Was ist ein Bilanzansatz? Aufklärung

Was ist ein Bilanzansatz

Es muss beachtet werden, dass es einen Unterschied zwischen der Bilanzbewertung und dem Bilanzansatz gibt. Die Bilanzbewertung zeigt eine Bilanzierung der Höhe nach, während der Bilanzansatz die Bilanzierung dem Grunde nach aufzeigt. Dies bedeutet, bei dem Bilanzansatz wird sich damit beschäftigt, ob etwas überhaupt in eine Bilanz kommt oder nicht. Die Bilanzbewertung hingegen befasst sich damit, mit welchem Wert das Ganze in die Bilanz eingeht. Bei dem Bilanzansatz müssen drei Unterpunkte beachtet werden.

Die Lambert-Regel

Damit beantwortet werden kann, ob eine Schuld oder ein Vermögensgegenstand in die Bilanz gelangt, müssen drei Fragen beantwortet werden.

  1. Handelt es sich um einen Gegenstand, welcher abstrakt bilanzierungsfähig ist? Das heißt, ist er abstrakt passivierungsfähig oder abstrakt aktivierungsfähig?
  2. Bestehen im konkreten Bilanzierungsverbote?
  3. Sind Bilanzierungswahlrechte vorhanden?

Die abstrakte Bilanzierungsfähigkeit

Die abstrakte Bilanzierungsfähigkeit kann in die abstrakte Aktivierungsfähigkeit und die abstrakte Passivierungsfähigkeit unterteilt werden.

Die abstrakte Aktivierungsfähigkeit

Die abstrakte Aktivierungsfähigkeit gliedert sich zum einen in die bilanzielle Greifbarkeit und zum anderen in die selbstständige Veräußerbarkeit. Im Zuge der selbstständigen Veräußerbarkeit muss geprüft werden, ob sich der Gegenstand einzeln am Absatzmarkt veräußern lässt oder nicht. Es spielt nämlich eine sehr große Rolle, ob der Gegenstand als Einzelheit ins Gewicht fällt oder nicht. Folgendes Beispiel kann das Ganze besser näherbringen.

Wir nehmen an, dass die X – AG ein Gebäude verkauft. Nun stellt sich die Frage, ob die Voraussetzung erfüllt wird, damit das Ganze als selbstständige Veräußerbarkeit zählt. Das Gebäude muss bei dem Käufer bilanziert werden, da es selbstständig veräußert wurde und somit als Einzelheit in das Gewicht fällt. Das bedeutet, wenn das kaufende Unternehmen veräußert wird, dann steigt nicht der Gesamtwert des kaufenden Unternehmens durch das gekaufte Gebäude, sondern der einzelne Posten.

Wir nehmen an, dass die X – AG den Aufzugsschacht verkauft. Nun stellt sich die Frage, ob die Voraussetzung erfüllt wird, damit das Ganze als selbstständige Veräußerbarkeit zählt. Der Aufzugsschacht kann nicht ohne das darumliegende Gebäude verkauft werden. Dies bedeutet, es kann keine Bilanzierung von dem Aufzugschacht erfolgen.

Unter dem Ausdruck bilanzielle Greifbarkeit kann erkannt werden, dass sich der Gegenstand nicht in das Allgemeine verflüchtigt. Dies bedeutet, es erhöht nicht den Goodwill des Unternehmens beim Verkauf. Das bedeutet in weiterer Folge, der Gegenstand fällt einzeln ins Gewicht. Sollte das gesamte Unternehmen verkauft werden, wird nicht der Goodwill des gesamten Unternehmens erhöht.

Wir nehmen an, dass die X – AG das eigene Unternehmen restrukturieren möchte. Aufgrund dessen wird ein Unternehmensberater beauftragt. Es stellt sich die Frage, ob die Beratungsleistung abstrakt aktivierungsfähig ist.

Zwar ist die Beratungsleistung an sich veräußerbar, dennoch ist sie nicht bilanziell greifbar. Dies resultiert daraus, da sie nicht einzeln ins Gewicht fällt. Der Gesamtwert des Unternehmens steigt nämlich bei der Veräußerung durch die Beratungsleistung. Trotzdem steigt hier kein einzelner Wert. Bei einer Veräußerung der X – AG würde der Gesamtwert steigen. Das bedeutet, dass sich der Goodwill erhöht. Die Beratungsleistung wird ins Allgemeine verflüchtigt und ist aufgrund dessen nicht abstrakt aktivierungsfähig. Der originäre Geschäftswert stellt ein weiteres Beispiel für die fehlende abstrakte Aktivierungsfähigkeit dar.

Was gehört zu dem originären Geschäftswert?

Zu dem originären Geschäftswert gehören das Image, die Qualität des Managements sowie der Kundenstamm. Es ist sehr schwierig, für den Kundenstamm oder das Image einen objektiven Wert zu finden.

Die abstrakte Passivierungsfähigkeit

Auf der Passivseite der Bilanz sind nur das Eigenkapital, die Schulden sowie die passivischen Rechnungsabgrenzungsposten zu finden. Durch den Passivierungsgrundsatz wird eine Schuld konkretisiert. Die abstrakte Passivierungsfähigkeit zeichnet sich durch die Verpflichtung, die bilanzielle Greifbarkeit, die Quantifizierbarkeit und die wirtschaftlichen Belastungen aus. Die Verpflichtung kann in zwei verschiedenen Formen vorkommen. Zum einen als Innenverpflichtung und zum anderen als Außenverpflichtung. Die Außenverpflichtungen sind all jene Verpflichtungen, welche gegenüber Dritten entstehen. Sie unterscheiden sich zwischen bürgerlich-rechtlichen Verpflichtungen und öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen.

Die Innenverpflichtungen resultierten aus den wirtschaftlichen Zwängen und stellen keine Verpflichtungen gegenüber anderen dar. Die bilanzielle Greifbarkeit beschäftigt sich auch hier damit, ob eine Schuld allgemein oder einzeln ins Gewicht fällt. Eine wirtschaftliche Belastung liegt dann vor, wenn es in der Zukunft zu einem geringeren Vermögen führt. Die Quantifizierbarkeit kommt in zwei unterschiedlichen Formen vor. Zum einen als eindeutig feststehend und zum anderen mindestens in Bandbreiten angebbar.

Es ist wichtig zu wissen, dass es einen Unterschied zwischen Rückstellungen und Verbindlichkeiten gibt. Die Rückstellung zeichnet sich dadurch aus, dass das Bestehen und die Höhe von der Verpflichtung unsicher ist. Die Verbindlichkeit hingegen zeichnet sich durch das Bestehen und die Höhe von der Verpflichtung aus.

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