann. Bei der Planung von Gebäuden sollte dieser Effekt, bzw. dessen Vermeidung, mit eingeplant werden.

Woher stammt der Begriff Barackenklima

Im ersten und zweiten Weltkrieg errichteten vor allem französische Truppen viele behelfsmäßige Unterkünfte. Sei es für die Streitkräfte selbst, aber auch für deren Gefangene, Zwangsarbeiter und andere Internierte. Aufgrund der regional hohen Vorkommen des Baumaterials, wurde vor allem Lehm für die Wände und Wandverschalungen verwendet. Diese Unterkünfte trugen den Namen “Baraques”, was übersetzt “Baracken” bedeutet.

Woran erkennt man das Barackenklima?

Von einem Barackenklima wird immer dann gesprochen, wenn innerhalb eines Gebäudes aufgrund der Sonneneinstrahlung eine sehr hohe Raumtemperatur entsteht. Die Luftzirkulation kommt mehr oder weniger zum Erliegen, während die Raumtemperaturen bis in unerträgliche Bereiche ansteigen. Sehr häufig ist das Phänomen im Sommer in Dachgeschosswohnungen oder Immobilien mit sehr großen Fensterfronten ohne Verschattung zu finden. Mitunter tritt es so stark auf, dass es selbst leistungsstarke Klimaanlagen und Ventilatoren an ihre Grenzen bringt.

Wie entsteht das gefürchtete Barackenklima?

Die Entstehung des Barackenklimas ist immer architektonisch und bautechnisch bedingt. Gerade in der modernen Architektur wird viel mit Glasfassaden gearbeitet. Auch andere leichte Bauteile und Materialien begünstigen die Hitzeentwicklung im Inneren des Hauses. In Gebäuden mit dicken Mauern dagegen kann es kaum auftreten, denn die dicken Mauern und Materialien nehmen die Wärme auf und speichern sie. Auch verschiedene Arten von modernen Dämmmmaterialien können die Entstehung des Barackenklimas begünstigen.

Eine weitere und zusätzliche Ursache für die Überhitzung findet sich vorwiegend in Bürogebäuden. Laufende Monotore, Rechner, Drucker und andere EDV-Geräte geben ihre Eigenwärme ab. Was im Winter weitgehend unbemerkt bleibt, kann im Sommer den letzten Ausschlag geben, dass die Hitze im Raum unerträglich wird.

Wie kann man dem Barackenklima vorbeugen?

Effektiver Hitze- und Überhitzungsschutz sollte schon bei der Konzeption des Gebäudes mit eingeplant werden. Dazu können Jalousien an Glasfronten, Verschattungen durch Textilstoffe oder auch die Verwendung hitzespeichernder Materialien zählen. Aber auch natürliche Methoden sind möglich, zum Beispiel die Pflanzung hoher Bäume in Gebäudenähe, die vor allem in der Mittagshitze Schatten spenden und für Abkühlung sorgen. Auch überstehende Elemente wie zum Beispiel Balkone oder Terrassen können für Verschattung und Kühlung sorgen. Eine weitere Möglichkeit ist es, im Inneren der Gebäude mit schweren Bauteilen und Raumteilern zu arbeiten, so dass die Hitze zumindest im Inneren absorbiert wird.

Eine DIN-Norm regelt den Wärmeschutz

Das Vorhandensein des sommerlichen Wärmeschutzes kann mit den Vorgaben der DIN 4108-2 Norm recht vereinfacht nachgewiesen werden. Ist die DIN-Norm erfüllt, so bedeutet dies, dass aufgrund der Bauart des Gebäudes keine Raumtemperaturen in unzumutbarer Höhe entstehen können. Die DIN-Norm gibt den Bauherren Sicherheit und kann vom Architekten verlangt werden, dies gehört inzwischen zum Gebäudestandard.

Auch der Wärmedurchgangskoeffizient, der umgangssprachlich als Wärmedämmwert oder U-Wert bezeichnet wird, ist ein wichtiger Messfaktor. Er ist das Maß für den Wärmedurchgang und die Wärmedurchlässigkeit der verwendeten Materialien und Materialschichten.

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