Was ist ein Basiszinssatz? – Erklärung & Beispiel

Als Basiszinssatz wird jener Zinssatz verstanden, an dem sich die maximale Verzugszinshöhe orientiert. Er wird staatlich vorgegeben und gilt für zahlungssäumige Privat- und Geschäftskunden.

Ermittlung des Basiszinssatzes

Der Basiszinssatz ändert sich von Zeit zu Zeit und hängt vom Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank ab. Steigt letzterer an, steigt auch der Basiszinssatz. Grundsätzlich gilt jedoch, dass der Basiszinssatz unterhalb des Leitzinssatzes liegt, wobei theoretisch auch ein negativer Zinssatz denkbar ist. Eine Anpassung des Zinssatzes erfolgt alle sechs Monate, erstmals um 1. Jänner.

Einsatz des Basiszinssatzes

Der Basiszinssatz dient der Festlegung der maximalen Höhe von Verzugszinsen, die Unternehmen von sich in Zahlungsverzug befindlichen Kunden verlangen können. Dabei sind die folgenden Höchstgrenzen für Verzugszinsen zu beachten:

  • Private Endkunden: höchstens 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz
  • Geschäftskunden: höchstens 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz

Beispiel zu Basiszinssatz bzw. Verzugszinsen

Ein Privatkunde erwirbt eine Kamera bei einem Versandhaus. Nachdem die zweiwöchige Zahlungsfrist verstrichen ist, wird der Kunde vom Versandhaus gemahnt. Auf diese erste Mahnung wird jedoch nicht mit der fälligen Zahlung reagiert. Der Erhalt der ersten Mahnung legt den Zeitpunkt des Verzugs fest und ermöglicht dem Versandhaus die Verrechnung von Verzugszinsen. Da der Basiszinssatz bei 2 Prozent liegt, beträgt der maximale Verzugszinssatz 7 Prozent. Selbstverständlich ist auch ein geringerer Zinssatz möglich.

Basiszinssatz – Übersicht

  • Definiert die maximale Höhe von Verzugszinsen
  • Privatkunden: max. 5 % über Basiszinssatz, Unternehmen: max. 9 % über Basiszinssatz
  • Niedrigerer Verzugszinssatz möglich

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